02.11.2016, 11:08 Uhr

BN-Monatsrückblick Bramsche: Einzelhandel und Wirtschaft Themen im Oktober 2016


Bramsche. Die Entwicklung von Einzelhandel und Wirtschaft haben die Themen im Bramscher Oktober 2016 geprägt. Mehr im BN-Monatsrückblick.

Wirtschaft

Der vom Amtsgericht bei der Gebr. Sanders GmbH eingesetzte Sachwalter, Michael Mönig, zeigt sich überzeugt, das finanziell angeschlagene Traditionsunternehmen während des laufenden Schutzschirmverfahrens erhalten, absichern und neu aufstellen zu können . Der Bettwarenhersteller, den eine nicht verlängerte Kreditlinie dazu gezwungen hatte, formal seine Zahlungsunfähigkeit zu melden, habe sich gerade erst einen Neuauftrag eines großen deutschen Lebensmittel-Discounters für das erste Quartal 2017 sichern können. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei „kein Thema“.

Der Landmaschinenhersteller Amazone wird 2017 seine erste Investition im neuen Gewerbegebiet an der A1 in Schleptrup tätigen. Was genau das Unternehmen dann bauen will, ist allerdings noch nicht bekannt. Im Juni dieses Jahres waren nach zweieinhalbjähriger Vorlaufzeit die Verträge mit Amazone unterzeichnet worden

Der Interessenausgleich und Sozialplan bei der Heyform Bramsche GmbH ist unter Dach und Fach . Geschäftsführung und Betriebsrat unterzeichneten das Papier. Eine Transfergesellschaft wird rund 190 Heyform-Beschäftigte aufnehmen. Im Laufe der Verhandlungen hatte Betriebsrats-Vorsitzender Dietmar Schminkel sein Amt aufgegeben, kehrte aber nach wenigen Tagen an die Spitze der Arbeitnehmer-Vertretung zurück.

Einzelhandel

Die Bauarbeiten zur Erweiterung des Modehauses Böckmann haben in der Bramscher Innenstadt begonnen. Auftakt der umfassenden Bauphase ist erst einmal der Abriss des Hauses Brückenort 21 neben dem ebenfalls zu Böckmann gehörenden Haus „Riccio“. Beide Gebäude stehen im Eigentum der Kreissparkasse, die die Räume früher als Geschäftsstelle nebst Büroräumen genutzt hat. Im Anschluss wird an selber Stelle ein Neubau errichtet. Die vorgesehene Brückenverbindung zwischen dem Böckmann-Haupthaus und Riccio wird wahrscheinlich erst im kommenden Frühjahr in Angriff genommen.

Die Augenoptik-Kette Fielmann wird im kommenden Jahr eine Filiale an der Großen Straße in Bramsche eröffnen . Die Fielmann AG mit Sitz in Hamburg wird die neue Niederlassung in der oberen Großen Straße im Haus Nr. 31 neben dem Schuhhaus Kurre betreiben. Zuvor war dort ein An- und Verkauf von Gold beheimatet. Das Gebäude wird derzeit noch aufwendig saniert. Fielmann will voraussichtlich im Frühjahr 2017 starten .

Einstimmig hat der Fachausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die Teileinziehung der Alten Engterstraße als Voraussetzung für ein Bauprojekt des Möbelhauses Hardeck empfohlen. Gleichwohl gab es in der Sitzung eine kontroverse Diskussion. Das lag an Werner Hagemann. Der Vertreter des Seniorenrates, der im Ausschuss Rede-, aber kein Stimmrecht hat, plädierte entschieden gegen den Plan, die Alte Engterstraße zu entwidmen und überbauen zu lassen. Für viele Bewohner der Gartenstadt bringe dies gravierende Nachteile mit sich. Das sahen alle anderen Ausschussmitglieder anders.

Krankenhaus-Sanierung

Gute Nachrichten aus Hannover: Die auf fast 18 Millionen Euro angesetzte Sanierung des Bramscher Krankenhauses soll 2017 aus dem geplanten Sondervermögen zum Abbau des Investitionsstaus an Niedersachsens Krankenhausern gefördert werden. Das teilte die Landtagsabgeordnete Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen) mit. Nach Verabschiedung des Etats 2017 im Dezember können die Träger entsprechende Anträge stellen. Niels-Stensen-Geschäftsführer Werner Lullmann zeigte sich sehr zufrieden über die Entscheidung des Planungsausschusses, die de facto grünes Licht für die Sanierung des Bramscher Krankenhauses bedeutet.

Energie-Themen

In Sögeln hat sich eine Bürgerinitiative gegen eine geplante 380-Kilovolt-Stromtrasse gegründet . Rund 70 Gegner des Vorhabens kamen aus diesem Grund im Dorftreff zusammen. „Es gibt keinen einzigen Punkt, der für Sögeln positiv wäre, wenn wir die Stromtrasse kriegen würden“, hieß es in der Versammlung. Kurz darauf zog Neuenkirchen-Vörden nach und gründete in der Schützenhalle Hörsten ebenfalls eine Bürgerinitiative.

Umstritten bleibt auch der Bau von Windkraftanlagen: Mitglieder der kritischen Bürgerinitiative haben bei der Kreisverwaltung in Osnabrück nicht unerwartet Widersprüche gegen die erteilten Genehmigungen zur Errichtung der Windparks Wittefeld und Ahrensfeld bei Epe/Malgarten und Lappenstuhl eingereicht . Ebenso gegen einen anschließenden Betrieb der 13 im Bau befindlichen Anlagen.

Gedenktafel-Diebstahl

Der Diebstahl von Gedenktafeln vom Ehrenmal am Zitterweg erhitzt die Gemüter in Pente. Der erste Findling wurde zum Gedenken an die 25 Gefallenen aus Pente im Ersten Weltkrieg im Jahr 1922 errichtet und später erweitert. Das Mahnmal steht genau in der geometrischen Mitte der damaligen Gemeinde Pente. Die Chancen, die Diebe und damit auch die Gedenktafeln zu finden, stehen aber wohl nicht allzu gut. „Die Dinger sind bestimmt schon im Schmelzofen geladen“, glaubt ein Bramscher Polizeibeamter, der den Diebstahl als „Riesensauerei“ bezeichnet. Dennoch haben die Penter eine Belohung ausgelobt für Hinweise auf die Täter.

Freibad-Bilanz

Der starke Schluss-Spurt des Sommers bis weit in den September hinein hat die Bilanz der Bramscher Freibäder gerettet: 26063 Badegäste wurden am Darnsee in der Saison 2016 gezählt, 24450 waren es in Ueffeln. Für Ueffeln bedeute die Besucherzahl das beste Ergebnis seit dem „Supersommer“ 2003, erklären Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Brüggemann und Bäder-Chef Jörg Kampmeyer bei der Vorstellung der Zahlen.

Hasesee-Sitzwürfel

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Sitzwürfel am Hasesee sind neu gruppiert worden . Damit ist eine alte Forderung des Ortsrates Bramsche nach langen Monaten des Wartens tatsächlich umgesetzt worden. Die einzeln in der Gegend herumstehenden Hocker waren nicht nur Ortsratmitgliedern schon länger ein Dorn im Auge gewesen., auch Spaziergänger hatten sich eher über die Möbel lustig gemacht als sie zu nutzen.

Naturerbe

Das ehemalige, 213 Hektar große Flugplatzgelände an der Ortsgrenze von Lappenstuhl nach Wittenfelde ist durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks komplett zum nationalen Naturerbe erklärt worden . Der überwiegende Teil des Geländes bei Lappenstuhl und Wittenfelde sind Freiflächen, der Rest ist Wald (82 Hektar). Es gibt dort aber auch verlassene Startbahn-Anlagen, Bauwerke und Erdwälle aus den Zeiten der militärischen Nutzung. In den kommenden Jahren soll nun ein Naturerbe-Entwicklungsplan ausgearbeitet werden.


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