15.07.2011, 09:29 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Erster Spatenstich mit McAllister? Bad Rothenfelde auf dem Weg zur Gesundheitstherme


Bad Rothenfelde. Noch ist der Grundstein nicht gelegt, aber Anerkennung von höchster Stelle für die Gesundheitstherme gibt es schon jetzt: Als „Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft für die ganze Region“ hat Ministerpräsident David McAllister beim niedersächsischen Tourismustag in Goslar die neue Therme hervorgehoben. Das hat Bürgermeister Klaus Rehkämper natürlich besonders gefreut. Sein Wunsch: Der Ministerpräsident möge im Herbst den ersten Spatenstich vollziehen und sich dabei gleich vor Ort von der Ausstrahlung des Projektes überzeugen.

Genau am Tag des Sommeranfangs ist die Großbaustelle eingerichtet und mit den Abriss- und Erdarbeiten offiziell begonnen worden. Ein Bauzaun riegelt das Gelände zwischen Frankfurter Straße, Kurmittelhaus, Klinik im Kurpark und Freibad vor ungebetenen Besuchern ab: „Neugierige Blicke durch den Zaun sind natürlich erwünscht“, sagte Rehkämper mit Blick auf die große Erwartungshaltung der Bürger, Klinikpatienten und Gäste, die das Geschehen interessiert verfolgen.

Abrissbagger

Es gibt ja auch schon eine Menge zu sehen: In den nächsten zwei bis drei Monaten werden rund 18000 Kubikmeter Erde bewegt, wobei bis zu 1000 Lkw das nicht mehr benötigte Material abtransportieren. Parallel dazu wird das Hallenbadgebäude entkernt, bevor es dem Bagger zum Opfer fällt. Ende September sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein.

Als Baubeginn für die Therme ist Anfang Oktober anvisiert mit dem Ziel, dass die Sohle für den Neubau bereits vor Beginn einer möglichen Frostperiode im November gegossen ist: „Die Bodenplatte muss vor dem Frost fertig sein, das ist für den weiteren Baufortschritt von großer Bedeutung“, unterstrich Rehkämper.

Der Bau wird komplett unterkellert. Ist die Sohle erst einmal gegossen, schließt sich unmittelbar ein optisches Highlight an: Das Gerüst für die 15,30 Meter hohe Glaskuppel wird schon früh aufgestellt: „Die Kuppel mit ihren gewaltigen Säulen wird ein städtebaulicher Hingucker“, sagt der Bürgermeister voraus.

Zwei Jahre Bauzeit

Die gesamte Bauzeit wird knapp zwei Jahre betragen, sodass das „Leuchtturmprojekt“ wie geplant Mitte 2013 eröffnet werden kann. Badevergnügen pur auf drei Etagen: Darauf dürfen sich die Wasserratten, Saunagänger und Wellnessfans freuen. Mit großzügigen Glasfassaden, Naturstein und der weithin sichtbaren Glaskuppel setzen die Therme städtebauliche Akzente.

Auf der Badeebene im Erdgeschoss bilden drei Hauptbecken den Schwerpunkt, wobei das 300 Quadratmeter große Außenbecken mit 32 Grad in dreiprozentiger Sole auch bei kühlen Temperaturen lockt. Ein Strömungskreislauf und Unterwasserdüsen sind im Außenbecken ebenso angeordnet wie die Welle.

Die Beckenlandschaft auf gleicher Ebene im Erdgeschoss hat sich gegenüber dem ursprünglichen Entwurf verfeinert: Das 28 Grad warme Sportbecken mit einer Fläche von 20 mal zehn Metern und das mit 32 Grad temperierte Wellnessbecken wurden in der Anordnung getauscht: „Und zwar mit dem positiven Effekt, dass sich das Wellnessbecken jetzt unter der Glaskuppel befindet“, äußerte sich der Bürgermeister. Des Weiteren sind auf dieser Ebene mehrere kleinere Kneippbecken mit kaltem oder warmem Wasser zu finden, ein paar Meter weiter ein Whirlpool und natürlich Liegestühle zum Relaxen.

Wohlfühlangebot

Im ersten Obergeschoss verwöhnen zahlreiche Wellness- und Gesundheitsangebote mit den Heilmitteln des Ortes die Besucher. Ob Hammam, Heißluft oder HotStone-Massage: Das Spektrum des Wohlfühlangebotes ist breit gefächert, auch an einen großzügigen Ruhebereich ist gedacht.

Auf dieser Ebene ist auch die Gastronomie untergebracht, die sowohl von den Besuchern der Therme wie auch von externen Gästen aufgesucht werden kann. Zu erreichen ist die Gastronomie über einen separaten Eingang. Dafür wird ein Glastreppenhaus mit Fahrstuhl gebaut, der bis zur obersten Ebene führt.

Als Saunalandschaft ist die dritte Ebene konzipiert, wobei fünf verschiedene Saunen – vier im Innen- und eine im Außenbereich – für einen entspannten Aufenthalt mit Blick ins Grüne sorgen. Kalt- und Tauchbecken sowie ein 28 Grad warmes Vitalbecken setzen zusätzliche Akzente. Clou in dieser Etage ist eine große Dachterrasse.

Zu den Kosten: Der mit der Bietergemeinschaft Carpesol vereinbarte Festpreis von 18,5 Millionen Euro soll nicht überschritten werden, untermauerte Klaus Rehkämper. Das Geschäftsmodell der Public-private-Partnership (PPP) sei zwar kompliziert und berge gewisse Risiken, es sei aber von den übergeordneten Stellen wie Landkreis und der N-Bank eingehend geprüft und genehmigt worden.

An den 18,5 Millionen beteiligt sich das Land mit einem Anteil von knapp 6,5 Millionen Euro aus Wirtschaftsfördermitteln, während der Landkreis laut Kreistagsbeschluss einen Zuschuss von zwei Millionen Euro zugesichert hat. Die Gemeinde und der Kurbetrieb steuern einen Eigenanteil von 500000 Euro hinzu.

Finanzlücke

Bleibt eine Lücke von 9,5 Millionen Euro, die mit Fremdkapital geschlossen werden muss. Über einen jährlich vereinbarten Pachtzins mit der Bietergemeinschaft, der auf 25 Jahre festgeschrieben ist, soll dieses Geld aufgebracht werden: „Das Modell ist vom Landkreis und vom Land auf Herz und Nieren geprüft, und vor allem gibt es Planungssicherheit, unterm Strich eine verantwortbare Finanzierung“, betonte der Bürgermeister.

Insgesamt verschiebt sich der Neubau im Vergleich zum alten Wellenbad in Richtung Freibad und Klinik im Kurpark. Diese soll mit einer unterirdischen fußläufigen Verbindung an die Therme angedockt werden.

Durch die Verschiebung des Baukörpers entsteht in Richtung Frankfurter Straße und Sparkasse eine Freifläche. Hier könnte später einmal bei Bedarf ein Hotel entstehen. Das Areal wäre verfügbar.

Nun wartet Bad Rothenfelde erst einmal auf den ersten Spatenstich. Bleibt die spannende Frage, ob McAllister wohl dabei ist.


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