22.04.2017, 06:54 Uhr

Erweiterung in Achelriede fertig Neue Anbauten: Genügend Kitaplätze in Bissendorf


Bissendorf. Die Gemeinde Bissendorf rechnet damit, im kommenden Kindergartenjahr ausreichend Plätze anbieten zu können. Nachdem es im vergangenen Jahr zu Engpässen gekommen war, sollen insgesamt drei Erweiterungen in Holzrahmenbauweise Abhilfe schaffen. In Achelriede wird in Kürze der erste Anbau dieser Art eingeweiht.

Helle Holzfußböden, bodentiefe Fenster, grasgrüne Türen – frisch und freundlich wirken die beiden neuen Gruppenräume des evangelischen Kindergartens Achelriede. Ausgelassen toben die Krippenkinder im verschachtelten Klettergerüst, bis die Erzieherinnen sie zum Schuhe Anziehen zusammentrommeln. Eine ganz normale Krippengruppe in einem ganz normalen Krippenraum – wären da nicht die offen sichtbaren Heizungsrohre und Kabel, die an den Wänden entlang laufen. Details, denen die Kinder keine Bedeutung beimessen – die aber zeigen: Hier ist nicht alles wie in anderen Einrichtungen.

Bauzeit von vier Monaten

Die beiden neuen Gruppenräume samt Flur, Garderobe, Küche und Badezimmern sind binnen vier Monaten entstanden, in der sogenannten Holzrahmenbauweise, viel schneller als der herkömmliche Steinbau. Handwerker schraubten vorgefertigte Holzrahmen zusammen, verkleideten diese mit speziell verdichteten Holzplatten und füllten die Hohlräume mit Dämmschaum aus – viel mehr war für den „Rohbau“ kaum nötig.

Krippengruppen ausquartiert

Die Gemeinde hatte sich für diese Bauweise entschieden, nachdem es Ende 2015 bei den Anmeldungen für das aktuelle Kindergartenjahr zu Engpässen gekommen war und 74 Kitaplätze fehlten. Infolgedessen zog eine Gruppe der AWO-Kita in Natbergen kurzfristig ins Bürgerhaus des Bürgervereins Natbergen/Jeggen-West, der evangelische Kindergarten Wissingen quartierte eine Krippengruppe ins benachbarte Familienzentrum aus. Auf der Suche nach kurzfristigen Lösungen wurden Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) und seine Kollegen aus der Gemeindeverwaltung schließlich in Winsen an der Luhe fündig, wo ein Kindergarten seine Platzprobleme mithilfe eines Anbaus in Holzrahmenbauweise gelöst hatte.

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19 Familien mussten warten

600.000 Euro stellte die Gemeinde daraufhin im Haushalt für das Jahr 2016 bereit – eigentlich, um bis August eine Erweiterung in Achelriede zu bauen. Doch daraus wurde nichts: Der Bau verzögerte sich, die Gemeinde musste die Eltern von 19 Kindern vertrösten. Im Februar dieses Jahres wurden die ersten Krippenkinder eingewöhnt, seit März schließlich sind beide Achelrieder Krippengruppen vollzählig im Anbau untergebracht. Am 6. Mai ab 14:30 Uhr soll der Anbau feierlich eröffnet werden.

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Mit dem Ergebnis ist Kindergartenleiterin Anke Möller zufrieden: „Wir mussten vorher auf viel verzichten und wollten nun das Beste für Kinder, Erzieherinnen und Eltern“, sagt sie in Anspielung auf das Alter des eigentlichen Kindergartens. Im Anbau hätten die Erzieherinnen nun alles zum Wohl der Kinder einrichten können: warmen Echtholzfußboden, kindgerechte Holzebenen zum Klettern und Verstecken, Schlafräume, die sich verdunkeln ließen. Lediglich die Verzögerung beim Bau bemängelt sie, und dass anders als sonst kein Architekt als Ansprechpartner vor Ort war. Letztlich habe man aber immer Lösungen gefunden, sagt Möller und zeigt Verständnis – schließlich habe ja auch die Gemeinde keine Erfahrungen mit dem Bau derartiger Erweiterungen. Pastor Christoph Schnare ergänzt: „Es war für alle ein Ringen zwischen Qualität und Kosten, und wir sehr dankbar, dass die Kommune sich erheblich finanziell eingebracht hat“, sagt er.

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Aus Provisorien einen Dauerstand nachen

Rund 630.000 Euro hat der Anbau schließlich gekostet, 45.000 Euro steuerte die Kirche bei. Für Bürgermeister Guido Halfter (parteilos) hat sich das Konzept bewährt. Er will nun auch die Kindergärten in Natbergen und Wissingen mit Anbauten in Holzrahmenbauweise ausstatten. „2016 haben wir Plätze in Provisorien geschaffen, 2017 überführen wir diese Provisorien in einen Dauerzustand“, resümiert er und schiebt einen „großen Dank“ an alle hinterher, die eben jene Provisorien zur Verfügung gestellt haben.

Bedarf aktuell gedeckt

Fürs Erste ist damit auch die zuständige Fachdienstleiterin Martina Storck entspannt: „Der derzeit erkennbare Bedarf ist gedeckt“, sagt sie, weist aber darauf hin, dass sich das jederzeit ändern könne. Aktuell besuchen ihren Angaben zufolge 587 Kinder die sechs Bissendorfer Kitas, davon 119 in Krippengruppen für die unter Dreijährigen und 458 in den Regelgruppen.


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