28.11.2016, 14:00 Uhr

1996 die Initiative ergriffen Schwagstorf ohne Nikolaus – das geht doch gar nicht


Schwagstorf. Die warmen Jacken der Nikolausmarkt-Macher verrieten in Schwagstorf, seit wann es diese adventliche Veranstaltung im Schatten der Kirche St. Marien gibt. So brauchte niemand zu rätseln. Fortzudenken ist der Termin ohnehin nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender der Ortschaft.

Ins Leben gerufen wurde der Nikolausmarkt in Schwagstorf in der heutigen Form im Jahr 1996. Die Vorläuferveranstaltung, zu der ebenfalls das Gastspiel des Nikolauses gehört hatte, konnte in der gewohnten Form nicht mehr stattfinden. „Da sagte Dieter Ahlert, es kann nicht sein, dass wir in Schwagstorf keinen Nikolaus mehr haben“, erinnerte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Rohrmann am Samstagnachmittag.

Viele machen mit

Und Ahlert, auch heute unterstützt von Dietmar Preisner, wurde aktiv – und die Schwagstorfer machten (und machen) mit. Vereine sind in der kleinen Budenstadt ebenso vertreten wie private Initiativen. Aus dem Nikolausmarktteam hieß es: „Wenn sich Nachbarschaften oder Freundeskreises zusammenschließen und engagieren wollen, sind sie auf dem Nikolausmarkt herzlich willkommen.“

Im Vorfeld der 2016er-Auflage gab es für die Organisatoren ziemlich speziellen Stress: Wären die Bauarbeiten auf der B218 nicht rechtzeitig, sprich am Freitag vor dem Markt, abgeschlossen worden, wäre die Sperrung der Mühlenstraße schwierig gewesen. Aber es klappte. Und auch das Wetter machte mit. Bei Temperaturen knapp über der Null-Grad-Grenze erfüllten Heißgetränke einen mehrfachen Zweck: Sie wärmten die Hände am Becher – und selbstverständlich beim Trinken von Innen.

Süße Belohnung

Die Frage: „Warum ist der Nikolaus noch nicht da?“, beantwortete ein Vater pfiffig: „Du siehst doch, wie nebelig es ist.“ Das sah der Junior ein. Das Warten verkürzten Darbietungen. Die Kindergartenkinder, ausgestattet mit rot-weißen Nikolausmützen, sangen und tanzten. Geschenke spielten dabei durchaus eine Rolle. Die Leiter für den Hamster, vor der die Rede war, sorgte bei den Großen für Schmunzeln. Die Kleinen erhielten eine süße Belohnung und zogen mit strahlenden Augen ab. Und Dietmar Preisner versorgte gleich begeisterte kleine Zuschauer ebenfalls mit den bunten Tüten: „Ihr habt ja bei Engeltanz schon mitgemacht.“

Lob für den Glühwein („Der schmeckt wirklich super“), Nachfrage nach Losen und Schlangestehen bei der Gewinnausgabe, gehörten ebenso zum Schwagstorfer Nikolausmarkt wie Verpflegungsstände – von Kartoffelpuffer über Crepes und Waffeln bis hin zu Schokofrüchten, Popcorn, Bratwurst, Hochzeitssuppe und Alkoholischem aus dem Kessel, der mit einem offenen Feuer beheizt wurde.

Bunte Streusel für die Kekse

Mit dabei auch ein Stand der Marienkrippe Schwagstorf. Dort gab es tütenweise Kekse, die die Eltern zusammen mit dem Nachwuchs gebacken hatten. Eine Mutter sagte: „Am liebsten streuen die Kinder bunte Streusel auf das Gebäck.“ Entsprechend bunt fiel das Ergebnis aus. Und gelernt hat der Nachwuchs ebenfalls etwas – nämlich dass Teig zwar ein bisschen wie Knete aussieht (aber keine ist), sondern süß ist und lecker schmeckt.

Vorweihnachtliche Livemusik durfte in Schwagstorf nicht fehlen. Zuständig dafür die Bläsergruppe des Spielmannszugs. Deren Auftritt beeindruckte die Zuhörer: „Wie kann man bloß mit kalten Fingern so gut spielen?“


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