07.11.2016, 18:14 Uhr

Runder Tisch tagt zum vierten Mal Umspannwerk wohl nicht bei Vörden oder in Bramsche


Bramsche. Gibt es eine Fortsetzung des Runden Tisches zum geplanten Umspannwerk bei Merzen? Die Frage ist nach dem vierten Treffen des Gremiums im Bramscher Rathaus noch nicht beantwortet. Der Netzbetreiber Amprion will darüber in den nächsten Tagen entscheiden.

Dann sollen die Vertreter der teilnehmenden Städte, Samtgemeinden und Gemeinden sowie diverser Bürgerinitiativen und des Fachbüros Kortemeier umgehend informiert werden.

Die Mehrheit der Konferenzteilnehmer – darunter offenbar auch Kreisrat Winfried Wilkens – hatte sich während ihrer jüngsten Zusammenkunft für ein solches Treffen ausgesprochen. Zwei Anwesende stimmten nach Infomationen unserer Zeitung dagegen: Der Baudirektor der Stadt Bramsche, Hartmut Greife, und Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister Ansgar Brockmann . Bekannt ist, dass beide keinen Sinn mehr in einem weiteren Treffen sehen. Substanziell neue Erkenntnisse bei der Standortsuche für ein Umspannwerk und zum Verlauf einer weiteren 380-kV-Stromtrasse erwarten sie nicht mehr.

Standorte bei Vörden und in Bramsche nicht geeignet

Die vierte nicht-öffentliche Tagung hatte offenbar einmal mehr deutlich gemacht, dass zu Merzen unter die Lupe genommene Alternativstandorte – versehen mit den Prüfungsnummern sieben, acht und neun – in Vörden-Wittenfelde (früheres Flugplatzgelände unter Naturschutz) sowie Bramsche-Malgarten (zu kostenintensiv) und Sögeln (angedachte Flächen ungeeignet) nicht wirklich ernsthaft in Betracht kommen. Somit deutet momentan vieles tatsächlich auf eine Leitungsführung von Cloppenburg durch die Samtgemeinde Bersenbrück zu einem künftigen Netzverknüpfungspunkt in Merzen-Hackemoor hin. Hier hat sich der Netzbetreiber Amprion offenbar bereits entsprechende Grundflächen gesichert.

Unbeantwortet blieb diesmal erneut die Frage, ob dieser besagte Umspannwerkstandort und dessen offizielle Ermittlung in ein gemeinsames Raumordnungsverfahren für die Stromtrassenfindung aufgenommen wird. Ein Mehr an öffentlicher Beteiligung wäre dadurch gesichert. Das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) – eine niedersächsische Behörde – will sich in dieser Sache aber immer noch nicht abschließend äußern. Man prüfe weiterhin alle Argumente, Gesichtspunkte und Erkenntnisse für oder gegen eine solches gemeinsames Raumordnungsverfahren, ließ ein ArL-Vertreter verlauten.

Konferenz im Bundestag in Berlin einberufen

Die Erkenntnisse aus Bramsche werden möglicherweise auch am Mittwochvormittag eine Tagung von Wirtschaftsunternehmen im Landkreis Vechta beschäftigen. Dann wollen sich die Betriebe aus dieser Region zu einem möglichen Stromtrassenbau entlang der Autobahn1 – eine von vier theoretischen Varianten – äußern. Am Donnerstag haben zudem die beiden regionalen CDU-Bundestagsabgeordneten Franz-Josef Holzenkamp und Andre Berghegger zu einer entsprechenden Fachkonferenz nach Berlin eingeladen. Unter anderem mit Vertretern der Netzbetreiber Amprion und Tennet TSO , des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur soll dann zwei Stunden über Leitungsführungen und Netzverknüpfungspunkte (Umspannwerke) von Cloppenburg nach Merzen beraten werden.


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