14.10.2014, 07:29 Uhr

Viel Verkehr auf dem Parkplatz Straßenstrich im Thiener Feld erregt Gemüter

Ganz legal: Der Straßenstrich, auch im Thiener Feld, ist rechtlich nicht zu beanstanden, sagen Stadt und Polizei. Unser Archivbild ist allerdings nicht in Bramsche entstanden,Archivfoto: dpaGanz legal: Der Straßenstrich, auch im Thiener Feld, ist rechtlich nicht zu beanstanden, sagen Stadt und Polizei. Unser Archivbild ist allerdings nicht in Bramsche entstanden,Archivfoto: dpa

Bramsche/Alfhausen. Der Parkplatz an der B68 zwischen Hesepe und Alfhausen sorgt für Gesprächsstoff: Seit einiger Zeit gehen hier Prostituierte dem ältesten Gewerbe der Welt nach. Der Straßenstrich ist amtsbekannt und legal, was aber nicht allen Zeitgenossen gefällt.

Norbert B. (Name ist der Redaktion bekannt) findet sich nicht besonders prüde, als Familienvater fragt er sich aber, ob der Anblick leicht bekleideter Damen in anzüglichen Posen das Richtige für Kinder und Jugendliche ist, die zufällig auf diesem Parkplatz rasten. „Das ist doch nie und nimmer erlaubt“, ist B. überzeugt. Er informierte die Samtgemeinde Bersenbrück, die Stadt Bramsche, die Polizei und den Landkreis, aber nichts ist passiert. Das hat seinen Grund: Rechtlich ist das Treiben auf dem Parkplatz nicht zu beanstanden.

„Grundsätzlich ist es so, dass die Damen da nichts Verbotenes tun“, sagt Dagmar Paschen als Pressesprecherin der Stadt Bramsche. Dort hat es wegen des Straßenstrichs am Parkplatz schon mehrere Anfragen gegeben, bestätigt sie. Dabei ist der Parkplatz im Thiener Feld eigentlich auf Alfhausener Grund. Gelegentlich stehen die Damen aber auch an der Abfahrt davor, wo es zur Dreihorstbrücke geht. Und die ist wiederum auf Bramscher Gebiet.

Die Rechtslage ist für beide Kommunen gleich, erläutert Paschen. Nach der Gewerbeordnung bestehe für diese „höchstpersönliche Tätigkeit“, so die bürokratische Umschreibung, keine Anzeige- oder Meldepflicht. Die Stadt könne lediglich bei Stichproben die Personalien aufnehmen, feststellen, ob alle Prostituierten über 18 Jahre alt sind, und kontrollieren, ob möglicherweise Verletzungen des Ausländerrechts vorliegen. Bisher habe es dabei keine Auffälligkeiten gegeben, sagt Paschen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Jugendgefährdung seien die Kommunen „nicht ganz glücklich mit dieser Situation“, aber „die Damen wissen ganz genau, was sie dürfen“, betont die Pressesprecherin.

Polizei kontrolliert

Auch die Polizei hat ein waches Auge auf den Parkplatz im Thiener Feld und nicht nur auf den: „Seit einigen Wochen beobachten wir eine ähnliche Entwicklung auf dem Parkplatz an der B218 zwischen Ueffeln und Merzen“, sagt Kriminaldienstleiter Burkhard Hömme von der Bramscher Polizei. Zwar sei die Prostitution an sich legal, aber derartige Plätze zögen erfahrungsgemäß Formen von Kriminalität an. „Wir schauen da ganz sorgfältig drauf“, versicherte Hömme. „Wir wollen verhindern, dass es dort zu Auswüchsen kommt“.

Ansonsten gehe es bei Kontrollen um ordnungsrechtliche und straßenverkehrsrechtliche Belange. Wenn etwa die Damen direkt an der Fahrbahn stünden und der eine oder andere Autofahrer deshalb plötzlich stark bremse, könne die Polizei einschreiten, nennt Hömme ein einfaches Beispiel. Den schwerer wiegenden Problemen hinter der Prostitution wie der Frage, ob die überwiegend aus dem osteuropäischen Raum kommenden Frauen ihrer Tätigkeit freiwillig nachgehen, sei dagegen „nur schwer beizukommen“, bedauert Hömme. Die Polizei stehe im ständigen Kontakt mit den verschiedensten Behörden, zu denen auch das Gesundheitsamt gehört.

„Da bin ich sprachlos“, kommentiert Norbert B. die Auskunft, dass der Straßenstrich auf dem Parkplatz rechtens ist. „Das sind Dinge, die einfach störend sind“, findet er. Das sehen viele, für die der Parkplatz eigentlich ausgebaut wurde, ähnlich: Lkw-Fahrer meiden den verkehrsreichen Ruheplatz.


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