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Bohmte:Etwas anderes aus dem Modell machen
orf Bohmte. „Nicht nur die Bewohner werden älter, auch die Gebäude“, merkte Alf Dunkhorst vom Fachdienst Planen und Bauen der Gemeinde Bohmte an.
Dass die Bewohner älter werden ist eine Folge des demografischen Wandels der Gesellschaft, doch soll oder kann die Politik etwas tun, um der Alterung der Gebäude entgegenzuwirken?
Der Bauausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit einem Projekt, das in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Hiddenhausen gestartet wurde.
„Jung kauft alt – junge Leute kaufen alte Häuser“ ist das Programm überschrieben. Damit sollen junge Familien in Hiddenhausen beim Erwerb einer eigenen, mindestens 25 Jahre alten Immobilie, unterstützt werden. Der maximale Förderungsbetrag beläuft sich auf 9000 Euro; verteilt auf sechs Jahre.
Soll die Gemeinde Bohmte ein ähnliches Programm realisieren? Kann auf diese Weise der Leerstand von Wohnraum verhindert werden? Gelingt es so, junge Familien dazu bewegen, in die Gemeinde Bohmte zu ziehen?
Im Grunde genommen ist das eine Subvention, die sich Bohmte eigentlich nicht leisten kann“, meinte Torsten Wlecke. „Obwohl die Projektidee an sich gut ist.“ Eine Auffassung, die der Fachausschuss teilte. Die finanziellen Folgen seien nicht abzusehen, so Mathias Westermeyer und Willi Ladner. „Das könnte ein Fass ohne Boden sein.“
Ausschussmitglied Steffen Bach warnte vor Mitnahmeeffekten. Da müsste es schon konkrete Vorschriften geben über die Nutzung und die Art der Sanierung. Doch ist das wirklich die Aufgabe einer Gemeinde? Der Ausschuss hatte seine Zweifel. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass Bohmte 2012 keinen ausgeglichenen Haushalt vorweisen wird und daher für solch freiwillige Ausgaben kein Geld ausgeben kann. „Man kann aus diesem Modell ja etwas anderes machen“, schlug Bodo Lübbert vor.
Eine finanzielle Förderung von Wohnraumerwerb wird es also in Bohmte nicht geben. Aber die Verwaltung ist beauftragt, weitere Überlegungen anzustellen und Wege zu suchen, wie sich die Folgen des demografischen Wandels abmildern lassen.
Einen Ansatzpunkt hierfür gibt es übrigens schon: das in Berlin prämierte Wohnraumbeobachtungsmodell für den Altkreis Wittlage im Rahmen des Ländlichen Entwicklungskonzeptes.
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07.04.2012
