04.03.2011, 15:18 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Alle Schulformen erreichen Neues pädagogisches Projekt für Schüler:In Kalkriese Geschichte hautnah erleben

Einmal in die Rolle eines römischen Soldaten oder eines Germanen schlüpfen: „Museum macht Schule“ heißt das Pädagogik-Projekt für Fünft- und Sechstklässler aller Schulformen. Foto: Klaus LindemannEinmal in die Rolle eines römischen Soldaten oder eines Germanen schlüpfen: „Museum macht Schule“ heißt das Pädagogik-Projekt für Fünft- und Sechstklässler aller Schulformen. Foto: Klaus Lindemann

Bramsche. Kalkriese als möglicher Ort der Varusschlacht hat längst Eingang in die Geschichtsbücher unserer Kinder gefunden. Doch obwohl Museum und Park Kalkriese gewissermaßen das archäologische Museum vor der Haustüre sind, war noch nicht jeder Schüler der Region dort. „Museum macht Schule!“ heißt ein Projekt, das mit maßgeblicher Unterstützung der Bohnenkamp-Stiftung Museumspädagogik und Geschichtsunterricht vernetzen möchte.

Im Kindermuseum geht es hoch her. Jeder möchte einmal den Römerhelm aufsetzen. Joussef und Juron durften sich sogar als Römer und Germane verkleiden und halten vor ihren Mitschülern gern als Beispiel für die unterschiedliche Lebensweise römischer Legionäre und heimischer Bauern her. Sie alle gehören zur 6e der Realschule Georgsmarienhütte, die für diesen Vormittag ein spezielles Angebot für Schulklassen im Museum Kalkriese gebucht hat. „Unsichtbares sichtbar machen, das gelingt auf diese Weise eben am Besten“, erklärt ihre Lehrerin Maren Stindt-Hoge.

Das Leben unserer Vorfahren sichtbar machen, aus dem Nebel der Geschichte holen – vielfältig sind die Programme, die die engagierten Museumspädagogen in Kalkriese zu diesem Zweck für Kinder ausgearbeitet haben. Doch leider würden die spannenden und kindgerechten Angebote zumeist nur von Familien mit bildungsbürgerlichem Hintergrund wahrgenommen und das Museum zumeist von Gymnasialklassen besucht, so der Tenor vom Geschäftsführer des Museums, Joseph Rottmann, sowie von Landrat Manfred Hugo und Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius als Vertretern der Schulträger in Stadt und Landkreis.

„Bildung fördern – alle mitnehmen“ lautet also die Devise und entspricht damit dem Leitspruch der Bohnenkamp-Stiftung. Diese fördert mit 72000 Euro das Projekt „Museum macht Schule!“ und will damit Schüler der fünften und sechsten Klassen aller Schulformen in Stadt und Landkreis Osnabrück, von der Förderschule bis zum Gymnasium, erreichen.

So ermöglicht das Projekt den Schulklassen, bei Buchung von zwei museumspädagogischen Angeboten eines dieser Angebote kostenlos in Anspruch nehmen zu können. Das, so die Leiterin der Museumspädagogik in Kalkriese, Tea Pavlowski, biete sich insbesondere an, um beispielsweise ein praktisches archäologisches Angebot mit einer Führung zu kombinieren.

Das Museum arbeitet in diesem Projekt, das zunächst auf zwei Jahre angelegt ist, eng zusammen mit einem Team von Geschichts- und Lateinlehrern. Dem Projektbeirat gehören zudem Vertreter der Universität, der Landesschulbehörde und der Schulträger an; eine Lehrerfortbildung ist für den Sommer geplant. Auf diese Weise könnten die gewonnenen didaktischen Erkenntnisse in die Unterrichtsplanung einbezogen werden, so Stiftungssprecher Michael Prior. Geschichte hautnah zu erleben sei eben spannender als Tacitus zitieren zu können, pflichtete Landrat Hugo bei. Und Oberbürgermeister Pistorius ist sich sicher, dass durch Projekte wie dieses die Region gewiss viele namhafte Archäologen hervorbringen werde.


0 Kommentare