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Pelztierpuzzle: Maus oder Meerschweinchen?
Melle. „Was hast du für große Zähne.“ Zwar besitzen sie nicht so scharfe Reißzähne wie der Wolf. Aber ihre großen Nagezähne sind ebenfalls durchaus beeindruckend: Nutria und Bisam, die Wasser liebenden Nager, veranlassen mit ihren volkstümlicheren Namen wie Bisamratte, Sumpfbiber oder sogar Biberratte, immer wieder Verwirrspiele. Reinhard Beckmann aus Neuenkirchen machte das Meller Kreisblatt darauf aufmerksam und dieses sich auf den Weg, um das Pelztierpuzzle zu ordnen.
Einwanderer aus Amerika sind sie beide: Die Nutria stammt aus Südamerika. Dass sie wegen ihres Felles im vergangenen Jahrhundert nach Europa eingeführt wurde, ist in diesen eisigen Tagen nachvollziehbar. Sie suchte sich aus den Pelzfarmen den Weg in die Freiheit und ist nun an Flussläufen heimisch. Ihre Größe und ihr braunes Fell sind es wohl, die sie an den Biber erinnern lassen und ihr Namen wie Sumpfbiber oder Biberratte gegeben haben. Sie wird mehr als 60 Zentimeter groß und fast zehn Kilogramm schwer, aber ihr Schwanz ist nicht wie der des Bibers ruderförmig flach abgeplattet, sondern nackt und geschuppt.
Wie bei vielen Nagetieren sind es tatsächlich die großen Zähne, die das Gesicht der Nutria beherrschen. Eisenablagerungen färben sie zudem in leuchtendes Orange.
Trotz des warmen Felles friert die Nutria in diesen Tagen ebenso wie der Mensch und zieht sich etwa aus den Gefilden der Warmenau bis an den Ruhrkanal zurück, der ihr wärmeres Wasser bietet. Viele Nutrias überleben strenge Winter nicht.
Übrigens ist die Nutria weder mit den Bibern noch mit den Ratten, sondern mit den Meerschweinchen verwandt und kommen auch im Grönegau vor.
Das zweite Nagerchen, das seinen volkstümlichen Namen Bisamratte auch zu unrecht trägt, ist der Bisam. Auch wenn die Größe an Ratten erinnert, so ist er doch unsere größte Wühlmaus. Sein senkrecht abgeplatteter Schwanz macht ihn zu einem behänden Schwimmer. Der Bisam ist aus Nordamerika ebenfalls wegen seines Pelzes nach Europa gebracht worden. Da er sich bei uns ausgesprochen wohlfühlt und dreimal im Jahr jeweils sechs Junge zur Welt bringt, wird er von entsprechend ausgebildeten Bisamfängern bekämpft. Gefährliche Schäden an Ufern, Deichen und Dämmen, die bis zu Einbrüchen gewässernaher Straßen und Unterspülungen führen können, gehen auf das Konto des Bisams. Allein in Niedersachsen wurden im Jahr 2010 etwa 150000 Bisam gefangen, in Melle immerhin 200.
Das Fazit: weder Ratte noch Biber, sondern Maus und Meerschweinchen sind der Bisam und die Nutria zuzuordnen. Angeblich sind beide übrigens in einigen Landesteilen auch als Delikatesse auf dem Teller gelandet.
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