18.10.2016, 16:35 Uhr

Sitzung des Schulausschusses Offene Ganzstagsschule für Bad Rothenfelde

Die Grundschule Bad Rothenfelde erweitert ihr Angebot. Die Grundschüler können an der offenen Ganztagsschule teilnehmen. Foto: Achim KöppDie Grundschule Bad Rothenfelde erweitert ihr Angebot. Die Grundschüler können an der offenen Ganztagsschule teilnehmen. Foto: Achim Köpp

Bad Rothenfelde. Der Schulausschuss Bad Rothenfelde hat die offene Ganztagsschule auf den Weg gebracht. Die Mitglieder stimmten am Montagabend einstimmig für den Antrag.

Zum Schuljahr 2017/2018 soll die verlässliche Grundschule Bad Rothenfelde in eine offene Ganztagsschule umgewandelt werden. Diesem Vorschlag stimmte der Schul-, Jugend- und Sozialausschuss in seiner Sitzung am Montagabend zu. Bis zum 1. Dezember muss der Antrag an die Landesschulbehörde gestellt werden.

Bedarf gestiegen

Der Bedarf an Nachmittagsbetreuung ist in den vergangenen Jahren gestiegen, das wurde auch im Bericht von Iris Behmerburg-Olbricht deutlich. Sie ist Vorsitzende des Nachmittagsbeteuungsvereins, der sich momentan am Nachmittag um die Kinder kümmert. Gestartet sei man mit etwa fünf Kindern, derzeit seien es 66.

In einer Elternbefragung wurde der Bedarf für ein offenes Ganztagsangebot zudem bestätigt. Von 162 Eltern haben 91 Interesse an dem Angebot einer Nachmittagsbetreuung.

Hortbetreuung wäre teurer

So, wie die Betreuung zurzeit gestaltet ist, bräuchte sie eine Betriebserlaubnis. Das habe der Landkreis mitgeteilt, berichtete Bürgermeister Klaus Rehkämper. Eine solche Hortbetreuung würde die Gemeinde deutlich mehr kosten als eine offene Ganztagsschule.

Die Grundschule wird nun ein Ganztagsschulkonzept erarbeiten. Die Gemeinde, so hat es der Ausschuss beschlossen, wird entsprechend dem Platzbedarf Räume schaffen. Nach ersten Vorgesprächen sollen auf dem ehemaligen „Mandel-Grundstück“ eine Mensa mit Küche und Toilettentrakt sowie eventuell ein Ruheraum und Spielmöglichkeiten entstehen.

Ergänzenden Angebot für die Ferien

Voraussichtlich können in der offenen Ganztagsschule die Kinder montags bis donnerstags von 7.50 bis 15.50 Uhr sowie freitags von 7.50 bis 12.50 Uhr betreut werden. Da aber auch am Freitagnachmittag sowie in den Ferien Bedarf besteht, soll ein ergänzendes Angebot organisiert werden, erklärte Rehkämper. Eine Möglichkeit könnte der Nachmittagsbetreuungsverein sein.

Neben den Baukosten wird die Gemeinde voraussichtlich einen Zuschuss von 25.000 Euro für den offenen Ganztag zur Verfügung stellen. Auch für das darüber hinausgehende Betreuungsangebot sollen 25.000 Euro eingeplant werden, wie sie bislang der Nachmittagsbetreuungsverein erhalten hat, sagte Rehkämper.

Eltern sollen selbst entscheiden

Ein Bürger fragte in der Bürgersprechstunde, warum keine gebundene Ganztagsschule eingerichtet werde, das sei verpflichtender. An einer gebundenen Ganztagsschule sind laut dem Niedersächsischen Kultusministerium alle Schüler an mehr als drei Wochentagen zum ganztägigen Besuch verpflichtet. Unterricht und außerunterrichtliche Angebote wechseln sich an diesen Tagen ab. In der offenen Ganztagsschule finden die außerunterrichtlichen Angebote grundsätzlich nach dem Unterricht statt. Die Teilnahme ist freiwillig.

Schulleiterin Astrid Bojko meinte, dass es den Eltern freistehen solle, ob und wie oft die Kinder betreut werden. In Bad Rothenfelde lebe man noch „in einem guten sozialen Umfeld“. Sie betonte aber auch: Wenn ein Kind für einen Tag angemeldet ist, „dann für den ganzen Nachmittag“.

Die Betreuung in der offenen Ganzstagsschule kostet die Eltern nichts, sagte Bojko. Nur das Mittagsessen müsse bezahlt werden. Die Kinder könnten sich aber auch ein Butterbrot mitbringen, das stehe ihm und den Eltern frei.

Die „bestmögliche Lösung“

Arno Schomborg (CDU) sprach bei der verlässlichen Grundschule von einem „Erfolgsmodell“, von dem man sich aber nun verabschieden müsse. Die offene Ganztagsschule sei die „bestmögliche Lösung“. Er ist davon überzeugt, dass „der Bedarf sich noch ganz anderes entwickeln wird“. Auch Dirk Lange-Mensing (Grüne) sprach sich für die offene Ganzstagsschule aus. Er regte an, dass sich an der Entwicklung des Konzeptes Vertreter der Schule, der Eltern, der Gemeinde und des Nachmittagsbetreuungsvereins beteiligen.


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