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Tippspiel
Staubhauptstadt knapp unter EU-Grenzwert
Die Luftqualität in Osnabrück ist im Landesvergleich mittelprächtig bis schlecht. Bei der Belastung mit dem Autoschadstoff Stickstoffdioxid (NO2 ) hat Osnabrück den zweithöchsten Wert aller 22 Messstellen in Niedersachsen hinter Hannover. Mit 37 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft kann Osnabrück den Titel "Staubhauptstadt" beanspruchen.
Beim Verkehrsschadstoff Stickstoffmonoxid und dem Kraftwerksabgas Schwefeldioxid erreichte Osnabrück im Jahr 2003 die im Landesvergleich dritthöchsten Jahresmittelwerte. Hier liegen alle niedersächsischen Messstellen deutlich unter den EU-Grenzwerten.
Trotz der Messergebnisse wird derzeit eine politische Diskussion um die Osnabrücker Luftqualität geführt. Anlass dazu gibt die kürzlich veröffentliche '"'Pestel-Studie'"'. Der Grünen-Ratsherr Michael Hagedorn kritisiert, dass auf Grund der Darstellung in dieser Studie Osnabrück von der Verwaltung in die Nähe eines Luftkurortes gerückt werde, der gleich nach den Ostfriesischen Inseln die zweitbeste Luft des Landes zu bieten habe. In der Studie werden tatsächlich die Osnabrücker Werte des Jahres 2002 denen der Inseln gegenübergestellt. Weitere Messstellen im Land sind aber nicht genannt.
Die Studie kommt auch zu der Interpretation: '"'Das Fortzugsmotiv mangelnde Luftgüte in Osnabrück kann nur als subjektiver Eindruck der Fortzugswilligen gewertet werden.'"' Zwar liegen keine Vergleichswerte für das Umland vor, weil das NLÖ nur in der Stadt misst. Dennoch, so die Studie, belasteten zum Beispiel die aus dem Ruhrgebiet vom Wind herangewehten Schadstoffe Stadt und Umland gleichermaßen.
Diese Theorie, so Reinhard Beyer vom NLÖ, sei in den Kommunen beliebt. In der Praxis sei aber eine aufwändige Messmethodik nötig, um hausgemachte von herangewehten Schadstoffen zu unterscheiden.
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