Noz
Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Lokales

|

Bersenbrück

|

Bersenbrückerin in der Schlacht an der Öko-Front
Lokales

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt 10. Februar 2012 17:35 Uhr

Viviane Meyer in Indonesien

Bersenbrückerin in der Schlacht an der Öko-Front

Bersenbrück. Viviane Meyer gehört zu den Menschen, die nicht nur reden: Sie handelt. Auf Borneo, einer Insel in Indonesien, kämpft die Studentin aus Bersenbrück für den Schutz des Regenwaldes und die Rechte der indigenen Bevölkerung. „Es gibt im Umkreis mehr Fernsehtürme als Regenwald“, entrüstet sie sich.

 
Viviane Meyer setzt sich auf Borneo für die Erhaltung des Regenwaldes ein.Foto: privat  Vergrößern

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Das Gespräch mit ihr findet per Internettelefonie statt, Deutschland und Indonesien trennen etwa elftausend Kilometer und sechs Stunden Zeitverschiebung.

„Es gibt drei Gründe für die großflächige Abholzung oder Rodung der Waldflächen: der Gewinn von Edelhölzern, der Bergbau zur Förderung von Rohstoffen wie Kohle, Kupfer oder Gold und die Palmölplantagen“, erklärt die 22-Jährige.

Viviane studiert nach ihrem Abitur in Bersenbrück „Environmental and Resource Management“ an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus.

Die Theorie alleine reicht ihr nicht. Deshalb informiert sie sich über die Situation in Südostasien – die Abholzung riesiger Regenwaldbestände – und fliegt nach Indonesien. Dort unterstützt sie nun seit knapp einem halben Jahr in Palangkaraya die größte Umweltorganisation Indonesiens, WALHI („Friends of the Earth Indonesia“), die für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung kämpft. In dem Land, das die weltweit drittgrößte Regenwaldfläche besitzt.

Viviane übersetzt Texte von Indonesisch – sie hat es innerhalb von drei Monaten gut gelernt – ins Englische, nimmt an Podiumsdiskussionen und Workshops der Organisation teil und begleitet die Mitarbeiter in die Dörfer, um die indigene Bevölkerung über ihre Rechte zu informieren. Aufklärung heißt ihr Kampfinstrument.

„Den Dayak – den Einheimischen Indonesiens – wird ihr Land teilweise weggenommen. Sie müssen dann auf ihrem eigenen Land für die großen Plantagenbetreiber arbeiten.“ Die Organisation biete den Leuten neben Informationen auch Rechtsbeistand an, um ihr Land zurückzugewinnen oder höhere Entschädigungen zu erzwingen. Die Regeln der Regierung werden immer wieder durch Korruption und Beziehungen umgangen. So sollte die Bevölkerung eigentlich 20 Prozent der Plantagen selbstständig bewirtschaften. In der Realität sind es nicht einmal zehn.

In einem Internetblog berichtet sie regelmäßig von ihren Erlebnissen, macht auf interessante Reportagen und Fachartikel aufmerksam und hat eine Liste mit Tipps für den eigenen Alltag zusammengestellt.

Sich eine Meinung bilden und informiert sein ist der erste Schritt. Kein E10 tanken – überhaupt am besten zu Fuß gehen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen – oder auf Luxusgüter wie Schokoriegel mit pflanzlichen Fetten (welche meistens Palmfett sind) verzichten, so können die nächsten Schritte aussehen.

Diese Tipps sind kein leeres Gerede – Viviane versucht selbst, so nachhaltig zu leben wie nur möglich. Dazu gehören für sie eine vegane Ernährung, der Kauf von Bioprodukten und so manch anderer Verzicht. Auch ist ein Planspiel über die indonesische Insel Borneo entstanden, das über die Interessenkonflikte informiert und mit Fotos ein Stück der lokalen Lebensrealität vermitteln will.

Ihr Aufenthalt in Indonesien bestärkt sie: Das Ausmaß der Zerstörung von Regenwald und Lebewesen entsetzte die Studentin. „Eine Exkursion sollte in den Dschungel gehen. Stattdessen waren da aber nur Verwüstung, Kahlschlag, verbrannte und brachliegende Landstriche, auch nach vier Stunden Fahrt noch.“ In ihrem Blog schreibt sie von einer „Schlachtfront“. Welche Bedeutung die Wälder für die Umwelt haben, ist vielen nicht bewusst: „Auf einem Baum hier sind mehr Insektenarten zu finden als in ganz Deutschland.“

„Selamat Sore – Guten Tag“ schreibt Sie weiterhin in ihrem Blog und lädt damit jeden zum Lesen ein, der sich für ihre Geschichte interessiert. „Die Menschen denken einfach nicht weiter“, erklärt sie ihr Hauptanliegen: Auf die ökologischen und sozialen Probleme aufmerksam zu machen ist ihr Ziel. Mit der Überzeugung kommt das Handeln dann vielleicht von alleine. „Springt mit auf das Boot der verantwortungsbewussten Menschen“, fordert sie.

Vivianes Internetblog: viviaufborneo.wordpress.com

Lesen Sie auch ...

Indonesische Generalkonsulin in Werpeloh
Werpeloh. Einen hohen Gast hat die Hümmlinggemeinde Werpeloh begrüßt. Die Generalkonsulin der Republik Indonesien, Marina Estella Anwar Bey, war aus... mehr

Viviane Kudo verzaubert mit der Kraft der leisen Töne das Publikum in...

Evinghausen. Wenn Viviane Kudo zusammen mit ihrem Gitarristen Jo Schultz auf einer Bühne steht und eine ihrer besinnlich-fragilen Eigenkompositionen... mehr

„Steht auf für Gerechtigkeit“: Frauen im Nordkreis bereiten Weltgebetstag...

mh BERSENBRÜCK. Mehr als 80 Frauen verschiedener Konfessionen trafen sich am Samstag zur Vorbereitung des Weltgebetstags amFreitag, 2. März, in... mehr


 Mehr Lokales

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

Haus

Immobilien aus der Region

Immobilien-Angebote

Finden Sie Ihre Immobilie: Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: