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Ein besonderer Kochabend im Ankumer Ristorante Lucchese
Ankum. Mittwochabend, Ruhetag im Restaurant Lucchese an der Hauptstraße. Der Gastraum ist leer, eine lange Tafel jedoch festlich eingedeckt. In der Küche stehen 13 Frauen und zwei Männer dicht an dicht und lauschen den Ausführungen des Küchenchefs Stefano: Es ist Kochkurszeit im Ristorante – Italienische Küche zum Mitmachen.
Nach der Begrüßung gibt Stefano Lucchese einen Überblick über den Ablauf des Abends: Fünf Gänge sollen gemeinsam gekocht und gegessen werden, los geht es mit Fingerfood. Es gibt „Tramezzini“ – Sandwiches nach italienischer Art, Datteln im Speckmantel und gefülltes Blätterteiggebäck.
Die anfängliche Scheu der Gäste, aktiv mitzuarbeiten, ist bald verschwunden. Für Stefano ist die tägliche Arbeit als Koch kein Beruf, sondern Berufung, und seine Begeisterung springt schnell über. „Jeder kann kochen“, so die Devise des gebürtigen Italieners. „Diese Gerichte könnt ihr alle zu Hause nachkochen, die Zutaten bekommt man überall“. Es ist Stefa-no wichtig, dass er nicht mit seltenen Gewürzen oder erlesenen Fleisch- und Fischsorten arbeitet, sondern mit dem, was die örtlichen Supermärkte bieten. Auch wenn die Frauengruppe noch bezweifelt, das „Tramezzini“ in dieser Gegend wirklich ein „gängiges“ Lebensmittel sind. Bei einem Glas Sekt wird der erste Gang probiert und kommt gut an.
Weiter geht es in der Küche mit Spaghetti mit Muscheln und Aubergine. Dieser Gang wird am Tisch gegessen, dazu gibt es den passenden Wein vom elterlichen Weingut in Italien. Seit 24 Jahren ist der 47-jährige Stefano jetzt schon als Koch in Deutschland unterwegs. Über Darmstadt, Osnabrück und Bersenbrück kam er nach Ankum, dort machte er sich mit der „Pizzeria Piccolo“ selbstständig und erfüllte sich 2001 den Traum vom eigenen Ristorante. „Valentinstag hatten wir elfjähriges Jubiläum“, erklärt er stolz.
In der Küche geht es weiter, „Steinbuttfilet mit gratiniertem Gemüse“ steht jetzt auf der Karte. Hier fordert der Küchenchef wieder aktive Hilfe von den Gästen, allerdings hat er den ganzen Abend über auch Unterstüt-zung von Koch Fabio. Beim Kochen gibt er immer wieder kleine Tipps und verrät Tricks, zum Beispiel für das Anrühren einer Soße oder das Anrichten der Speisen auf dem Teller. Auch dieser Gang wird probiert, für „sehr gut“ befunden, und es geht ans Hauptgericht: Schweineröllchen mit Steinpilzen und Polenta. Mit von der Partie sind neben dem elfköpfigen Frauenclub auch ein älteres Ehepaar aus dem Raum Osnabrück sowie Christine Arnoldt und Stefan Kny von der Zeitung „Gastrorant“. Das „Ristrorante Lucchese“ soll in einer der nächsten Ausgaben porträtiert werden. Die Schweineröllchen verschwinden im Speckmantel und dann im Ofen. Zu diesem Gang wird Rotwein serviert, die Ersten „schwächeln“ schon und bekommen den Teller nicht mehr ganz leer. Doch erstaunlicherweise sind alle schnell wieder in der Küche, als es um die Nachspeise geht: Schokoladenkuchen mit flüssigem Schokokern. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, und mit dem Schokoküchlein direkt aus dem Ofen geht es schnell wieder an den Tisch. „Nachtisch geht immer“, sind sich die Gäste einig. Leere Teller bestätigen das. Damit die Gerichte zu Hause nachgekocht werden können, gibt es zum Abschluss des Abends die Rezepte und ein Zertifikat über die Teilnahme an dem Kochkurs für alle. Titel der Zusammenstellung – wie könnte es anders sein: „Kochen ist keine Zauberei!“
Die Kochkurse im Ristorante Lucchese finden von Oktober bis März nach Vereinbarung statt. Interessenten werden um telefonische Terminabsprache gebeten unter Telefon 05462/887577.
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