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Jugend forscht: Vier Schulen aus Osnabrück und Umgebung im Landesfinale in Lingen
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Pubsende Bakterien und Popcorn in Blockform

Jugend forscht: Vier Schulen aus Osnabrück und Umgebung im Landesfinale in Lingen

Lingen. „Die Jugend von heutzutage.“ Mit diesem Satz beginnt häufig das Geschimpfe. Doch beim „Jugend forscht“-Regionalentscheid am Freitag hat sie gezeigt: Sie ist pfiffig und kreativ. Vier Projekte von Schülern aus Osnabrück und dem Landkreis erreichten das Landesfinale.

 
 
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Die erstplatzierten Nachwuchsforscher bei „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Fotos: Jörg Sanders Marvin Ruthemann und Malte Bußmann von der Haupt- und Realschule Bissendorf. In der BBS Lingen hat am Freitag der Regionalentscheid für "Jugend forscht" und die Sparte für die Jüngeren "Schüler experimentieren" stattgefunden. Fotos: Jörg Sanders Hier soll der Krokodil aus Lego eine vorbeihuschende Kakerlake fangen. Die ist natürlich auch nicht echt. 83 Projekte waren in Lingen ausgestellt: am Donnerstag für die Jury, am Freitag dann für die Öffentlichkeit. Noch ein Roboter: Dieser Roboter soll später einmal Pflanzen bewässern. Das klappt noch nicht ganz. An so machem Stand wurde erst nach längerer Zeit klar, worum es eigentlich geht. Oder kennen Sie "Keratinpolymerisation"? Hier ging es um ph-Werte. Dieser Schüler fordert mehr wilde Wiesen für Schmetterlinge. In seinem Garten zählte er übrigens über 150 Arten. Diesen beiden Nachwuchsforscher von der Grundschule Haste experimentieren mit heißen Eiswürfeln. Warum? Weil der Tee zu schnell abkühlt. Wie? Mit der Flüssigkeit aus Taschenwärmern. Simpel und genial. Popcorn als Verpackungsmaterial - damit gewannen Rosa Kannegießer (14) und Ida Marie Krüwel (13) vom Wüste-Gymnasium einen ersten Platz. Ihre Idee: Popcorn unter hohem Druck in Blockform pressen, das eigne sich als Verpackungsmaterial. Zusätzlicher Effekt: Bei Hilfslieferungen in Krisengebiete könnte das Verpackungsmaterial zugleich Hunger stillen. Nicht gesund, wie sie zugeben, aber besser als nichts. Die drei Elfjährigen Schüler Tobias Meyer, Marius Schlingensiepen und Lisa Wolf gewannen mit ihrem Projekt ebenfalls einen ersten Preis. Wo ist der Silbersee hin? Diese Frage stellten sie sich. Brüchiges Kalkgestein unter dem See, das sie bei einer Stollenbesichtigung entdecken, sorgte dafür, dass das Wasser aus dem See nach und nach abfloss. Die Elfjährigen Malte Bußmann und Marvin Ruthemann von der Haupt- und Realschule Bissendorf bauten eine Biogasanlage nach, verbesserten diese und erreichten so das „Schüler experiementieren“-Landesfinale. Das Prinzip verstanden sie schnell: Durch das „Pubsen der Bakterien“, so Malte, entstehe Gas, mit dem ein Kraftwerk betrieben werden könne. Miriam Schierbaum und Isabel Osing von der BBS Haste erreichten das „“Jugend forscht“-Landesfinale. Sie überlegten, wie sich die Verstümmelung und Tötung von Wildtieren in Feldern verhindern lässt. „Unser Ziel ist, dass die Wildtiere gerettet werden – und damit auch die Nutztiere“, sagte Schierbaum. Denn im Feld getötete Tiere verunreinigen die Ernte, daran könnten auch Nutztiere verenden, die mit dem Ernteertrag gefüttert werden. Ihre Lösung: Wärmekameras an den Maschinen sollen Wildtiere auf dem Feld aufspüren, ein Signalton den Maschinenführer warnen. Am Freitagnachmittag gab es dann endlich die Preise. Vier Projekte von Schülern und Osnabrück und Bissendorf schafften es in die nächste Runde. Das führte zu zufriedenen Gesichtern... Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von der Bigband des Lingener Franziskusgymnasiums.

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In den Gängen der Berufsbildenden Schulen (BBS) Lingen ist es voll. 83 Projekte präsentieren die Schüler, ihre Informationsstände reihen sich eng aneinander. Es brodelt, es kocht, an einigen Stellen rattern Roboter. Bleibt jemand stehen, wird ihm sofort erklärt, was es hier zu entdecken gibt.

Auch untereinander tauschen sich die Schüler aus. Eine Atmosphäre der Konkurrenz ist nicht zu spüren. Ohnehin sind die Entscheidungen an diesem Freitagnachmittag längst gefallen. Denn am Donnerstag bewertete die Jury die Projekte bereits. Am Tag darauf waren diese dann für das öffentliche Publikum zugänglich. Um 14 Uhr begann die herbeigesehnte Preisverleihung.

„Hier wurde widerlegt, dass mit der Jugend von heute nichts mehr los sei“, sagt Martin Gerenkamp, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland. Markus Vogel, Regionalwettbewerbsleiter, präzisiert: „Es ist ein Wettbewerb auf sehr hohem Niveau, der Qualitäten zutage fördert, die im alltäglichen Schulleben vielleicht nicht wahrgenommen werden.“

Vier Projekte aus Osnabrück und Bissendorf überzeugen die Jury derart, dass sie sie für die beiden Landesfinalrunden qualifizieren. Viele weitere Schulprojekte aus Osnabrück und seinem Umland erreichen zweite und dritte Plätze und verfehlen die Qualifizierung für die Endrunden nur knapp. Letztlich ruft Markus Vogel aber sämtliche Schüler auf, übergab Urkunden, den Gewinnern ferner Geld- und Sachpreise. „Hier geht keiner mit leeren Händen nach Hause“, versichert er.

Schüler experimentieren

Rosa Kannegießer (14) und Ida Marie Krüwel (13) vom Wüste-Gymnasium produzierten Verpackungsmaterial – aus Popcorn unter hohem Druck.

Tobias Meyer, Martin Schlingensiepen und Lisa Wolf (jeweils elf Jahre alt), ebenfalls vom Wüste-Gymnasium, untersuchten, wo das Wasser des Silbersees bei Hasbergen geblieben war. Ihr Ergebnis: Brüchiger Kalkstein und Risse im Gestein unter dem See ließen das Wasser versickern.

Die Sechstklässler Malte Bußmann und Marvin Ruthemann von der Haupt- und Realschule Bissendorf bauten eine Biogasanlage nach. Durch das „Pupsen der Bakterien“, so Malte, entstehe Gas, mit dem ein Kraftwerk betrieben werden könne.

Jugend forscht

Isabel Osing und Miriam Schierbaum von den BBS Haste überlegten, wie sich die Tötung von Wildtieren in Feldern verhindern lässt. Denn tote Tiere verunreinigen die Ernte, daran könnten Nutztiere verenden, die mit der Ernte gefüttert werden. Lösung: Wärmekameras an den Maschinen sollen Wildtiere aufspüren.

Das „Jugend forscht“-Landesfinale findet vom 19. bis 21. März in Clausthal-Zellerfeld, das Finale „Schüler experimentieren“ vom 15. bis 17. März in Oldenburg.


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