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Rosenmontagszug in Lingen ist größer und bunter geworden
Lingen. Lingen und der Rosenmontagszug – vielleicht wird das ja doch noch eine Karnevalsliebe, die länger als bis Aschermittwoch hält. Ein guter Anfang wurde gestern gemacht. Der Zug war deutlich größer und bunter als in den vergangenen Jahren.
Dazu kam auch noch das zwar kalte, aber trockene Wetter. Es regnete reichlich Konfetti und Kamelle, als sich der Zug pünktlich um 15.11 Uhr in Bewegung setzte, aber keiner der zahlreichen Zuschauer am Straßenrand wurde beim Aufsammeln der Süßigkeiten nass. Knapp 60 Wagen, Tanz- und Fußgruppen schlängelten sich durch die Innenstadt, begleitet von mehreren Musikkapellen, die dem bunten Treiben die richtigen Töne verliehen. „Es war einmal, und ist nicht mehr“ dröhnte es deshalb aus allen Ecken, gemischt von Partymusik neueren Datums.
„Nicht nur zugucken“
Auffallend am Lingener Rosenmontagszug war vor allem die Teilnahme von kleineren Stammtischen oder Cliquen. Wie der Stammtisch „Die Kornelf“ aus Lingen zum Beispiel. „Jahrelang haben wir immer nur beim Umzug am Bürgersteig gestanden und zugeguckt“, berichtete Martin Wilming, warm eingepackt in einem Schafskostüm. Dieses Mal haben sie eben nicht nur zuschauen, sondern mitmachen wollen – zur Nachahmung empfohlen.
Nicht bloß am Rande stehen, sondern mittendrin sein wollte auch die „Päng Sportsbar“, die neben einem Wagen gleich mit einer ganzen Fußballmannschaft inklusive beweglichem Spielfeld gekommen war. So dribbelten sie sich durch den Rosenmontagszug – Jogi Löw hätte sicher seine Freude dran gehabt.
Teuflisch gut drauf waren die „Green Devils“ vom Schützenverein Haselünner Straße, während die Mitglieder des Fischereivereins aus Lingen mit einer Kopfbedeckung auf sich aufmerksam machten, die jedem Aquarium zur Ehre gereicht hätte.
Der KVB Bramhar war als Dschungelcamp unterwegs und brachte dieses gar in Verbindung mit Bundespräsident Wulff. Ein „Ex“ hatten die Jecken noch am Wochenende rechtzeitig vor die Amtsbezeichnung gepinselt. Fröhlich und fesch daher kamen junge Leute aus Neuholthausen, die sich die doch recht schräge „Baggerei“ auf der Mattscheibe namens „Bauer sucht Frau“ zum Thema gemacht hatten. Der Wagen des „Waldhotels“ grüßte mit US-Präsident Barack Obama und die dem Lingener Rosenmontagsumzug treu verbundenen „Spaßmakers ut Bawinkel“ mit dem selbstbewussten Spruch „Unser Karneval – Leuchte des Nordens“. Dazu zierte noch eine recht offenherzige Meerjungfrau den Karnevalswagen, der damit ein echter Blickfang war.
Verkleideter OB
Das war das Gefährt der Stadt Lingen aber auch. Die „wohnlichen Legohäuser“ an der Kaiserstraße, anderswo auch Studentenwohnheime genannt, waren ihr Karnevalsthema. Oben auf dem Wagen standen Mitglieder von Rat und Verwaltung mit dem OB an der Spitze. Dieter Krone hatte die Krawatte abgelegt und die Karnevalskappe aufgesetzt – nichts für jeden Tag, aber für Rosenmontag genau richtig.
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