29.10.2016, 11:46 Uhr

Treffen der Forstbesitzer Waldbauern verärgert über Landkreis und Biker

Ärgernis Mountainbiker: Die Waldbesitzer rufen Querfeldeinfahrer zu mehr Rücksicht auf. Symbolfoto: dpaÄrgernis Mountainbiker: Die Waldbesitzer rufen Querfeldeinfahrer zu mehr Rücksicht auf. Symbolfoto: dpa

Bissendorf. Die Waldschutzgenossenschaft Schledehausen (WSG) will gegen rücksichtslose Mountainbiker vorgehen. Das kündigten die Forstbesitzer während der Mitgliederversammlung an. Als Ärgernis empfinden die Waldbauern die zunehmende Regulierungsdichte.

Deutliche Kritik äußerte der WSG-Vorsitzende Joachim Kellermann von Schele am Landkreis. Bei der Umsetzung der Fauna und Flora-Habitat-Schutzgebiete ist die Schölerberg-Verwaltung als Untere Naturschutzbehörde zuständig . „Man hat von ihr den Eindruck, dass sie agiert wie eine Marionette der Naturschutzverbände. Das ist schon ein sehr unguter Prozess“, sagte Kellermann von Schele.

Jahrzehntelang Wälder erhalten zu haben und dann durch die Ausweisung eines Biotops kalt enteignet zu werden, sei Sozialismus pur, so der WSG-Chef. Deshalb habe man sich schon für den Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem bundesweit renommierten Fachanwalt Helmar Hentschke ins Benehmen gesetzt.

In seinem Jahresbericht sprach Joachim Kellermann von Schele von einem forstwirtschaftlich durchwachsenen Jahr. Zwar seien keine Kalamitäten durch Sturm oder den Borkenkäfer zu verzeichnen gewesen, Sorge bereite aber das europaweite Phänomen des Eschentriebsterbens. Zudem hätten sinkende Preise die Ergebnisse verschlechtert.

Der Kreisforstverbands-Vorsitzende Johannes Meyer zum Alten Borgloh berichtete den rund 40 Versammlungsteilnehmern, dass der Landkreis 230 illegale Strecken von Mountainbikern der Downhill-Szene kartiert habe. Lange habe man an die Vernunft der Vertreter dieser Randsportart appelliert, so Meyer zu Alten Borgloh. Entsprechende Presseberichte hätten aber einen eher werbenden Effekt in der Szene für diese naturschädigenden Strecken ausgelöst. „Mittlerweile ist bei uns der Geduldsfaden gerissen“, sagte Meyer zu Alten Borgloh. Er erinnerte an das Versprechen der Politik, sich dafür einzusetzen, dass die Polizei ihre Kontrollen verstärkt.

Bürgermeister Guido Halfter lud dazu ein, dass eine Abordnung der Waldschutzgenossenschaft (WSG) in den Dialog mit der Ratspolitik treten sollte. Das Gespräch könnte auch abseits der Ausschüsse nichtöffentlich besprochen werden, so Halfter.

Den Nerv der Forstwirte traf Bissendorfs Bürgermeister mit der Forderung, die Verkehrssicherungspflicht gesetzlich neu zu regeln. Es gehe nicht an, dass man den Eigentümern die Haftung dafür aufbürde, wenn jemandem ein Ast auf den Kopf falle.

Joachim Kellermann von Schele plädierte in seiner Replik dafür, dass im Zuge der Umsetzung des Masterplans Wandern, der Landkreis, Terra Vita, die Kommunen und die Walbesitzer eine Betreibergemeinschaft bilden. Dabei sollte der Landkreis als Ausweiser der Wanderwege die Verkehrssicherung und Haftung von den Forstwirten übernehmen, meinte der WSG-Vorsitzende.


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