18.10.2016, 10:13 Uhr

Conga, Djembé und Plattdeutsch „Driewers“: Globalisierung made in Bramsche


Bramsche. Globalisierung made in Bramsche. Die Bramscher Band „Driewers“ (plattdeutsch = Treiber) kombiniert erfolgreich plattdeutsche Texte mit nordafrikanischen, westafrikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen. Wir haben eine Stunde mit ihnen verbracht.

„Das macht den besonderen Reiz unserer Musik aus“, sagt Alfred Figura . Der Musiklehrer spielt bei den Driewers Keyboard und Saxofon. Die sechsköpfige Band hat aber auch exotischere Instrumente im Repertoire, zum Beispiel die Djembé, eine meist mit geschorenem Ziegenfell bespannte Trommel aus Westafrika, deren Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht. Oder die Fasstrommel Conga, sie kommt aus Kuba.

Einer der Musiker, die zum Teil schon mehr als 25 Jahre zusammen auftreten, hat seine arabische Trommel aus seiner tunesischen Heimat mitgebracht. „Bei uns kann man so ein Instrument nicht an einer Schule lernen“, sagt Moncef Zorgati über seine Darbouka: „Jeder Rhythmus hat seinen Namen, das Gefühl dafür bekommt man, indem man einfach mitmacht.“ Seit 1970 lebt der inzwischen verrentete Techniker und Betriebswirt in Deutschland. Seit 20 Jahren schlägt er seine Trommel für die Driewers. Noten braucht Zorgati dafür nicht, er lässt sich von seinem Rhythmusgefühl leiten.

Chef der munteren Truppe ist Rainer Drewes. Der promovierte Historiker und pensionierte Lehrer ist einer der drei Sänger der Band (Bariton), außerdem spielt er Gitarre und andere Zupfinstrumente. Drewes erklärt, welche Art von Musik die Driewers machen: „Wir wollen Folklore lebendig gestalten und dabei den traditionellen plattdeutschen Folk aus seiner biederen, rückwärtsgewandten Ecke holen.“

Die plattdeutschen Texte stammen zum größten Teil von dem 2008 verstorbenen Ankumer Schriftsteller Heinz von der Wall. Dessen Arbeit sei gesellschaftspolitisch relevant und kritisch gewesen, so die Driewers. Beim Stichwort „Plattdeutsch“ kommt bei Drewes dann doch der Doktor durch. Alle Bandmitglieder könnten Plattdeutsch verstehen, erklärt er. Allerdings sei es irreführend, es bei der allgemeinen Bezeichnung ‚Plattdeutsch‘ zu belassen. „Immerhin verläuft genau durch unsere Stadt die sogenannte Bramscher Sprachgrenze“, so Drewes. Wir lernen, dass man ab Alfhausen nordniedersächsisches Platt spricht, in Bramsche westfälisches Platt. Heinz von der Wall schrieb seine Texte in südoldenburgischem Platt.

Preis vom Heimatbund

Die sechs Driewers treffen sich einmal in der Woche in der Engteraner Grundschule zur Probe. Vor wenigen Wochen hat die Band ihre neue CD „Liekut“ (Geradeaus) vorgestellt. Deren 14 Titel haben die Driewers in der Kulturfabrik Tonstudio Fürstenau aufgenommen. Als Gastmusiker waren Manuela Loger (Akkordeon, Gesang), Hans-Gerd Lietzke (Gitarre, Gesang) und Markus Kusche (Piano, Technik) an der Produktion beteiligt. Mitglied der Driewers sind neben Drewes, Figura und Zorgati, Peter Börs (Percussion, Bass, Keyboard, Gesang), Günther Kruse-Joachim (Gitarre, Gesang, Technik) und Helmuth Kohn (Bass).

Auch für 2017 haben die Driewers schon Pläne. Für den Kreis Heimatbund wollen Sie eine CD mit Sommerliedern aufnehmen. Wer die Weltmusik aus Bramsche live erleben will, kann das am Freitag, 21. Oktober. Der Heimatbund Osnabrücker Land und der Kreisheimatbund Bersenbrück wollen den Driewers für den Einsatz für die plattdeutsche Sprache den Wilhelm-Fredemann-Preis verleihen. Die Band spielt dazu in der Kornmühle im Tuchmacher-Museum auf.

Die CD „Liekut“ gibt es für 12,50 Euro in den meisten Buchhandlungen der Region oder bei Rainer Drewes, Tel. 05461/4803, radrewes@t-online.de.


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