12.09.2016, 00:18 Uhr

Grüne gewinnen vierten Sitz CDU erneut stärkste Kraft in Bad Rothenfelde

Freude im Lager der CDU, als feststand, dass die Partei erneut die stärkste Kraft im Rat der Gemeinde ist. Foto: Johanna LügermannFreude im Lager der CDU, als feststand, dass die Partei erneut die stärkste Kraft im Rat der Gemeinde ist. Foto: Johanna Lügermann

Bad Rothenfelde. 3580 Wähler haben in Bad Rothenfelde gewählt und die Verteilung im Gemeinderat etwas verändert: Die beiden stärksten Parteien haben jeweils einen Sitz verloren, die Grünen gewannen ein Mandat hinzu und auch der einzeln angetretene Günter Striedelmeyer ist neu im Rat vertreten.

Eine lange Schlange stand am Sonntag vor der Eisdiele in der Ortsmitte, vor den Wahlurnen war der Andrang geringer. Am Mittag haben 26 Prozent der Wahlberechtigten im Bezirk 3 in der Grundschule ihre Stimme abgegeben, berichtet einer der Wahlhelfer. „Vielleicht ist das Wetter heute zu gut“, befürchtet er. Am Nachmittag trudeln vereinzelt immer wieder Bürger ein. Ähnlich sieht es im Wahllokal im Kurhaus aus. Unterhalten werden die Wahlhelfer dort mit Musik, im Saal eine Tür weiter stehen einige Paare auf der Tanzfläche.

„Man muss es sich gemütlich machen, wenn man den Sonntag hier verbringt“, meint ein Wahlhelfer in der Mehrzweckhalle Aschendorf. Und die Wahlhelfer sind gut vorbereitet. Eine der Ehrenamtlichen hat selbst gebackenen Kuchen mitgebracht. Während es am Morgen noch sehr ruhig gewesen sei, habe es sich später auch gelegentlich vor den zwei Wahlkabinen gestaut, berichtet ein Wahlhelfer. „Einige wenige haben sich den Wahlzettel erst in der Kabine angeguckt. Dann dauert es natürlich ein bisschen länger.“ Gemurre habe es jedoch nicht gegeben. Er freute sich, dass einige Erstwähler vertreten waren.

Raunen ging durch den Saal

Als die Auszählung begann, versammelten sich die ersten Gäste bei der Wahlparty, zu der die CDU eingeladen hatte. Ein Beamer zeigte die Ergebnisse. Das erste Bild von der Kreiswahl war bereits um 18.34 Uhr zu sehen, als die ersten zwei Bezirke ausgezählt waren. Kritisch wurde dort besonders der Anteil der AfD beobachtet. Ein Raunen ging durch den Saal, als klar war, dass die Partei in der Gemeinde mehr als sieben Prozent erreicht hatte. CDU und SPD haben bei der Kreistagswahl 7,9 und 4,3 Prozent verloren und kamen auf 36,3 und 27,9 Prozent, Grüne und FDP gewannen in Bad Rothenfelde und erreichten 16,8 sowie 6,5 Prozent bei der Kreiswahl.

Gegen 21.30 Uhr stand dann auch das Ergebnis der Gemeinderatswahl fest: Die CDU stellt mit 48,39 Prozent künftig neun der 20 Ratsmitglieder. Bei der Kommunalwahl 2011 erreichte die Partei 49,3 Prozent und konnte zehn Mitglieder in den Rat entsenden. „Wir haben damit gerechnet, dass das Ergebnis schlechter ausfällt“, sagt Vorsitzende Thelse Godewerth, „doch wir sind sehr zufrieden. Das Ergebnis geht gegen den Bundestrend.“

Zwiegespalten beim Ergebnis

Jens Brinkmann, der Vorsitzende der SPD, die 26,66 Prozent erreichte und fünf Mitglieder in den Rat entsendet, deutete das Ergebnis positiv und negativ. „Ich sehe es zwiegespalten: Mit Rainer Spiering haben wir einen Stimmmagneten verloren. Trotzdem ist das Ergebnis aller Ehren wert, denn wir sind nur mit zwei Mitgliedern der jetzigen Fraktion angetreten“, sagte Brinkmann. Traurig sei aber auch die Wahlbeteiligung, die mit 52,5 Prozent nicht deutlich über der Beteiligung von 2011 lag. Damals hatten 49,7 Prozent gewählt.

Gute Stimmung herrschte bei den Grünen, die mit 18,7 Prozent ein Mandat hinzugewannen und nun mit vier Mitgliedern im Rat vertreten sind.

Enttäuscht äußerte sich hingegen Martin Diekamp, der als einziger FDP-Kandidat im Rat sitzt. „Wir hätten uns schon einen Fraktionsstatus gewünscht“, sagt er.

Günter Striedelmeyer, der als einzelner Bewerber angetreten ist und ebenfalls ein Mandat erhält, kündigte an „sich nicht alles gefallen lassen“ zu wollen und die Konzepte der Parteien zu hinterfragen. Alle Parteien betonten die Hoffnung, an die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre anknüpfen zu können.


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