21.05.2015, 06:13 Uhr

Verbots-Schilder am Dörenberg Aus für Downhill-Biker in Bad Iburg


Bad Iburg. Die Gefahren und Schäden sind zu groß, als dass die Betroffenen noch länger zuschauen können: Der Landkreis Osnabrück, das Niedersächsische Forstamt und die privaten Waldbesitzer sehen sich gezwungen, gegen die ständig wachsende Zahl risikobereiter Downhill-Radfahrer vorzugehen.

Die machen beispielsweise den Dörenberg, aber auch andere Wälder in der Region unsicher, indem sie sich abseits der Wege illegal sogenannte Trails mit Sprungschanzen, Pistenüberhöhungen und anderen Hindernissen ausbauen und auf ihnen in halsbrecherischem Tempo zu Tal fahren, dabei auch Wanderwege in rasendem Tempo kreuzend. Die Szene expandiert beständig, inzwischen reisen Downhiller auch aus den Niederlanden, dem Ruhrgebiet und Hamburg an.

Gesetzliches Verbot

„Das Radfahren abseits fester Waldwege ist nach §25 des Niedersächsischen Waldgesetzes nicht zulässig“, stellte Förster Rainer Städing, regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, auf einer Pressekonferenz am Fuße des Dörenbergs fest. Zudem griffen die Biker in fremdes Eigentum ein, indem sie eigenmächtig Erdbewegungen vornähmen, Äste oder Bäume absägten und Holzbefestigungen anlegten. Diese Eingriffe könnten unter anderem aus haftungsrechtlichen Gründen nicht geduldet und auch aus ökologischer Sicht nicht gutgeheißen werden, unterstrich Städing. Die Downhill-Biker gefährdeten sich selbst und andere, zum Beispiel Wanderer, Reiter und Waldarbeiter, betonte Forstamtsleiter Ulrich Zeigermann.

Mehr als 100 illegale Rennstrecken

Für die privaten Waldbesitzer forderte Johannes Meyer zum Alten Borgloh, Vorsitzender der Waldschutzgenossenschaft Osnabrück-Süd und des Kreisforstverbandes, die Einhaltung der Gesetzeslage. „Wir Waldbesitzer öffnen unser Eigentum gern für Erholungssuchende, die sich vernünftig verhalten.“ Aber mehr als 100 illegale Rennstrecken, auf denen Vegetation und Boden zerstört und ausgewaschen würden, mangelnde Rücksicht auf Setzzeiten des Wildes, Fahren bei Nacht und andere Rücksichtslosigkeiten wolle man nicht länger hinnehmen: „Wir beginnen, diesem Tun ein Ende zu setzen.“

Verbotsschilder eingesetzt

Deshalb werden jetzt die Waldeingänge am Dörenberg mit entsprechenden Hinweisschildern, die Abfahrtstrecken mit Verbotsschildern und Absperrband markiert. Nach einer gewissen Vorwarnzeit werden Sprungschanzen und andere künstliche Einrichtungen eingeebnet. Eine anstehende Durchforstung des Dörenbergs mit Holzerntemaschinen in diesem Jahr wird zum Rückbau der Abfahrten beitragen. Sollten widerrechtlich neue Trails angelegt werden, behält sich der Landkreis in Zusammenarbeit mit der Polizei Überwachungsmaßnahmen vor.

Lösungen gesucht

Alle Beteiligten betonen, dass rücksichtsvolle Radfahrer und Mountainbiker auf festen Wegen weiterhin gern gesehene Gäste in den Wäldern seien. Und sollten sich doch noch Träger für offizielle Downhill-Strecken finden oder Downhill-Biker sich zusammenschließen, um die Trägerschaft inklusive der notwendigen Unterhaltungs- und Haftungspflichten für einen Parcours zu übernehmen, so wie am Piesberg geschehen, seien Landkreis, Forstamt und Waldbesitzer gern bereit, über Lösungen zu verhandeln.

Bei Verbotsschildern am Dörenberg könnte es nach Aussage von Henning Müller-Detert unter Umständen nicht bleiben. Der Schwerpunkt liege zwar aktuell dort, es könnten aber weitere Schilder aufgestellt werden, wo Bedarf ermittelt werde, so der Landkreis-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Mögliche weitere Orte liegen demnach beispielsweise im Hüggel oder im Wiehengebirge. „Es gilt aber auch wie in Bad Iburg: Wünschenswert wären offizielle Rundkurse, um nicht nur mit Verboten zu kommen“, sagt Müller-Detert.


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