·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
Wenn geistig Behinderte in Rente gehen
Osnabrück. In Deutschland erreicht erstmals eine Generation älterer Menschen mit geistiger Behinderung das Rentenalter. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Einrichtungen der Behindertenhilfe wie die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO). Einige Antworten auf die Frage, was zu tun ist und wie, geben die Resultate des dreijährigen Forschungsprojektes „Anders alt?!“ der Hochschule Osnabrück.
Was meinen die behinderten Mitarbeiter der Osnabrücker Werkstätten zum Thema? Wie stellen sie sich ihre Zukunft als Rentner vor? Was wünschen sie sich? Die Ergebnisse von Befragungen lieferten Grundlagen für die Arbeit, berichteten die Beteiligten bei der Abschlusstagung in der Hochschule, an der auch wieder behinderte Mitarbeiter teilnahmen.
Die Arbeit konzentrierte sich schließlich auf fünf Schwerpunktthemen: Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand, Arbeitsplatzanpassung, Familien, in denen erwachsene Menschen mit Behinderung leben, Gestaltung von tagesstrukturierenden Angeboten für Senioren und Demenz bei Menschen mit geistiger Behinderung.
„Menschen mit Behinderung geben ihre Arbeit nur ungern auf.“ Aufgrund dieser Erfahrung wurden Kurse für die Werkstattmitarbeiter abgehalten, in denen sie sich mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben und Perspektiven für das Rentenalter auseinandersetzen konnten. Diese Kurse laufen weiter.
Bei der Arbeitsplatzanpassung geht es darum, Arbeitnehmer nicht deshalb aus ihren vertrauten Gruppen herausnehmen zu müssen, weil altersbedingte Probleme auftreten, wenn die Augen nicht mehr so gut sind oder die Kräfte nachlassen.
Heute leben 40 Prozent der Werkstattmitarbeiter über 50 Jahre in familiären Verhältnissen, in der Regel bei den zum Teil hochbetagten Eltern. Auch wenn die Wohnberatung der HHO sich frühzeitig um andere Wohnformen bemüht, stößt sie da in ihre Grenzen, wo Eltern das Unvermeidbare, ihren eigenen Tod, verdrängen.
In dem Projekt wurden Wege erarbeitet, wie die Mitarbeiter der HHO mit diesen Eltern ins Gespräch kommen können. Das Anlegen eines „Lebensbuches“, in dem die Geschichte der Familie, ihre Leistungen, aber auch die kleinen Macken aufgeschrieben werden, kann den Mitarbeitern der Wohnheime wertvolle Aufschlüsse über den behinderten Menschen geben, wenn er schließlich in ein Wohnheim wechseln muss. Die HHO hat bei der „Aktion Mensch“ Unterstützung beantragt, um Mitarbeiter für diese besondere Aufgabe im Umgang mit den Eltern zu schulen.
Für die inzwischen mehr als 50 Rentner in der Heilpädagogischen Hilfe gibt es tagesstrukturierende Angebote an sechs Standorten, zumeist einem Wohnheim angeschlossen. Auch dort wurden die Nutzer nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. Als besonders wichtig empfänden sie es, dass auch Ältere mit einem hohen Unterstützungsbedarf weiter in ihrem vertrauten Kreis bleiben könnten.
Etwa bei Demenz. Die HHO hat das Ziel, auch demente Bewohner mit geistiger Behinderung so lange wie möglich in ihrem Zuhause zu lassen. Dazu bedarf es einer intensiven Beobachtung der Senioren auf mögliche Anzeichen von Demenz, die bei Menschen mit geistiger Behinderung in der Betreuung andere Herausforderungen an die Mitarbeiter stelle.
Die Hochschule, die bei dem Projekt mit der Leibniz-Universität Hannover zusammenarbeitete, hat sich inzwischen für ein weiteres Projekt beworben, bei dem auch die in den Osna-Techniken beschäftigten Menschen mit psychischen Störungen einbezogen werden sollen. Das abgeschlossene Projekt „Anders alt?!“ war vom Bundesministerium Bildung und Forschung mit 250000 Euro gefördert worden.
„Das diakonische Gesicht in der Stadt“
Osnabrück. Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück verabschiedete Klaus Wamhof aus seinem Amt des Vorstandsvorsitzenden der Unternehmensgruppe. Für seinen... mehr
Die Inklusion ins Rollen gebracht
Bissendorf/Georgsmarienhütte. Boulekugeln rollten durch die evangelische Kirche Achelriede. Von der Gemeinde genau beobachtet, stießen sie an, setzen... mehr
Wallenhorst: Spende ermöglicht zwölf Behinderten eine Qualifizierung zum...
Wallenhorst. Die Zusammenarbeit zwischen der Marianne-und-Frank-Kochmann-Stiftung und der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) ist um ein Kapitel... mehr
Mehr Lokales









07.04.2012
