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Warum Pfifferlinge aus dem Supermarkt gesünder sind
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 06. November 2000 00:00 Uhr


Warum Pfifferlinge aus dem Supermarkt gesünder sind

Tecklenburger Land (cl)
Es könnte so schön sein. Erst eine romantische Pilzsuche, dann im Anschluss ein Festmenü aus der Pfanne. Aber das gibt es wohl nicht mehr. Jedenfalls sagt das Siegmar Birken, der „Pilzpapst“ oder kurz „PP“ aus Ibbenbüren. Denn wer Champignons oder Pfifferlinge zum Abendbrot essen möchte, sollte besser in den Supermarkt gehen. Nur wer Mykologie sein Hobby nennt, ist bei den Pilzen im Wald noch richtig: „Man muss sie als schöne Geschöpfe der Natur betrachten.“

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Die Bestände an Champignons und Pfifferlingen sind aber nicht nur in den Wäldern im Tecklenburger Land stark rückläufig. „Wer eine Familie satt bekommen will, muss ganz schön lange suchen“, sagt Birken. Das hänge vor allem mit der Umweltverschmutzung zusammen. Die Landwirtschaft dünge zu stark die Felder, der Stickstoffanteil in der Luft sei zu hoch. Und essbare Pilze in der Nähe von Straßen und Industrie sollten schon gar nicht verzehrt werden.

Auch wenn es paradox klingen mag, die gezüchteten Pilze im Supermarkt sollen im Zweifelsfall sogar gesünder sein als die aus dem Wald. Aber das größte Problem bei der Pilzsuche ist die Frage, was für ein Geschöpf der Finder in der Hand hält. Birken, Mitglied des botanischen Arbeitskreises der biologischen Station Metelen, hat einen Korb voller Raritäten mitgebracht. Leicht wie eine Feder fühlt sich etwa der „Hasenbovist“ an. Blauviolett verfärbt sich die „Hexenröhre“, sobald der Pilz in zwei Hälften geschnitten wird. Die „Nebelkappe“ soll nicht besonders schmecken, und der „Kahle Krempling“ – auch keine Delikatesse – kommt zwar in Schlesien und Ostpreußen auf den Tisch. In Deutschland gilt er hingegen als giftig, da der Pilz noch bis zu 25 Jahre nach seinem Verzehr Allergien auslösen kann. Wildschweine mögen den Knollenblätterpilz, für Menschen kann der Genuss tödlich enden.

In solchen Notfällen wird häufig Siegmar Birken gerufen. Der 56-Jährige ist nämlich nicht nur Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, sondern auch offizieller Pilzberater. Krankenhäuser rufen ihn an, um zu erfahren, um welche Pilzvergiftung es sich handeln könnte. Aber auch zu Mietstreitigkeiten wurde er schon als Gutachter eingeschaltet, wenn im Keller der „Hausschwamm“ wuchert. Als Kind war der heute 56-jährige Experte bereits mit seiner Mutter im Bayrischen Wald auf Pilzsuche. Körbeweise hatten sie damals die Delikatessen gesammelt und auf dem Wochenmarkt für 15 Pfennig das Kilo verkauft. „Die Zeiten sind leider vorbei“, sagt Birken.  Mehr Lokales

 

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