28.11.2016, 12:50 Uhr

Urlaub im Tramuntana Gebirge Verschönerungsverein Lintorf wandert auf Mallorca


Lintorf. 23 Mitglieder des Verschönerungsvereins Lintorf sind nach Mallorca geflogen, aber nicht um am Strand zu liegen. Stattdessen ging es eine Woche in einen erlebnisreichen Wanderurlaub im Tramuntana Gebirge. Eine Tour, mit atemberaubenden Aussichten, leckerem Essen und tückischen Hindernissen.

Vereinsmitglied Werner Beckmann berichtet von der Reise:

Bis zur Gepäckaufgabe am Flughafen war zunächst alles in Ordnung: Der Flug wurde verschoben, annulliert und schließlich umgebucht, sodass die Gruppe mit zwölf Stunden Verspätung startete und erst gegen 3.30 Uhr im Hotel war. Flughafen statt Mittelmeer, eine nervenaufreibend lange Anreise. Das Hotel Linda Playa liegt in Paguera. Der Ort war der ideale Ausgangspunkt für die Wanderungen, aber genauso geeignet zum Schwimmen, Sonnen oder Shoppen.

Geschichten, die in keinem Reiseführer zu finden sind

Wanderführerin Anita, begleitete die Truppe mit dem Bus zum Startpunkt der ersten Wanderung nach S’Arraco. Anita erklärte das Land und die Menschen Mallorcas und erzählte Geschichten, die in keinem Reiseführer zu finden sind. Die Wanderung führte zur Torre de Cala en Basset, die Ruine eines Leuchtturms. Sie bot Blick auf die Pirateninsel La Dragonera (die Dracheninsel), auf der tausende balearische Eidechsen leben. Über einen Piratenpfad entlang der Küste ging es weiter nach Sant Elm. Mit seinen Kletterpassagen ein beschwerlicher Pfad, bei dem Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt waren.

Die nächste Tour führte über Port de Soller zum Künstlerdorf Deià, ein kleiner verträumter Ort, an dem sich viele Künstler zurückgezogen haben. Der Weg bot atemberaubende Aussicht auf das Mittelmeer, die Olivenplantagen, Orangen- und Zitronenbäume sowie auf die kleinen Buchten der Westküste. Für den dritten Wandertag ging es zur Halbinsel La Victoria. Von Cielo de Bonaire aus bestieg die Gruppe in zwei Stunden den 445 Meter hohen Talaia de la Victoria. Der Blick über die Bucht von Alcudia und Polenca war die Belohnung.

Über Mauern und Zäune

Wegen Regen und Nebel musste eine Hochgebirgstour abgesagt werden. Doch im Westen war das Wetter gut und so führte die vierte Wanderung von Estellencs vorbei an der Finca pública de Planícia nach Banyalbufar. Zwischen den Besitzern der Grundstücke, über die der Wanderweg verläuft, gibt es regelmäßig Streitereien. Manche sperren dann den Wanderweg, sodass nichts anderes übrig bleibt, als über hohe Steinmauern und Zäune zu klettern.

Ein besonderes Highlight bei Banyalbufar war das maurische Bewässerungssystem: Rund 2000 schmale Terrassen staffeln sich entlang des Berghangs um den Ort. Aus gefassten Quellen in den Bergen wird das Wasser über offene Kanäle in die großen Becken geleitet. Von dort versorgen kleinere Kanäle die Felder auf den Terrassen. Weiter unten liegenden Zisternen. Parallel zu den Kanälen ging es ständig bergab, bis in den kleinen idyllischen Ort.

Vernebelte Aussichten

Die letzte Wanderung, zum geschichtsträchtigen Castell d’Alarö auf dem Puig d’Alarö gehört zu den klassischen Wanderrouten Mallorcas. Der markante und bei Wanderern sehr beliebte Tafelberg Puig d’Alarö (825 Meter) und sein Gegenüber Puig d’Alcadena (817 Meter) bestimmen weithin die Landschaft. Erstes Etappenziel war das Castell d’Alarö, einstiges Bollwerk der Mauren. Nebel verhinderte die Sicht vom Aussichtspunkt der groß angelegten Burgruine auf die Gipfel der Tramuntana, zur Halbinsel La Victoria und zum Cap Ferrutx.

Im Bauernhof Es Verger war Zeit für eine Einkehr. Im riesigen Steinofen gart die wahrscheinlich leckerste Lammschulter Mallorcas. Nach Lamm, Hauswein und dem Spezial-Punsch Cremadillo musste zum Abschluss der Wanderung noch einen einstündigen Abstieg bewältigen. Bei leckerem Sangria musste die Gruppe am Abend feststellen: Die Wanderwoche war zu kurz, es gibt noch so viele verschlungene Pfade, die gelaufen werden wollen.

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