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Osnabrücker Mordopfer schon 2008 in Schießerei verwickelt
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Machtkampf im Drogenmilieu?

Osnabrücker Mordopfer schon 2008 in Schießerei verwickelt

Osnabrück. Ein 38-jähriger Mann ist am Freitagmorgen in Haste erschossen worden. Die Polizei hat eine 40-köpfige Mordkommission gebildet. Das Opfer war polizeilich bekannt und vor vier Jahren selbst an einer Schießerei in Haste beteiligt.

 
 
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Hier geschah der Mord: Am 13. Juli 2012 starb ein 38 Jahre alter Mann im Flur des Hauses an der Clemensstraße in Osnabrück-Haste. Er hinterließ eine Frau und eine Tochter. Foto: Michael Hehmann Wo ist die Schusswaffe? Rund um den Ort des Verbrechens suchten Polizisten nach Spuren. Foto: nwm-tv

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Polizei und Sanitäter werden um 7.19 Uhr in die Clemensstraße 23 gerufen. Die Hilfskräfte können das Leben des Opfers nicht mehr retten: Der Mann stirbt im Hausflur, wo er offensichtlich mit zwei Schüssen niedergestreckt wurde. Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

Kurze Zeit später nimmt die Spurensicherung ihre Arbeit auf. Das Dreifamilienhaus, in dem der Mord geschah, liegt in einem ruhigen Wohngebiet des Stadtteils Haste. Eine Nachbarin will „gegen halb 8“ einen Knall gehört haben und denkt im ersten Moment, eine Tür sei heftig zugeschlagen worden. Auf der Straße sind keine Neugierigen zu sehen. Viele Nachbarn haben sich noch vor Eintreffen der Polizei auf den Weg zur Arbeit gemacht und wissen noch nicht, was in ihrer Straße passiert ist. Ab und zu ist hinter Gardinen ein Gesicht zu erkennen.

Laut wird es, als die Polizei zwei vor der Tür geparkte Wagen abschleppen lässt. Bei dem Mercedes-Coupé löst das die Diebstahlsicherung aus, lautes Hupen durchbricht die Stille. Der A-Klasse-Mercedes lässt sich ohne Zwischenfälle aufladen. Beide Fahrzeuge sollen auf Spuren untersucht werden. Wem die Wagen gehören, sagt die Polizei nicht.

Von der Bramscher Straße aus quält sich das dicke Fahrzeug einer Entsorgungsfirma durch die schmale Straße, um mit einem langen Schlauch die Gullis rund um den Tatort abzusaugen – und so nach der Schusswaffe zu suchen. Die Mülleimer sind schon vorher durchforstet worden. Über Funde schweigt sich die Polizei aus.

Aus Hannover treffen Mitarbeiter der Rechtsmedizin ein. Sie werden den Toten kurz untersuchen. Ein Bestattungsunternehmen ist schon benachrichtigt. Es wird das Opfer zur Obduktion nach Oldenburg bringen. Dort soll die Untersuchung noch am Freitagnachmittag stattfinden. Auch der Staatsanwalt kommt zum Tatort.

Zurückhaltend beantwortet die Polizei Fragen nach dem Vorleben des Erschossenen. „Der Mann ist strafrechtlich schon in Erscheinung getreten“, bestätigt Pressesprecher Georg Linke auf Anfrage der Neuen OZ. Es ging dabei um eine Schießerei in Haste. Der 38-Jährige soll im Dezember 2008 an dem Geschehen in der Straße Im Hofort beteiligt gewesen sein. Damals war auf zwei Wagen und deren Insassen geschossen worden. Verletzt wurde jedoch niemand.

Aufgrund widersprüchlicher Zeugenaussagen wurden die wegen versuchten Mordes Angeklagten, darunter auch der gestern Erschossene, im Frühjahr 2010 freigesprochen. Von Machtkämpfen im Drogenmilieu war die Rede. Ob es auch jetzt darum ging? „Wir schließen das Drogenmilieu nicht aus, ermitteln aber in alle Richtungen“, sagt Linke.

Für die Mitglieder der Mordkommission geht die Arbeit am Wochenende weiter – unter anderem mit Beamten, die heute eigentlich beim Tag der Niedersachsen in Duderstadt sein wollten. Mehrere Teilnehmer der IPA-Radtour mussten wieder aus dem Sattel steigen.

Die Polizei sucht Zeugen, die am Freitag zwischen 6.45 und 7.30 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge an der Clemensstraße gesehen haben: Telefon 0541/327-2115 oder -3100.


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