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Verein „Saubere Energie für Bissendorf“ setzt sich für Gründung einer Genossenschaft ein
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Autor: Sandra Dorn 15. August 2012 19:04 Uhr  Mehr Artikel von dieser Autorin

Eigene Energieversorgung

Verein „Saubere Energie für Bissendorf“ setzt sich für Gründung einer Genossenschaft ein

Bissendorf. Sie wollen die Energieversorgung der Gemeinde in die Hand der Bissendorfer legen. Mit diesem Ziel hatte eine kleine Gruppe um Gerd Hündorf vor einem Jahr den Verein „Saubere Energie für Bissendorf“ gegründet. Zehn Mitglieder waren sie damals, nun sind sie 70.

 
Fotovoltaik auf dem Dach und Windräder in der Landschaft: Mehr Energiemix in Bissendorf wünschen sich (von links): Ulrich Markert, Jutta Kruse, Stefan Heckmann, Stefan Witt und Gerd Hündorf. Foto: Uwe Lewandowski  Vergrößern

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Es begann mit der Frage, wie viele Windräder die Gemeinde Bissendorf wohl bräuchte, um ihren Energiebedarf selbst zu decken. Als die Gründungsmitglieder des Vereins diese Frage einigen Bissendorfern stellten, schwankten die Antworten zwischen 40 und 200. Es seien vier bis sechs, sagt Vereinsmitglied Stefan Witt.

Genossenschaft

Er und seine Mitstreiter wollen aufklären und informieren – alles, um vor allem ein Ziel zu erreichen: die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft. Denn 2014 läuft der Konzessionsvertrag der Gemeinde Bissendorf mit dem Energieversorger RWE aus. „Der Vertrag müsste bis Ende dieses Jahres gekündigt werden“, sagt der Vereinsvorsitzende Hündorf. „Für uns ist aber eigentlich klar, dass das geschieht.“

Stefan Heckmann erklärt, wie er und seine Mitstreiter sich die künftige Energieversorgung in Bissendorf vorstellen könnten: in Form einer GmbH, in der die Gemeinde Bissendorf einen Partner mit ins Boot holt, zum Beispiel die RWE oder die TEN. Das sei allein schon aus finanziellen Gründen sinnvoll. Ein dritter Partner könnte dann eine Bürgergenossenschaft sein, erklärt Heckmann. „Das stärkt auch die Gemeinschaft vor Ort“, sagt Vereinsmitglied Jutta Kruse.

Akzeptanz ist das eine, Wertschöpfung das andere: „Wir würden damit ja auch Geld verdienen. Das könnte ein Vorteil für die Bürger sein“, sagt Heckmann. Und: „Vielleicht könnten wir mit den Verdiensten auch neue Energieprojekte anschieben.“

Deshalb setzt der Verein auf Information. In Arbeitsgruppen zu den Themen Biomasse, Windkraft, Fotovoltaik, Energiesparen und eben Rekommunalisierung versuchen die Mitglieder, sich Fachwissen anzueignen. „Es ist ein Erfolg, dass wir inzwischen auch im Rat als kompetent wahrgenommen und gefragt werden“, sagt Hündorf. Regelmäßig organisiert die Gruppe zudem Vorträge.

Skeptisch steht die Gruppe den Plänen des Landkreises gegenüber. Dessen Energiekonzept erschwere den Bau von Windrädern in Bissendorf, betonen die Mitglieder. Der Landkreis favorisiert nämlich Flächen für Windparks ab 20 Hektar – mit zwei Kilometern Abstand zueinander. „Solche Flächen haben wir in Bissendorf einfach nicht“, sagt Hündorf. Dass der Landkreis nun eine Energieholding gründen wolle, sieht er ebenfalls skeptisch. „Die Informationen sind noch viel zu dürftig“, beklagt Hündorf. „Wir befürchten, dass das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinde durch eine solche Holding eingeschränkt wird.“

Der Verein will nun erst einmal weiter für seine Ideen werben. Nächste Gelegenheit ist die Einweihung seines neuen Vereinsheimes am Samstag, 18. August, in der alten Fassfabrik (auf dem Busch 2). Wer sich ein Bild von dem Verein machen will, kann dies ab 18 Uhr. Und danach soll jeden zweiten Freitag im Monat ein lockeres Vereinstreffen stattfinden.



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