03.01.2015, 12:17 Uhr

Azubi-Serie, Folge 11: Zimmerer Bei van Eysden in Rieste „keine Höhenangst haben“


Rieste. Für Tony van Eysden ist klar, „der Beruf des Zimmermanns ist heute komplexer als früher. Es geht inzwischen um mehr als nur Dachstühle. Die Technik und Maschinen sind moderner.“

Sein zertifiziertes Handwerksunternehmen, das kurz hinter Sögeln am Ortseingang von Rieste zu finden ist, bildet seit mehr als einem Jahrzehnt aus. Damals hatte sich van Eysden selbstständig gemacht. Folge 11 unserer BN-Serie „Hier kann ich lernen – Bramscher Betriebe bilden aus“ führt uns zu ihm.

Insgesamt 18 Angestellte sind bei van Eysden beschäftigt, darunter vier Auszubildende. Es geht in der Regel um Arbeiten aller Art mit Holz. Zimmerei, Sanierungen, Innenausbau oder auch Holzrahmenbau. „Wer dann mit einer Gesellenprüfung zum Zimmerer abschließen möchte, durchläuft eine dreijährige Lehre“, erklärt van Eysden. „Bereits nach zwei Jahren ist ein Abschluss als sogenannter Ausbau-Facharbeiter möglich.“

Bis zu 1340 Euro möglich

Bewerber sollten „räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen“, aber auch „einige Grundkenntnisse in Mathematik und Englisch“. Gearbeitet wird im Innungsfachbetrieb bei van Eysden „immer im Team, nicht als Einzelkämpfer“. Zudem sollte ein künftiger Azubi „keine Höhenangst haben. Ansonsten wird es schon problematisch.“

Im ersten Lehrjahr spielt auch bei van Eysden der Fachschulbesuch (mit Theorie und Praxis) eine zentrale Rolle. Am Ende der Ausbildung könnten die jungen Leute, so van Eysden, „dann 1340 Euro im Monat“ verdienen. Außerdem gilt: „Wir fangen normalerweise morgens pünktlich um 7 Uhr an und arbeiten bis gegen 16.15 Uhr“, verdeutlicht der Firmenchef, „hier und da ist aber auch Flexibilität gefragt. Es gibt auch mal Aufträge und Arbeiten am Wochenende, die zu erledigen sind.“

Zum Kennerlernen von Interessenten bietet van Eysden in seinem Betrieb entsprechende Praktikumsplätze an. Auf Anfragen und Vorstellungsgespräche freue er sich. Zeugnisse („eine gute Grundlage“) schaut sich van Eysden zwar an, „aber sie sagen letztendlich auch nicht alles aus“.

Er selbst kümmert sich in seinem Berufsleben seit 1995 um die Ausbildung junger Menschen. Zunächst als Angestellter in einer anderen Firma, später dann als selbstständiger Unternehmer. „Unser Beruf bietet nach einer Lehre durchaus Aufstiegschancen“, sagt van Eysden. Und schildert ein Beispiel: „Eine Zimmerin, die bei uns im Betrieb gelernt hat, ist hier inzwischen als Bauzeichnerin beschäftigt.“ Möglich seien nach einer erfolgreichen Zimmererlehre auch Weiterbildungen zum Meister oder ein späteres Studium.


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