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Varusschlacht: Landkreis Osnabrück setzt Rotstift an
Bramsche. Die Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH muss ab 2013 möglicherweise mit einem um 100000 Euro reduzierten Zuschuss rechnen. Eine solche Kürzung könne nicht ohne eine Angebotskürzung umgesetzt werden, stellt Varusschlacht-Geschäftsführer Joseph Rottmann im Politik-Talk unserer Zeitung fest.
Die weitere Finanzierung der Varusschlacht steht am Montag im Kreistag zur Diskussion. Nach einer Beschlussvorlage soll der Zuschuss des Landkreises Osnabrück aufgrund möglicher Ertragssteigerungspotenziale sukzessive zurückgeführt werden. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Reduzierung im Gleichklang mit der Stiftung der Sparkassen einhergehen werde. Die durch den Landkreis angestrebte Einsparung um 50000 Euro jährlich werde sich verdoppeln. Im Klartext: Der Landkreis und die Stiftung wollen ab 2013 jeweils anstatt 600000 nur noch 550000 Euro jährlich zahlen.
Die erwähnten Ertragssteigerungspotenziale gehen aus einem ausführlichen Gutachten des Unternehmens „John. Die Beratung für Museen und Kultur“ hervor. Die Experten kommen unter anderem auch zu dem Ergebnis, „dass es sich beim Museum Varusschlacht um einen durchweg professionell und ambitioniert gemanagten Kulturbetrieb handelt“. Auf den analysierten und bewerteten Aufgaben- und Handlungsfeldern museumsspezifischer Art brauche das Haus kaum einen Vergleich mit den Besten der archäologischen Branche zu scheuen.
Und Geschäftsführer Rottmann? Der zeigt sich im Politik-Talk für neue Ideen und Wege zu Ertragssteigerungen offen, aber: „Nach meiner Auffassung sind entsprechende Ertragssteigerungen nicht möglich.“ Selbstverständlich würden, wie im Gutachten angeregt, ab 2013 die Eintritts- und Führungsentgelte erhöht, das sei aber auch nur im moderaten Umfang möglich. „Ich warne davor, diese Schraube anzudrehen, weil dann Kultur für alle nicht mehr bezahlbar ist.“ Auch in den Bereichen Museumsshop, Tagungen/Seminare, Veranstaltungen sowie Restaurierungen für Dritte seien Mehreinnahmen möglich, aber eben nicht in den prognostizierten Höhen von 150000 bis 200000 Euro, sondern eher im Bereich zwischen 30000 und 45000 Euro.
„Eine Kürzung des Zuschusses würde bedeuten, dass wir Angebotskürzungen prüfen müssen“, so Rottmann weiter. Großveranstaltungen wie die Römer- und Germanentage oder das Oster-Leuchten seien dann möglicherweise nicht mehr möglich. Ebenso sei fraglich, ob dann die Öffnungszeiten wie bisher oder die Angebote für die Schulen entsprechend aufrechterhalten werden könnten. „Im Ergebnis bekommen wir einen Ausgleich nur dann hin, wenn wir Angebote herunterfahren.“ Insofern könne er nur an den Kreistag appellieren, vor einer Entscheidung die Aspekte genau abzuwägen, zumal das Gutachten ja auch belege, dass auf der Einnahmenseite bereits überdurchschnittlich hohe Mittel eingeworben worden seien.
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