05.03.2015, 07:33 Uhr

Sieben Beamte zuständig Mehr Polizei in der Flüchtlingsunterkunft Hesepe

Weil die Belegungszahlen in Hesepe und Osnabrück stetig steigen, kümmern sich nun auch mehr Polizisten um die Aufnahme-Einrichtungen. Archiv-Foto: dpaWeil die Belegungszahlen in Hesepe und Osnabrück stetig steigen, kümmern sich nun auch mehr Polizisten um die Aufnahme-Einrichtungen. Archiv-Foto: dpa

Bramsche. Die Polizei hat ihre Präsenz in den Erstaufnahme-Einrichtungen für Asylbewerber in Hesepe und Osnabrück von zwei auf sieben Beamte erhöht – was nicht bedeutet, dass es ein deutlich erhöhtes Aufkommen an Straftaten in der Einrichtung gebe. Das betont die Leiterin des Kommissariats Bramsche, Ann Oldiges.

Bei der Tätigkeit der Beamten in den Einrichtungen gehe es zum großen Teil um ausländerrechtliche Vorgänge, führt Oldiges aus. Was damit gemeint ist, erläutert der Pressesprecher der Polizeiinspektion Osnabrück, Georg Linke: „Eine Vielzahl der Asylbewerber ist unerlaubt in die Bundesrepublik eingereist. Die Polizei muss hier jeden Fall aufnehmen.“

Kein personeller Engpass

Dabei steigen die Zahlen natürlich proportional zu der wachsenden Belegung in den Unterkünften: „Die LAB Bramsche ist derzeit mit rund 1400 Flüchtlingen belegt“, so Oldiges. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Osnabrück befänden sich aktuell um die 180 Menschen. Bei gleichbleibender Belegungszahl sei mithin jährlich von mehr als 10000 Flüchtlingen auszugehen, die in Bramsche und Osnabrück vor der dezentralen Unterbringung Zwischenstation machen. Aufgrund dieser hohen Anzahl habe die Polizeiinspektion Osnabrück die Zahl der Beamten, die für die Landesaufnahmebehörde zuständig sind, auf sieben erhöht. Pressesprecher Georg Linke betont, es würde für die Polizei außerhalb der Einrichtungen kein personeller Engpass entstehen. „Wir sind so aufgestellt, dass wir auf veränderte Einsatzerfordernisse jederzeit reagieren können.“

Man könne, erklärt Oldiges weiter, einen Vergleich zur Landeserstaufnahmebehörde Friedland ziehen. Dort befinden sich nach ihren Angaben derzeit rund 850 Flüchtlinge, sechs Polizeibeamte versehen ihren Dienst.

Probleme durch hohe Belegung

Die Kommissariats-Leiterin räumt ein, dass die Beamten zuweilen auch Konflikte schlichten müssten und Vorgänge bearbeiteten, „die sich durch Probleme der dort lebenden unterschiedlichen Nationalitäten und der hohen Belegungsquote entwickeln“. Der Heseper Einrichtungsleiter Conrad Bramm meinte, durch die Vielzahl an Menschen komme es „ab und an zu Getümmel, weil jeder immer überall der Erste sein will“. In einem Beitrag im regionalen Fernsehsender os1.tv hatte indes ein Bewohner der LAB auch Drogen- und Alkoholkonsum anderer Asylbewerber beklagt.

Bundespolizei aktiv

Kein strafrechtlich relevantes Verhalten von Flüchtlingen in den Zügen der Nordwestbahn hat indes die Bundespolizei feststellen können. Ein Bericht der „Oldenburgischen Volkszeitung“ hatte den Anschein erweckt, eine Vielzahl der Asylbewerber fahre „schwarz“ und reagiere bei Kontrollen durch die Zugbegleiter zumindest verbal aggressiv. Das aber, so erklärte nun ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage unserer Redaktion, „deckt sich nicht mit den Erkenntnissen“. Ein erhöhtes Straftatenaufkommen sei bei mehreren Mitfahrten von Beamten nicht festgestellt worden.


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