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Der Bürgermeister ist wieder Herr im Rathaus
Wallenhorst. Jeck und närrisch ging es gestern im Wallenhorster Rathaus zu. Traditionell waren karnevalinfizierte Vereine der Gemeinde aufgerufen, die Schlüssel der Narrenmacht im Rathaus abzugeben.
Der Veilchendienstag im Foyer geriet zur „Narrensitzung kompakt“, die das Hollager Karneval-Urgestein Alois Menkhaus souverän leitete. Er hob einem närrischen Beschwörer gleich in Reinem an zur Hommage an die fünfte Jahreszeit: „Singen, Lachen, Scherzen erfreut doch alle Herzen!“
In Hippie-Outfits begrüßten Bürgermeister Ulrich Belde und Kornelia Böert, Beauftragte für Frauen, Familien und Senioren, die Gesandtschaften der Institutionen mit Eigenkreationen zur Melodie von „The Rivers of Babylon“. Als tollen Auftakt der Narretei im Rathaus begrüßte Belde überdies die Reppischfäger aus dem schweizerischen Dietikon. Sie setzten mit ihrer Guggenmusik willkommene Akzente und rissen die nimmermüden Karnevalisten mit.
Schunkeln und Gesang rundeten das fröhliche Geschehen der Schlüsselrückgabe ab. Auch am letzten Karnevalstag skandierte die jecke Großgemeinde „Lechtingen alaaf!“, Hollage und Rulle helau!“ sowie „Wallenhorst kikeriki!“
Mit schwungvoller Artistik beeindruckten die Tanzmariechen Nina Hermes (KKC Hollage) und Vanessa Nieporte (Blau-Weiße Garde Rulle) durch Tänze, die sie monatelang einstudiert hatten. Das Foyer zum Toben brachte das „Trio Fatal“ (Jörg Riepe, Jockel Steinmeier und Christian Böwer). Es gab mit bekannten Weisen und aktuellen Texten auf die Polit-Prominenz Wallenhorsts noch einmal richtig Gas.
Zwischendurch wurde es ein wenig wehmütig, denn Micky (Maria) Strunk von der kfd Hollage wurde von Ulrich Belde nach 13 Jahren Sitzungspräsidentschaft geehrt und verabschiedet. „Ich komme wieder, aber anders“, versprach Maria Strunk. Ebenfalls verabschiedet wurde Margret Welzel von der Frauengemeinschaft Rulle, die nach 27 Jahren als Karneval-Chefin ausschied.
Einige Büttenreden gab es überdies. Die auf Platt hielt Hubert Schawe, der die Politik aufs Korn nahm. So sei der Seniorenbeirat die Geheimwaffe von Kornelia Böert, verkündete er und lästerte über die CDU: „Schwarz ist out in Wallenhorst.“
Den Tag ließen die Narren in der Hollager Feierstätte „Graf Dick“ ausklingen.
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