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Fürstenau/Bersenbrück: Zirkus der Kulturen in Mollseifen
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Quelle: pm/Bersenbrücker Kreisblatt 22. Februar 2012 15:43 Uhr

Biathlon, Puppenspiel und mehr

Fürstenau/Bersenbrück: Zirkus der Kulturen in Mollseifen

pm Fürstenau/Bersenbrück. Immer zur gleichen Zeit, Ende Januar Anfang Februar, wird es lebendig in dem verträumten Walddorf Mollseifen nahe Winterberg im Hochsauerlandkreis. Zehn Tage lang etwa 120 Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Netzwerkes „Zirkus der Kulturen“ aufzunehmen war eine logistische Meisterleistung der neuen Herbergseltern Marlene Gödde-Henne und Manfred Henne im ortsansässigen Naturfreundehaus.

 
Hartes Training ist notwendig, bis alle Figuren klappen, nichtsdestotrotz macht es Spaß. Foto: Zirkus der Kulturen  Vergrößern

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Galt es doch diesmal, noch 40 Personen im Dorf in Privatquartieren unterzubringen. Auch die Loipe für den Biathlon war bereits gespurt, dank des Ehrenpräsidenten des Heimatvereins und das schon seit zehn Jahren, diesmal aber bei 20 Grad Kälte.

Gut vorbereitet waren auch die deutschen und russischen Verantwortungsträger (wir berichteten) für die Aufnahme der Kids des Kinderhofs Campemoor, der Paul-Moor-Schule der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück, der Integrierten Gesamtschule Fürstenau und der Justin-Kleinwächter-Realschule aus Greven. Auch ein generationsübergreifendes Schwimm- und Rettungsschwimmmodul stand nicht nur in der Vorbereitungszeit auf dem Programm!

Ein straffes Programm wartete nun auf die Schüler und Schülerinnen der verschiedenen Schulen und Vereine in der zweitägigen Kennenlernphase von insgesamt acht Tagen dieser interkulturellen Bildungsmaßnahme. Nicolai von Bistram, der Vorsitzende der Sportjugend des Kreissportbundes, staunte nicht schlecht, als er sich dem Naturfreundehaus näherte. In Schussfahrt kamen ihm die Biathleten entgegen, begleitet von dem Trommelwirbel der afrikanischen Trommeln unter Martin Vetter (Görlitz) aus der Villa am Hang.

Einem „Wirrwarr“ von Tüchern, Tellern und bunten Bällen musste schon bei Betreten der Herberge ausgewichen werden, um in den Gastraum zu gelangen. Hier versuchten die angehenden Jugendleiter unter Anleitung von Monika Gümpel vom Stadtsportbund den „perfekten Jugendleiter“ zu kreieren.

Neugierig geworden durch flotte Tanzrhythmen, gelangte man in die Mensa. Hier trainierten generationsübergreifend „Jung und Alt“ Hip- Hop-Figuren mit Viktoria Adams (HRS Bersenbrück) und Kate Krasilnikova (Perm). In der Sporthalle übten Fakire mit Eddi, Daniel, Sonja und Vanessa vom Zirkus Fantasia der IGS Fürstenau unter der Regie des Zirkuspädagogen Steffan Prekär; nebenan die Fadenspieler mit Miriam Dirksmeier (Rieste) und Christoph Heinemann (Greven) sowie die Künstler mit Maxim und Snezhana aus Perm.

Während die einen eiferten, um die Fadendiplome mit dem Apatschentor, dem Pariser Eiffelturm, dem Mond über den Berg und vielen anderen Figuren zu erhalten, stellten die anderen tolle Kunstexponate zum Thema Kinder- und Menschenrechte sowie Kulissen für die Ländergruppenpräsentation her. Russen und Deutsche (wir berichteten) hatten sich schon vor dieser internationalen Begegnung je nach Migrationshintergrund der Teilnehmer sechs Ländergruppen zuordnen müssen. Mithilfe von Arbeitsmaterialien und Recherchen zum Thema Kinder- und Menschenrechte von UNICEF und der Gesellschaft für bedrohte Völker aus Göttingen wurden diese Thematiken in unterschiedlichster Form in Theaterstücken am Präsentationstag umgesetzt: Mit selbst gebastelten Puppen zeigten zum Beispiel als Puppenspieltheater die Kolumbianer die Versklavung von Kindern durch Seeräuber, die Afrikaner aus Tansania spielten die Vertreibung der Massai als Traum in Form eines Schwarzlichttheaters! Ergreifend auch die Geschichte der Vertreibung der Kurdenfamilie Bayrak aus der Türkei und die Verhinderung der Abschiebung aus Deutschland durch massive Proteste, ausgehend von der Gesamtschule in Fürstenau. Agid, der älteste Sohn dieser Familie hatte sich der Ländergruppe Türkei zugeordnet und spielte nun den Regisseur. „Mit den Ergebnissen dieser Bildungsmaßnahme bewerben wir uns um den Sonderpreis der UNICEF“, so Joachim Ebel vom Judo-Club Greven und Klemens Wolf von der Gesamtschule in Fürstenau.

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