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1500 Menschen bei Anti-Acta-Demo in Osnabrück - Polizisten beleben 55-Jährigen wieder
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Mann erleidet Herzversagen

1500 Menschen bei Anti-Acta-Demo in Osnabrück - Polizisten beleben 55-Jährigen wieder

df Osnabrück. Laut und bunt haben am Samstagnachmittag rund 1500 Menschen in Osnabrück gegen das internationale Handelsabkommen „Acta“ demonstriert. Die Polizei lobte ausdrücklich den friedlichen Verlauf des Protestzuges. Am Rande der Demonstration mussten Beamte allerdings einen Mann wiederbeleben.

 
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Acta-Gegner sind am Samstag in Osnabrück auf die Straße gegangen. Foto: Uwe Lewandowski Auf dem Ledenhof in osnabrück versammelten sich am Samstagnachmittag Acta-Gegner. Einige Demonstranten machten mit den bekannten Anonymous-Masken auf ihr Anliegen aufmerksam. Selbstgemalte Plakate wiesen auf den Hintergrund der Demonstration hin. Vom Ledenhof aus setzte sich der Zug mit über 1000 Menschen in Richtung Altstadt in Bewegung. Etwa 50 Polizisten sicherten den Marsch der Demonstranten ab. Überwiegend junge Menschen hatten sich eingefunden, um gegen das umstrittene Handelsabkommen zu protestieren. Der Kreativität war keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Einfälle der Demonstranten ging. Der Protest in Osnabrück ging friedlich vonstatten. Nach einem Zwischenhalt auf dem Rathausmarkt ging es weiter zum Domplatz.

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Wie die Ordnungshüter am Sonntag mitteilten, war der 55-Jährige in Höhe der Krahnstraße vermutlich aufgrund von Herzversagen gestürzt. Beamte der Bereitschaftspolizei Osnabrück konnten den Mann mit Erste-Hilfe-Maßnahmen wiederbeleben. Laut Mitteilung befindet sich der Mann derzeit auf der Intensivstation, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Zum Protestzug selbst heißt es in der Mitteilung: „Die Polizei stellt ausdrücklich fest, dass der Demonstrationsverlauf sehr friedlich war und die Verantwortlichen sich gegenüber den 50 eingesetzten Sicherheitskräften freundlich und kooperativ verhielten. Es kam zu keinen Störungen.“

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut“, skandierten die überwiegend jungen Demonstranten. Über das soziale Netzwerk Facebook war zum Protest gegen Acta aufgerufen worden. Über 2500 Menschen hatten ihre Teilnahme in Osnabrück zugesagt, die Organisatoren waren am Freitag noch davon ausgegangen, dass etwa 500 bis 800 bei frostigen Temperaturen den Weg zur Demonstration fanden. Tatsächlich waren es dann mehr als doppelt so viele.

Das überforderte die Technik. Die Lautsprecheranlage war zu schwach, um auf dem Rathausplatz alle Teilnehmer zu beschallen. Die Polizei, die mit rund 50 Beamten im Einsatz war, versuchte auszuhelfen: Ein Einsatzwagen fuhr in die Mitte des Platzes – allerdings war dessen Lautsprecheranlage defekt.

Vor dem Dom klappte es dann auch weitestgehend mit der Technik. Kevin Price von der Piratenpartei Osnabrück rief den Demonstranten zu, dass Acta nur den Interessen von Lobbyisten diene. „Das Abkommen geht komplett gegen uns.“ An die Bundesregierung richtete er die Forderung, „Acta ad Acta“ zu legen. Am Freitag hatte das Außenministerium bekannt gegeben, dass Deutschland das internationale Handelsabkommen zum Schutz gegen Piraterie aufgrund rechtlicher Bedenken zunächst nicht unterzeichnen werde. „Die Regierung sollte das tun, was wir wollen“, forderte Price unter dem Applaus der Zuhörer und ergänzte: „Rote Karte für Acta!“

Hinter dem Protestzug steckte das so genannte Anti-ACTA-Bündnis Osnabrück. Dazu gehören unter anderen die Studentenvertretungen der Universität und Hochschule, die Piratenpartei, die Grünen sowie die Linken. Sie sprechen sich gegen das Handelsabkommen Anti-Counterfeiting Trade Agreement (Acta) aus, das auf Initiative der USA und Japans in die Wege geleitet worden war.

 Besonders umstritten ist Artikel 27 mit der Überschrift „Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums im digitalen Umfeld“. Dort heißt es: „Eine Vertragspartei kann in Übereinstimmung mit ihren Rechts- und Verwaltungsvorschriften ihre zuständigen Behörden dazu ermächtigen, einem Online-Diensteanbieter gegenüber anzuordnen, einem Rechteinhaber unverzüglich die nötigen Informationen zur Identifizierung eines Abonnenten offenzulegen.“ Die Acta-Gegner befürchten eine massive Beschneidung der Freiheiten im Internet zugunsten von Rechteinhabern wie Musik- und Filmindustrie, wenn das Abkommen unterzeichnet wird.


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  Leserkommentare

 
Gerd Grottenolm, Mittwoch, Februar 22 um 13:37 Uhr Informationen zur 2ten Demo am 25.02. am Ledenhof in Osnabrück... ...findet man hier:

http://www.facebook.com/events/184086185028783/




 
Merle N., Samstag, Februar 18 um 14:13 Uhr Osnabrück gegen ACTA - Protest #2 am 25.02.2012 Es ist toll, das in kurzer Zeit bis 1500 Osnabrücker aktiviert wurden, gegen ACTA zu demonstrieren.

Verwundert hat mich, dass hauptsächlich nur junge Menschen vor Ort waren, denn betroffen sind wir alle.
Wie F.R. richtigerweise anmerkt, geht es auch um:

Zitat ACTA-Artikel 28, Abs.2,
"...Jede Vertragspartei fördert die Erhebung und Auswertung statistischer Daten und sonstiger
sachdienlicher Informationen..."

In ACTA-Artikel 34 wird der Informationsaustausch gesammelter Informationen mit den 37 anderen Vertragspartner-Ländern angewiesen.
In ACTA-Artikel 35 wird dies ausgeweitet auf "...auch künftigen Vertragsparteien..."

Das betrifft nicht nur jeden Privaten sondern unsere gesamte deutsche Wirtschaft.

Wo sind unsere Unternehmer? Wir sollten ALLE auf die Straße gehen, denn betroffen sind wir ALLE!!!

Für den 25.02. ist auch in Osnabrück eine weitere Demo angesetzt - ich gehe hin, denn mir ist Deutschland AUCH als Wirtschaftsstandort wichtig.

(Liebe NOZ, wo bleibt die entsprechende Berichterstattung?)

 
M. D., Montag, Februar 13 um 01:21 Uhr Mein Fehler Laut Angaben von tagesschau.de waren es in Berlin über 10.000 Teilnehmer.Warum ich auf 2000 komme weiß ich nicht. Stand unter einem NOZ Bild.
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