17.10.2016, 16:53 Uhr

Interessenausgleich und Sozialplan Schminkel wieder im Amt, neue Runde bei Heyform in Engter

Die Firma Heyform steht im Moment ganz im Zeichen der Verhandlungen um Interessenausgleich und Sozialplan. Foto: Marcus AlwesDie Firma Heyform steht im Moment ganz im Zeichen der Verhandlungen um Interessenausgleich und Sozialplan. Foto: Marcus Alwes

Engter. Die zuletzt offenbar ins Stocken geratenen Verhandlungen um Art und Umfang der Interessenausgleich- und Sozialplanfinanzierung beim Automobilzulieferer Heyform in Engter gehen morgen in eine neue Runde. Die Arbeitnehmerseite wird dabei wieder von Dietmar Schminkel angeführt.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil der Betriebsratsvorsitzende noch am vergangenen Freitag sein Führungsamt niedergelegt hatte. Vorausgegangen waren gravierende Meinungsverschiedenheiten unter den Arbeitnehmervertretern zur Verhandlungsstrategie bzw. einem Ja oder Nein zu einer Vertragsunterzeichnung.

Inzwischen scheinen sich die neun Heyform-Betriebsratsmitglieder aber wieder auf eine gemeinsame Schlagrichtung geeinigt zu haben. Am heutigen Montag gab es an der Heywinkelstraße in Engter dazu eine rund dreieinhalbstündige Sitzung, in deren Rahmen „lange diskutiert wurde“, wie Schminkel später erklärte: „Aber, es war sachlich. Und ich habe mich wiederwählen lassen, denn einer muss ja schließlich das Heft in die Hand nehmen.“

Mustafa Koc ist neuer Stellvertreter

Ein Kampfkandidatur um den Vorsitz habe es nicht gegeben, stellte der erfahrene Betriebsrat klar, „es waren vernünftige Gespräche“. Neu sei allerdings sein Stellvertreter Mustafa Koc, der in die Fußstapfen von Henning Ruppelt tritt. Letztgenannter hatte am Freitag – genau wie Schminkel – sein Amt niedergelegt, heute aber auf eine Wiederwahl verzichtet.

Erst am Dienstagmorgen will das Betriebsratsgremium entscheiden, wer Schminkel in die neue Gesprächssrunde mit der Geschäftsführung der Heyform Bramsche GmbH um Klaus-Magnus Junginger begleiten wird. „Das klären wir. Ziel unserer Verhandlungen mit der Geschäftsführung ist es, auf jeden Fall eine hundertprozentige Absicherung zu bekommen“, sagt Schminkel mit Blick auf die Finanzierung des Interessenausgleiches und des Sozialplans .

Dieser war notwendig geworden, weil der Automobilzulieferer zum Jahresende einen Großteil seiner Produktion aus Kostengründen nach Rumänien verlegen wird. Viele Beschäftigte (rund 170 bis 200) werden folglich ihren Job bei Heyform in Engter verlieren. Nur ein kleiner Restbestand des Unternehmens – mit wenigen Arbeitsplätzen – wird wohl in der Region Bramsche verbleiben.

Unternehmensgeschäftsführer Junginger will unterdessen den jüngsten Streit unter den Arbeitnehmervertretern nicht zu hoch hängen. „Hier ist nichts zerbrochen“, stellt er mit Blick auf die bisherige Verhandlungsatmosphäre zwischen ihm und dem Betriebsrat fest. „Herr Schminkel genießt dabei unser vollstes Vertrauen als Vorsitzender des Betriebsrates“, erklärt Junginger. Es seien „in der Sache sehr, sehr harte, aber doch faire Verhandlungen“ , so der Geschäftsführer.

Junginger: „Sehr hart, aber fair“

Sollte es übrigens schon morgen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeberseite zu einer Einigung über Interessenausgleich und Sozialplan kommen, könnte relativ zügig eine Betriebsversammlung einberufen werden.


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