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Staubhauptstadt knapp unter EU-Grenzwert
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 05. April 2004 00:00 Uhr


Staubhauptstadt knapp unter EU-Grenzwert

Die Luftqualität in Osnabrück ist im Landesvergleich mittelprächtig bis schlecht. Bei der Belastung mit dem Autoschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) hat Osnabrück den zweithöchsten Wert aller 22 Messstellen in Niedersachsen hinter Hannover. Mit 37 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft kann Osnabrück den Titel "Staubhauptstadt" beanspruchen.

 
In diesem Kasten auf dem Ziegenbrink steckt die Technik, mit der das NLÖ die Luft überwacht.  Vergrößern

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Diesen Jahresmittelwert hat das Niedersächsische Landesamt für Ökologie (NLÖ) an der Messstation Ziegenbrink festgestellt. Der Wert darf nach EU-Richtlinie die Grenze von 40 Mikrogramm nicht übersteigen. Feinstaub-Partikel transportieren Schadstoffe in die Lunge. Seit Anfang der 80er Jahre ist die Staubbelastung der Luft rückläufig. Das sei auf die fortschreitende Entstaubungstechnik der Industrie zurückzuführen, urteilt das NLÖ. In den vergangenen drei Jahren allerdings sind die Staubwerte an den meisten niedersächsischen Messstellen gestiegen, in Osnabrück besonders deutlich von 26 auf 37 Mikrogramm.

Beim Verkehrsschadstoff Stickstoffmonoxid und dem Kraftwerksabgas Schwefeldioxid erreichte Osnabrück im Jahr 2003 die im Landesvergleich dritthöchsten Jahresmittelwerte. Hier liegen alle niedersächsischen Messstellen deutlich unter den EU-Grenzwerten.

Trotz der Messergebnisse wird derzeit eine politische Diskussion um die Osnabrücker Luftqualität geführt. Anlass dazu gibt die kürzlich veröffentliche '"'Pestel-Studie'"'. Der Grünen-Ratsherr Michael Hagedorn kritisiert, dass auf Grund der Darstellung in dieser Studie Osnabrück von der Verwaltung in die Nähe eines Luftkurortes gerückt werde, der gleich nach den Ostfriesischen Inseln die zweitbeste Luft des Landes zu bieten habe. In der Studie werden tatsächlich die Osnabrücker Werte des Jahres 2002 denen der Inseln gegenübergestellt. Weitere Messstellen im Land sind aber nicht genannt.

Die Studie kommt auch zu der Interpretation: '"'Das Fortzugsmotiv mangelnde Luftgüte in Osnabrück kann nur als subjektiver Eindruck der Fortzugswilligen gewertet werden.'"' Zwar liegen keine Vergleichswerte für das Umland vor, weil das NLÖ nur in der Stadt misst. Dennoch, so die Studie, belasteten zum Beispiel die aus dem Ruhrgebiet vom Wind herangewehten Schadstoffe Stadt und Umland gleichermaßen.

Diese Theorie, so Reinhard Beyer vom NLÖ, sei in den Kommunen beliebt. In der Praxis sei aber eine aufwändige Messmethodik nötig, um hausgemachte von herangewehten Schadstoffen zu unterscheiden.  Mehr Lokales

 

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