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Zum siebten Mal internationales Sommerlager am Augustaschacht
Hasbergen. Jugendliche aus verschiedenen Ländern arbeiten archäologisch rund um die Gedenkstätte Augustaschacht in Ohrbeck. Sie graben, legen Mauern frei, sammeln und reinigen ihre Fundstücke. Dazwischen steht André Schmalkuche von der Archäologischen Denkmalpflege und Kreisarchäologie in Stadt und Landkreis Osnabrück, der die Gruppe wissenschaftlich begleitet: „Es ist wirklich toll, was die jungen Leute hier in zwei Wochen geschafft haben.“
Eine Szene aus dem internationalen Sommerlager, das von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zum siebten Mal in Kooperation mit der Gedenkstätte Augustaschacht veranstaltet wurde. Seit 2006 waren in dem Sommerlager Jugendliche aus 19 Nationen in Ohrbeck und halfen bei der Sanierung der Gedenkstätte, unterstützten das Kunstprojekt „Die Zukunft tragen“ und beteiligen sich seit 2009 an der archäologischen Arbeit unter Leitung der Kreisarchäologie.
Augustaschacht-Geschäftsführer Michael Gander sieht die Besonderheit dieses Projektes einerseits im interkulturellen Austausch, andererseits so, dass junge Leute aus verschiedenen Ländern am Augustaschacht zusammenarbeiten. „Das ist vergleichbar mit der Situation im Zweiten Weltkrieg an diesem Ort. Auch da kamen Menschen aus verschiedenen Ländern und im selben Alter wie diese Jugendlichen hier zusammen. Damals allerdings unfreiwillig, als Zwangsarbeiter und Inhaftierte der Gestapo schlimmsten Bedingungen ausgesetzt. Heute sind die Jugendlichen aus eigener Motivation hier, machen gemeinsam gute Erfahrungen und setzten damit Fundamente für die Zukunft.“ Dass sie damit freiwillig ihre Ferienzeit verbrächten, zeige, wie sehr junge Menschen auf diese Geschichte reagierten.
Acht Nationen, so viele wie noch nie, waren in diesem Jahr beim Sommerlager vertreten: Tschechien, Bulgarien, Moldawien, die Ukraine, Weißrussland, Russland, Deutschland, und zum ersten Mal war auch Frankreich mit dabei. Zu den Funden der Gruppe gehören Geschirr oder Häftlingsmarken.
Die meisten Gegenstände fanden sich beim Ausheben des 2,20 Meter tiefen Auffangbeckens und der Latrinen, denn dort hinein wurde früher alles geworfen, was nicht mehr gebraucht wurde. „Jedes Mal, wenn ein Objekt gefunden wird, sind wir unserer Ausstellung ein Stück näher“, freut sich Marie-Dominique Guyard, Vorsitzende des Vereins Gedenkstätte Augustaschacht. Der größte Teil der bisherigen Ausstellung existiere nur in Papierform. Für 2014 sei eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Gestapokeller geplant, die nur durch die Funde der Sommerlager-Teilnehmer realisiert werden kann.
Vera Khorosheva aus Russland wurde von ASF für das Projekt als Teamerin ausgewählt. Neben der praktischen Arbeit gab es ein vielfältiges kulturelles Programm, durch das sie die Jugendlichen begleitete. Besonders beeindruckende Erlebnisse für die Gruppe seien der Besuch des Judendurchgangslagers Westerbork in den Niederlanden und ein Zeitzeugengespräch mit drei Osnabrückern gewesen, die als Juden in der Sowjetunion den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung überlebt hatten.
Gefördert wird das internationale Sommerlager vom Landschaftsverband Osnabrücker Land, dem Haus Ohrbeck, der MBN Bau AG und von Prior & Peußner. Viele Vereinsmitglieder der Gedenkstätte Augustaschacht unterstützen die Sommerlager, indem sie zum Beispiel die Jugendlichen zu ihren kulturellen Ausflugsorten fahren.
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