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Voltlage im Dorferneuerungsprogramm: Bevölkerung als Ideengeber unverzichtbar
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Quelle: cg,CG/Bersenbrücker Kreisblatt 14. Februar 2012 08:15 Uhr

Rat hat Planungsbüro beauftragt

Voltlage im Dorferneuerungsprogramm: Bevölkerung als Ideengeber unverzichtbar

Voltlage. Wie sieht Voltlage im Jahr 2050 aus? Wie viele Einwohner leben im Dorf? Gibt es noch eine Postagentur, eine Schule, einen Kindergarten, einen Arzt und einen Verbrauchermarkt? Verlässliche Antworten gibt es darauf nicht, vieles bleibt letztlich Kaffeesatzleserei. Die Voltlager haben aber eine Chance, an ihrer Zukunft mitzuschreiben und heute Einfluss auf das Morgen zu nehmen – dank der Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen.

 
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Sie begleiten Voltlage im Dorferneuerungsverfahren: Friedrich Völler (links), Dezernent beim LGLN in Osnabrück, und Hermann Seling, Büroleiter des Osnabrücker Planungsbüro Seling, Bührmann und Partner. Fotos: Christian Geers

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„Es ist Ihr Dorf. Es liegt an Ihnen“, sagt Friedrich Völler beim Neujahrsempfang zum Schluss seines Vortrages. Und der letzte Satz klingt wie ein Appell an alle Einwohner, sich in das kommende Dorferneuerungsverfahren einzubringen. Darin geht es nach Ansicht des Dezernatsleiters beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) um ein Ziel: Der Gemeinde Voltlage zukunftssichere Strukturen zu geben, damit sie langfristig ihre Lebensqualität behält und ein Ort bleibt, an dem Menschen sich wohlfühlen.

Voltlage sei die einzige Gemeinde im Landkreis Osnabrück, die 2011 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen worden sei, so Völler.Wer Dorferneuerung höre, denke an neue Straßen und Plätze, hergestellt mit Geld aus Brüssel, Berlin und Hannover. „Dorferneuerung heute meint aber eigentlich die Entwicklung der Dörfer. Damit ist mehr als nur die Verbesserung des Ortsbildes gemeint“, sagt Völler.

Grundlage für den Diskussionsprozess seien einige Prognosen: Die Statistiker hätten hochgerechnet, dass in den kommenden 50 Jahren die Einwohnerzahl Niedersachsens von 8 auf 6,2 Millionen sinken werde. Gleichzeitig steige der Anteil der über 60-Jährigen um25 auf 40 Prozent. Nicht alle Regionen, so der Dezernent, seien davon gleich stark betroffen: Salzgitter werde den Prognosen zufolge bis 2031 annährend ein Drittel seiner heutigen Einwohner verlieren, der Landkreis Vechta hingegen ein Fünftel hinzugewinnen. Völler: „Für Niedersachsen bedeutet der demografische Wandel: Wir werden älter, wir werden weniger, wir werden aber auch kulturell vielfältiger.“

Berücksichtigt werden müsse bei der künftigen Dorfentwicklung, dass sich die Ansprüche an ein Dorf änderten: In ländlichen Regionen stellten die Bewohner die gleichen Anforderungen an eine moderne Grundversorgung wie in der Stadt. Entsprechend seien die Herausforderungen: Die Frage sei, wie in Zukunft in Dörfern mit weniger Menschen Gesundheitsversorgung, Kultur- und Freizeitangebote und Infrastruktur dauerhaft und qualitativ hochwertig aufrechterhalten werden könnten.

Eine Hilfe bei der Lösung dieser Herausforderungen sei seit 25 Jahren das Dorferneuerungsprogramm, das die Förderung des ländlichen Raumes zur Aufgabe habe. „Die Dorferneuerung ist nicht nur ein Förderinstrument, sondern ein langfristiges Entwicklungsinstrument“, stellte der LGLN-Mitarbeiter heraus.

Bei diesem Prozess, an dessen Ende es einen Plan gebe, komme der Bevölkerung vor Ort als Ideengeber eine große Bedeutung zu. Arbeitskreise befassten sich mit den Problemen und entwickelten Strategien für die Zukunft. Das Land unterstütze private und öffentliche Vorhaben finanziell. Unverzichtbar sei aber die Mitarbeit der Einwohner.

Bei diesem Diskussions- und Planungsprozess werden die Einwohner in den kommenden Jahren vom Büro Seling, Bührmann und Partner aus Osnabrück begleitet, kündigte Bürgermeister Bernhard Egbert beim Neujahrsempfang an. Vier Büros hätten sich in nicht öffentlicher Ratssitzung präsentiert. Danach sei die Entscheidung zugunsten des Osnabrücker Büros gefallen. Dessen Büroleiter Hermann Seling stellte sich und seine Mitarbeiter – ein Team aus Städte- und Landschaftsplanern, Ökologen und CAD-Fachkräften – kurz vor.

Auch Seling erläuterte die künftige Rollenverteilung noch einmal: Sein Büro unterstütze den Arbeitskreis und setzte dessen Ideen und Vorstellungen um. „Nicht wir gestalten den Dorferneuerungsplan, sondern Sie alle“, sagte er.

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