19.04.2017, 06:05 Uhr

Pfefferspray-Attacke auf Maitour Bissendorfer nach Berufung nicht mehr vorbestraft

Berufung vor dem Landgericht Osnabrück: Nach einer Pfeffersprayattacke während einer Maitour minderte die zweite Instanz das Urteil gegen einen jungen Bissendorfer ab. Symbolfoto: Michael GründelBerufung vor dem Landgericht Osnabrück: Nach einer Pfeffersprayattacke während einer Maitour minderte die zweite Instanz das Urteil gegen einen jungen Bissendorfer ab. Symbolfoto: Michael Gründel

vbu Bissendorf. Während einer Maitour vor einem Jahr hatte ein Bissendorf Pfefferspray gegen einen anderen Mann eingesetzt und wurde deshalb in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die minderte das Landgericht Osnabrück in einem Berufungsverfahren zu einer Geldstrafe ab. Damit gilt der Angeklagte nicht mehr als vorbestraft.

Das Landgericht rollte den Vorfall noch einmal auf: Am Abend des 1. Mai 2016 traf der Angeklagte mit seinen Freunden am Bissendorfer Sonnensee auf die Gruppe um das spätere Opfer. Auf Nachfrage erlaubten Mitglieder der zweiten Gruppe ihm, Grillfleisch zu nehmen, sagte der 21-jährige Angeklagte. Der Geschädigte sei jedoch nicht einverstanden gewesen und habe ihn beleidigt sowie geschubst. Der 21-Jährige berichtet, er habe in gleicher Weise reagiert, woraufhin sein Gegenüber ins Wasser gefallen sei.

Beide stark alkoholisiert

Nachdem dieser aus dem Wasser gestiegen und auf ihn zugegangen sei, habe er Pfefferspray gegen ihn eingesetzt. Das habe er aufgrund eines zurückliegenden Vorfalls zur Selbstverteidigung bei sich getragen. Das Opfer musste mit Augenbrennen und Rötungen ins Krankenhaus. Beide Personen waren zum Zeitpunkt der Tat stark alkoholisiert, ein Bluttest beim Angeklagten ergab 1,71 Promille.

Wegen gefährlicher Körperverletzung hatte das Amtsgericht Osnabrück den Mann im Oktober vorigen Jahres zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung verurteilt. In den Vorjahren war der Bissendorfer bereits wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und gemeinschaftlicher Körperverletzung angeklagt, die Verfahren waren jedoch eingestellt worden.

Seine Anwältin erklärte die Vorwürfe für zutreffend. Sie betonte jedoch, dass es ihrem Mandanten leidtue und er sich über sie beim Opfer entschuldigt habe. Dieser habe die Entschuldigung angenommen. Seine Begründung: „Jeder baut mal Scheiße, wenn er besoffen ist.“ Mit Verweis auf die Entschuldigung, das Geständnis sowie die Umstände des Vorfalls plädierte die Verteidigerin für eine Geldstrafe.

Die geplante Ausbildung nicht behindern

Die Staatsanwaltschaft teilte die Einschätzung und forderte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 20 Euro. Doch die Verteidigerin lenkte ein, dass ihr Mandant dann als vorbestraft gelte. So könne er nicht die geplante Ausbildung beginnen. Die Anwältin schlug deshalb 90 Tagessätze vor.

(Weiterlesen: Wann ist jemand schuldunfähig und warum?)

In seinem Urteil stimmte das Landgericht der Verteidigerin zu. Der Vorsitzende erklärte, der Bissendorfer habe sich geständig und einsichtig gezeigt – laut Bericht war das im ersten Verfahren nicht der Fall gewesen. Da der Geschädigte nicht anwesend war, ging das Landgericht zugunsten des Angeklagten davon aus, dass dieser zuerst geschubst habe. Der Vorsitzende wollte mit dem Urteil der Ausbildung des 21-Jährigen nicht entgegenstehen.


0 Kommentare