25.11.2016, 18:12 Uhr

Rat einstimmig dafür Glatter Durchmarsch für Bad Iburger Laga-Planung

Die Laga 2018 nimmt Gestalt an: Auf dem Vorentwurf ist das dreigeteilte Veranstaltungsgelände in Bad Iburg farbig eingerahmt. Quelle: A24 Landschaft Landschaftsarchitektur/Stadt Bad IburgDie Laga 2018 nimmt Gestalt an: Auf dem Vorentwurf ist das dreigeteilte Veranstaltungsgelände in Bad Iburg farbig eingerahmt. Quelle: A24 Landschaft Landschaftsarchitektur/Stadt Bad Iburg

Bad Iburg. Viel Lob gab es für die Vorentwürfe der Freianlagen der Landesgartenschau, die Planer Achim Naundorf am Donnerstagabend in einer außerplanmäßigen Ratssitzung vorstellte. Am Ende der Sitzung war klar: Die Stimmung ist gut. Nicht für alle schönen Ideen ist Geld da. Und: Jetzt wird auf die Tube gedrückt.

Das Puzzle der hübschen Iburger Ecken soll zu einem vollständigen Bild werden. Roter Faden ist die Parkanlage, die sich von der Innenstadt über den Kneipperlebnispark über den Charlottenseepark bis zum Gesundheitszentrum erstreckt. „Sie sollen von der Stadt bis in den Waldkurpark gezogen werden“, so Naundorf. Und umgekehrt. Die anstehenden Projekte bilden zusammen mit den realisierten Arbeiten an der B 51, dem Bau des Kneipperlebnisparks und den Sanierungsmaßnahmen am Schlossberg die Grundlage der Laga, so der Planer vom Büro A24.

An der Kostenschraube gedreht

„Wir haben hart gearbeitet und lange an der Kostenschraube gedreht“, betonte Bürgermeisterin Annette Niermann. „Wir sind stolz darauf, nun einen Entwurf vorlegen zu können, der neue Strukturen abbildet, die auf Dauer funktionieren, und trotzdem eine Punktlandung beim Kostenrahmen erreicht, den uns die Bürger gesetzt haben.“

Ein Schwerpunkt der Planungen ruht auf dem Waldkurpark, „einem verwunschenen Ort“, so Naundorf. Am ersten Waldsee beginnen Blütenterrassen über dem Holzsteg mit Aussicht auf die Seen. Die Terrassen ziehen sich bis zum Jagdschlösschen. Hier sollen die Besucher in zwei Jahren in einem Blütenmeer sitzen. Das Waldwegesystem wird in Abstimmung mit Forstbehörden und Stadtverwaltung aufgeräumt, im Moment führen hier viele Wege nach Bad Iburg, zu viele, für die Forsten ist die Verkehrssicherung der Flächen aufwendig. Der Hauptweg soll so barrierefrei wie möglich gestaltet werden. 100-prozentig wird das nicht gelingen: Das Gelände hat bis zu sechs Prozent Steigung. Am unteren See entsteht ein großer Spielplatz, berichtete Naundorf. Prompte Reaktion von Rat und Gästen: Beifall.

Waldinformations-Rundgang

Dass im Waldkurpark viel passieren wird, kündigte Anne-Christin Zurlutter von der Stadt an: Am Eingang der Seen müssen zahlreiche Bäume gefällt werden. Das soll in aller Öffentlichkeit geschehen – und besprochen werden. Die Stadt lädt am Freitag, 2. Dezember, um 14 Uhr zum Waldinformations-Rundgang mit den Niedersächsischen Landesforsten an die Philipp-Sigismund-Allee ein.

„Die Verabschiedung der investiven Baumaßnahmen ist ein wichtiger Schritt“, freute sich FDP-Fraktionssprecher Matthias Seestern-Pauly nach dem einstimmigen Votum – bei einer Enthaltung. „Endlich geht es an die Ausschreibung von Gewerken.“ Die FDP wolle aber nicht nur jubeln, sondern das Projekt kritisch begleiten. Deshalb habe sich die Fraktion drei Fragen gestellt: Erreichen wir unsere städtebaulichen Ziele? Bleiben wir im Kostenplan? Passt die Laga zu Iburg? Die Antworten: Dreimal Ja. Der Waldkurpark sei in die Jahre gekommen, höchste Zeit, ihn zu modernisieren. Bei den Kosten sei eine Punktlandung zu erwarten: Die Planungen summieren sich auf 3,58 Millionen Euro, 1,1 Millionen fließen der Stadt als Fördergelder zu. „Diese Mittel hätten wir sonst nicht erhalten“, so Seestern-Pauly. Und ja, diese Laga passe zu Bad Iburg, sie greife die Topografie auf und stelle Kneipp in den Vordergrund.

Investition in die Zukunft

Positive Signale sendete auch die SPD-Fraktion. „Das sind Investitionen in die Zukunft Bad Iburgs“, sagte Hannes Geesen. „ Auf geht‘s zur Laga 2018 “.

Begeisterung zeigte auch Daniel Schneider von den Grünen: „Mit ihrer Entscheidung für die Laga haben die Bürger gut gewählt für unsere Stadt. Das sind nachhaltige Maßnahmen.“

Er allein sei wohl für das Wasser im Wein zuständig, mutmaßte dagegen Bernhard Heringhaus von der WBG. „Projekte auszuschreiben ist keine Kunst. Die Planung einzuhalten ist die Herausforderung.“ Deshalb gebe es noch keinerlei Veranlassung für Jubel.

Auch aus dem Publikum wurde kritisch nachgefragt: Wo denn die die Wegeschleifen geblieben seien, Fitness-Loop, Wander-Loop, Natur-Loop und Garten-Loop. „Dafür haben wir im Moment nicht die Mittel“, antwortete Niermann. Die Idee aber bleibe und könne vielleicht mithilfe von Sponsoren realisiert werden.

Großer Tag für Niermann

Für Annette Niermann war die Verabschiedung der Planung ein großer Tag. „Seit meinem Amtsantritt bin ich mit den Hochs und Tiefs der Laga beschäftigt.“ Nun habe man lange an der Kostenschraube gedreht, „und ich kann kaum glauben, dass der Plan jetzt verabschiedet ist. Ich danke allen, die so lange durchgehalten haben“.

Und es gab noch eine Überraschung: Die WBG nimmt mit Heringhaus nun doch einen Sitz im Aufsichtsrat der Landesgartenschau-Gesellschaft ein . Ursprünglich hatte die Wählergemeinschaft die Mitarbeit mit der Begründung abgelehnt, das Gremium habe zu viele Aufgaben und Kompetenzen, die Geschäftsführung zu wenige.


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