18.04.2017, 14:59 Uhr

Aktiv in Satellitenkommunikation Vehrter Entwickler stellen Software in Washington D.C. vor

Erfolgreiche Jungunternehmer aus Vehrte: Daniel Guth (l.)und David Schmitz führen gemeinsam das Unternehmen G&S IT Solutions. Foto: Hermann PentermannErfolgreiche Jungunternehmer aus Vehrte: Daniel Guth (l.)und David Schmitz führen gemeinsam das Unternehmen G&S IT Solutions. Foto: Hermann Pentermann

Belm. Im Jugendzimmer von Daniel Guth in Vehrte fing alles an: Mit seinem jetzigen Geschäftspartner David Schmitz startete er dort mit dem Programmieren von Webseiten. Nun haben die beiden auf der Satellite Washington D.C., einer der weltweit größten und wichtigsten Messen im Bereich der Satelliten-Kommunikation, ihre Software vorgestellt.

Schon als Jugendliche begannen der 26-jährige Daniel Guth und der 27-jährige David Schmitz mit dem Programmieren, zunächst jeder für sich. Daniel Guth zum Beispiel entwickelte eine Lernmittelleihe für seine Schule, die nach wie vor ein Produkt der jetzigen Firma der beiden, G&S IT Solutions, ist. Im Informatik-Leistungskurs am Gymnasium Carolinum Osnabrück lernten sich die beiden kennen und stellten schnell fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben. Im Jahr 2009, noch während ihres Abiturs, begannen sie mit der Entwicklung ihres internetbasierten Systems, das die Grundlage für den heutigen Erfolg bildet. Am 29. Januar 2010 wurde die G&S IT Solutions GbR gegründet, gut vier Jahre später schließlich die GmbH in das Osnabrücker Handelsregister eingetragen.

Wichtigstes Standbein ist die individuelle Programmierung

Nach wie vor programmiert das Unternehmen, das mittlerweile auf 15 Mitarbeiter angewachsen ist, Webseiten. Das wichtigste Standbein ist aber die individuelle Programmierung. Dabei haben die beiden ein Grundgerüst entwickelt, dass sie für die unterschiedlichen Unternehmen anpassen können. Anfangs noch hätten sie jede Webseite „von Zeile null programmiert“, erklärt Guth. Sie sind für jeden Auftrag also immer neu gestartet. Das würde für die Kunden bei individueller Programmierung irgendwann zu teuer. Deshalb entwickelten die beiden ihr browserbasiertes System, das schon auf einem Grundgerüst aufbaut. Dabei profitieren sie davon, dass für fast alle Seiten Daten wie die Nutzer, Berechtigungen, Kunden oder Aufträge benötigt würden.

Ziel der meisten Kunden sei es, so Schmitz, Prozesse zu optimieren. Einer ihrer Kunden ist ein Sonnenstudiobetreiber, der mehrere Standorte hat. Anhand dieses Beispiels erklären die beiden, wie das System funktioniert. Bislang fehlte eine Schnittstelle. Wenn der Betreiber wissen wollte, wie viele Kunden pro Tag in einem Studio waren, musste er dort anrufen. Die Mitarbeiter lasen über USB-Anschluss und Laptop die Daten aus. So konnte er sich ein Bild machen. Das sei jedoch sehr mühsam gewesen. Außerdem habe sich so nur sagen lassen, wie viele Kunden da waren. Guth und Schmitz entwickelten also eine Möglichkeit, die Daten an den Automaten im Sonnenstudio auszulesen. Die von ihnen entwickelte webbasierte Software wurde damit verbunden und so auf die Kunden zugeschnitten, dass er nun jederzeit verfolgen kann, wie viele Kunden wann an welchem Automaten sind.

Nähe zur Satellitenbrache

Dieses Prinzip lasse sich auch auf Pumpen oder eben Satelliten anwenden. Bereits seit den Anfängen des Unternehmens arbeiten die beiden mit iDirect zusammen, einer Firma für Satellitenkommunikation. Schmitz hat bei dieser Firma zehn Monate lang als Vertreter von G&S IT Solutions gearbeitet. So kam diese Kooperation zustande, die mittlerweile zu einer Partnerschaft geworden ist. Durch die Nähe zu der Branche haben die beiden die Entwicklung verfolgen können. Dank der Entwicklung von Guth und Schmitz können die Betreiber von Satelliten nun jederzeit kontrollieren, ob ein Satellit beispielsweise in der gewünschten Geschwindigkeit sendet. Ihre Software decke damit einen Bedarf ab, darüber freuen sich die Geschäftsführer. Erstmals haben sie ihre Software vor einigen Wochen auf der Fachmesse Satellite vorgestellt und das nach eigenen Angaben erfolgsversprechend.

Das Unternehmen entwickele sich gut, so die Vehrter. Lag ihr Umsatz im Jahr 2015 noch bei 490.000 Euro, ist er 2016 auf 690.000 Euro angestiegen. Und die Jungunternehmer sind zuversichtlich, dass es sich weiter so positiv entwickelt. „Wir planen ein deutliches Wachstum“, sagt Schmitz.

Neubau in Ostercappeln

Die Dienste der Firma sind gefragt, weshalb das Team stetig gewachsen ist. Auch zwei Auszubildende lernen im Unternehmen und die beiden wollen weitere einstellen. Weil die Geschäftsräume in Vehrte zu klein geworden sind, haben sich die beiden nach einem Grundstück umgesehen und sind in Ostercappeln fündig geworden. Dort soll ein Neubau entstehen. Die Planungen dafür laufen bereits.

Das Team ist jung, die Mitarbeiter zwischen 20 und 30 Jahren alt. Viele haben als Studenten begonnen und sind geblieben. Einen Bachelorabschluss haben auch die beiden Geschäftsführer, allerdings haben sie eher „nebenbei studiert“, sagt Schmitz. Er hat sich für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Osnabrück entschieden, Guth wählte Elektrotechnik. Seinen Master will der 26-Jährige noch beenden, doch momentan läuft es so gut, dass er kaum die Zeit dafür findet.


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