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Viel Beifall für die „Wahren Dorf-Frauen“ im Bramscher Universum
Bramsche. Den wenigen Männern, die sich am Dienstagabend ins Filmtheater Universum in Bramsche verirrt hatten, dürfte es bei diesem Programm angst und bange geworden sein: Die Bramscher Landfrauen hatten zum Kabarett geladen, und so stürmten sechs westfälische Powerfrauen, die „Wahren Dorf-Frauen“, die Bühne. Dabei bekamen nicht nur die Männer gehörig den Kopf gewaschen.
Denn in dem zweistündigen Programm „Eingemachtes süß-sauer“ ging es um den gesamten Alltag einer wahren Dorf-Frau. Stress mit dem Ehemann, Tortenwettbacken mit den Nachbarinnen, Kuppelshows im Fernsehen, aber auch die „gen-iale Kartoffel Amflora“ kamen auf den Tisch. Alles serviert in humoristischen Sketchen und Gesangseinlagen, die beim Publikum große Heiterkeit auslösten.
Die Macke in „Herberts schönem Kadett“ wurde also nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ mit Nagelfeile und Lippenstift kaschiert. Und beim allmorgendlichen Treffen an der Bushaltestelle tauschten die verzweifelten Hausfrauen mit einem Glas Prosecco ihre Erfahrungen über den Ehemann im Rentenalter aus.
Inge Friehe, Reinhild Paschel, Bärbel Söte, Hedwig Strohbücke, Anette Vinken und Edeltraud Zelleröhr aus dem Raum Warendorf kannten für jedes der kleinen und großen Alltagsprobleme eine Lösung. Ein Thema, das den sechs Darstellerinnen deutlich am Herzen lag, war allerdings ein politisches.
In gleich mehreren Sketchen machten sie ihre Haltung gegenüber Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich: Genkartoffel Amflora persönlich berichtete über ihre Fluchtversuche vom abgesteckten Feld. In der Schule der Zukunft bestimmte gar der Genkonzern die Lehrpläne: „Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen fliegt nur bis zum Ende des Feldes.“
Den 250 Besucherinnen im auserkauften Universum gefiel die kunterbunte Vorstellung der sechs westfälischen Damen. „Wunderbar“, fand zum Beispiel Anita Hüsken die gelungenen Pointen. „Zum Teil erkenne ich mich sogar in den Szenen wieder“, schmunzelte Renate Mügge, zweite Vorsitzende der Bramscher Landfrauen.
Von dem großen Interesse an der Veranstaltung sei man aber doch überrascht gewesen. „Die Karten waren im Nu weg“, berichtete sie, und Organisatorin Karin Gerbes ergänzte: „Wir hätten auch noch 50 Karten mehr verkaufen können.“
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