·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
Schifffahrt auf dem Mittellandkanal komplett eingestellt
Bad Essen. Nichts geht mehr auf dem zugefrorenen Mittellandkanal. Seit Mitte der Woche ist die Wasserstraße für die Schifffahrt gesperrt.
Die klirrende Kälte der vergangenen Tage hat die Binnengewässer im Norden erstarren lassen. Nichts bewegt sich mehr, und das Befahren des Mittellandkanals ist laut Wasser- und Schifffahrtsdirektion Minden zwischen Magdeburg und Bergeshövede nicht mehr möglich. Selbst für Eisbrecher ist die Eisdecke mittlerweile zu dick.
Den Binnenschiffern bleibt nichts anderes übrig, als eine Zwangspause einzulegen, bis es wieder taut. Auch Schiffer Miroslaw Gorgolik sitzt auf seinem Kahn „Buxtehude“ fest. Das an Bord befindliche Soja-Schrot konnte er in Bramsche noch abladen. In Bad Essen-Harpenfeld war die Fahrt dann zu Ende. „Ich lese viel, räume auf und gucke Fernsehen, aber man ist alleine und langweilt sich“, erzählt er.
Normalerweise ist Gorgolik immer mit zwei Kollegen an Bord. Die beiden durften schon nach Hause fahren. „Es ist ja nicht viel zu tun hier“, erzählt der 51-Jährige. Zweimal am Tag muss er den Motor anwerfen. Die Schiffsschraube muss auch in Bewegung gesetzt werden, damit sie nicht festfriert.
Der unfreiwillige Stopp im Wittlager Land ist für den Schiffer ein Ärgernis. Jeder Tag, an dem das Schiff im Hafen liegt, bedeutet finanzielle Verluste für Gorgolik. Er kann keine neue Fracht laden und bekommt auch keine neuen Aufträge. Für den Ausfall wird er nicht entschädigt. „Ja, es ist sehr ärgerlich, denn man wird nicht bezahlt, während man hier liegt“, sagt der Schiffer. Auch seine Reederei aus Hamburg macht Verluste: zwischen 1500 und 2000 Euro pro Tag.
So geht es auch Schiffer Freddy Kern, dessen Schiff gleich hinter dem von Miroslaw Gorgolik liegt. Sein 100 Meter langes Containerschiff „Dettmer Tank 50“ hat noch 1500 Tonnen Kohlenwasserstoff an Bord, die eigentlich schon längst abgeliefert werden sollten. Für die Schiffe an der Kaimauer des Bad Essener Hafens sind die Eismassen nicht ungefährlich. Es kann passieren, dass sich die Eisschollen in den Rumpf des Schiffes bohren. Davor haben sie alle ein wenig Angst.
„Wenn es so frostig bleibt, brauchen wir vielleicht sogar Hilfe von der Feuerwehr“, sagt Grzegorz Turski, der ebenfalls mit seinem Kahn im Hafen Bad Essen liegt. Wenn Trinkwasser und Brennstoffe an Bord ausgehen, müssen sie Hilfe anfordern. „Laut Wetterprognosen soll es ja nicht besser werden“, sagt Turski.
Miroslaw Gorgolik ist froh, denn in einer Woche wird er abgelöst. Dann fährt er für zwei Wochen nach Polen zu seiner Familie. Dort warten zwei Söhne und die Tochter bereits auf ihn. Sein Wunsch: baldiges Tauwetter in Deutschland, damit er nach dem Urlaub wieder den Mittellandkanal befahren kann.
Der Mittellandkanal friert zu
juk Bramsche. Noch ist er nicht gesperrt, Eisschollen bilden aber eine sich zunehmend schließende Decke auf dem Mittellandkanal. Noch schaffen es die... mehr
DVD-Porträt über den verstorbenen Karikaturisten Fritz Wolf
Osnabrück. Fritz Wolf sah sich selbst ganz unaufgeregt als „Zeitzeuge mit dem Zeichenstift“. Wie andere Zeitzeugen ihn sahen, dokumentiert „Der... mehr
Mittellandkanal nur noch mit Unterstützung von Brechern befahrbar
Osnabrück/Bramsche/Westerkappeln. Nichts geht mehr auf dem Stichkanal in Osnabrück, weil die Schleusentore mit den großen Eisschollen überfordert sind.... mehr
Mehr Lokales







