29.12.2014, 12:45 Uhr

Folge des Klassenfahrt-Abbruchs Bramscher Lehrer nach Alkohol-Eklat strafversetzt

Weil sie bei einer Klassenfahrt zu tief ins Glas geschaut haben, sind ein Lehrer und eine Lehrerin der Bramscher Realschule im Anschluss an andere Schulen versetzt worden. Foto: dpaWeil sie bei einer Klassenfahrt zu tief ins Glas geschaut haben, sind ein Lehrer und eine Lehrerin der Bramscher Realschule im Anschluss an andere Schulen versetzt worden. Foto: dpa

Bramsche. Wenn die Jugendlichen einer zehnten Klasse der Bramscher Realschule in diesen Tagen auf das zu Ende gehende Jahr zurückblicken, werden sie sich unweigerlich an ihre Klassenfahrt im September erinnern: Die Klassenfahrt, die nur 36 Stunden dauerte statt fünf Tagen. Die Klassenfahrt, die abgebrochen wurde, weil die begleitenden Lehrkräfte zu betrunken waren, um weiter die Verantwortung zu tragen. Für die Schüler ist es aus heutiger Sicht eine amüsante Anekdote – für die beiden Lehrkräfte wohl eher nicht: Sie sind aufgrund der Vorkommnisse in Hamburg an andere Schulen versetzt worden.

Was war passiert?

Der Klassenlehrer und die begleitende Pädagogin tranken bereits am ersten Abend des Aufenthalts in der Jugendherberge (DJH) Hamburg-Horn größere Mengen Alkohol. In Schülerkreisen war hernach von sechs bis acht Flaschen Wein und mehreren Flaschen Bier die Rede. Der Klassenlehrer stürzte im Verlauf des Abends eine Treppe hinunter, ein DJH-Angestellter rief Rettungsdienst und Polizei herbei. Die Polizei unterrichtete die Schulleitung in Bramsche, die den Abbruch der Klassenfahrt veranlasste.

Konsequenzen für die Lehrkräfte

Die Polizei Hamburg gab damals auf Anfrage unserer Redaktion an, der Klassenlehrer habe zum Zeitpunkt des Einsatzes nachts um 4 Uhr „stark unter Alkoholeinfluss“ gestanden. Die Beamten schickten einen Bericht an die niedersächsische Landesschulbehörde in Lüneburg. Insbesondere auf Basis dieses Berichts entschied die Behörde: Beide Lehrer können nicht weiter an der Realschule Bramsche tätig bleiben. „Sie sind im Anschluss an die Klassenfahrt versetzt worden“, bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde, ohne die konkrete Begründung zu nennen. Es seien, so Strätz, unmittelbar im Anschluss zwei neue Lehrkräfte an die Realschule in Bramsche gekommen.

Folgen für die Schüler und Eltern

Der bisherige Klassenlehrer war allgemein sehr beliebt. Viele Schüler bedauern, dass er nicht mehr an der Realschule tätig sein darf. Zudem mussten sich die Jugendlichen mitten im Abschlussjahr auf einen neuen Klassenlehrer einstellen. Die Kosten für die abgebrochene Klassenfahrt wurden den Erziehungsberechtigten recht zügig zurück erstattet – abzüglich eines Anteils für Hin- und Rückfahrt, das Ausflugsprogramm am ersten und letztlich auch einzigen Tag sowie die Inanspruchnahme der Jugendherberge. Im Februar wird die Klasse erneut auf Reisen gehen: Als Ersatz für Hamburg ist dann die Bundeshauptstadt Berlin das Ziel.


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