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Mit brasilianischem Feuer gegen die eisige Kälte
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Quelle: Ems-Zeitung 10. Februar 2012 18:59 Uhr

Papenburger Jecken feiern unter dem Motto „Lasst Blumen sprechen“

Mit brasilianischem Feuer gegen die eisige Kälte

Papenburg. Den Geist aus der Flasche gelassen haben die Papenburger Narren, die in der Gaststätte Schulte-Lind die ersten Höhepunkte der fünften Jahreszeit feierten. In orientalischer Aufmachung führte Andrea Lindemann als Flaschengeist Dschini die Jecken durch einen unterhaltsamen Abend, reich an karnevalistischen Attraktionen.

 
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Mit frechen Sprüchen trumpften Bauchredner Hans-Jürgen Pohl und seine Schweinchen-Puppe Biggy auf. Der Entertainer brachte das Publikum im Saal der Gaststätte Schulte-Lind schnell in Stimmung. Fotos: Dirk Hellmers Gut eingespielt war die Prinzengarde, die zur Filmmusik von „Fluch der Karibik“ eine beeindruckende und energiegeladene Choreografie vorführte. Glück im Spiel hat offenbar diese freudestrahlende Tänzerin.

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Ein Kanonenschuss läutete die Feier des Papenburger Carnevals Vereins (PCV) ein, die mit Büttenreden, diversen Tanz- und Gesangseinlagen und einem Bauchredner zahlreiche Gäste lockte. Von den alles andere als frühlingshaften Temperaturen ließen sich die Narren des PCV nicht beeindrucken und vergnügten sich unter dem Motto „Lasst Blumen sprechen“. PCV-Präsident Dieter Mersch, der Dschini bei der Moderation unterstützte, sehnte sich mit Blick auf das Wetter in das Karnevalsmekka schlechthin: „Wenn die Präsidentenstelle noch mal ausgeschrieben wird, dann hoffentlich in Rio“, ulkte der oberste Jeck. Südamerikanisches Flair sollte aber später noch aufkommen.

Zuvor sorgten die frechen Sprüche einer Schweinchen-Puppe für Gelächter. Der Bauchredner Hans-Jürgen Pohl und seine Puppe „Biggy“ spielten sich auf der Bühne gegenseitig den Ball zu. Mit kess inszenierten Wortgefechten brachte der Entertainer das Publikum in Stimmung. „Ich habe beim deutschen Märchenerzähl-Wettbewerb den dritten Platz belegt“, quiekte das Schwein. Auf die Frage, wer den zweiten und ersten Platz gemacht hätte, kam die lapidare Antwort: „Natürlich Ludger Abeln und Bürgermeister Bechtluft.“

Es blieb nicht die letzte ironische Verneigung in Richtung Abeln, dem diesjährigen Gerd-Bliede-Preisträger. In alter Papenburger Schifferkluft widmeten die Männer vom Gerd-Bliede-Chor dem TV-Moderator ein Lied auf platt. Die Melodie lieferte der Klassiker „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ von Hans Albers, dem „anderen großen Blonden“, wie Chormitglied Lukas Kampeling mit Blick auf Abeln schelmisch bemerkte.

Mit scharfzüngigen Kommentaren nahm „Bürger Nehe“ in seiner Büttenrede die Kommunalpolitik aufs Korn. Kaum ein aktuelles Thema in der Fehnstadt sparte das ehemalige Stadtoberhaupt Ulrich Nehe dabei aus. Mit Ironie und Wortwitz reimte er über Lückmann-Bau, Volkshochschule, Landesgartenschau und vieles mehr, wobei auch die große Politik nicht ungeschoren davonkam. Beim Thema Wulff-Affäre bekam nicht nur der Präsident, sondern auch die Presse ihr Fett weg.

Nicht ganz bis nach Rio, aber doch in karibische Gefilde wurden die Zuschauer von der „Prinzengarde“ entführt. Zu den Klängen des Piratenfilms „Fluch der Karibik“ zauberten die Tänzerinnen eine sauber einstudierte Choreografie auf das Parkett. Dabei hielt es auch das Prinzenpaar Juri I. und Irina I. nicht auf den Stühlen. Mit dem gut vorgewärmten Publikum hatte die nachfolgende Gruppe „Levanta Poeira“ leichtes Spiel. Die Musiker versprühten mit Rasseln, Trommeln und Pfeifen brasilianisches Feuer gegen die eisige Kälte in der Fehnstadt.

Überhaupt konnten sich die zahlreichen Shows sehen lassen. Nach der Pause heizte etwa das Tambourkorps den Jecken mit fröhlicher Marschmusik ein, was am Ende mit Zugabe-Rufen quittiert wurde. Und die Männerballett-Truppe „Maddogs“ glänzte mit einer Tanzeinlage der besonderen Art. Als Krankenschwestern verkleidet, mit Netzstrumpfhosen und roten Perücken lieferten sie eine energiegeladene Vorstellung ab. Dass die Bewegungen nicht ganz so grazil ausfielen wie im echten Ballett, tat der Freude sichtlich keinen Abbruch. „Wir wollen auch nicht ganz perfekt sein“, kommentierte Tänzer Frank Rüter am Rande der Show augenzwinkernd.

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