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Energie aus dem Klärwerk in Bad Iburg
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Autor: Heinz Schliehe 10. Februar 2012 15:15 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Aktuelle Möglichkeiten im Ausschuss vorgestellt

Energie aus dem Klärwerk in Bad Iburg

Bad Iburg. Im Klärwerk Strom erzeugen, in Bad Iburg keine neue Idee. Bereits 2007 wurden zwei Stirling-Motoren in Betrieb genommen. Nach der Insolvenz der Herstellerfirma gab es keine Ersatzteile mehr, und der Betrieb nahm ein jähes Ende. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

 
Im Klärwerk von Bad Iburg könnte wieder Strom gewonnen werden. Foto: Jörn Martens  Vergrößern

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Der Bericht in unserer Zeitung über die Anregung des Fachdienstleiters Planen und Bauen, Reinhard Fühner, im vergangenen Herbst, Spilling-Motoren für die Stromerzeugung mit Faulgas aus der Kläranlage einzusetzen, rief Franz Obermeyer auf den Plan. Der Diplom-Ingenieur aus Bad Iburg untersuchte alle bekannten Möglichkeiten, möglichst effizient das Faulgas aus der Kläranlage zu verwerten. Denn auch Spilling-Motoren gibt es inzwischen nicht mehr. Im Betriebsausschuss stellte er jetzt seine Überlegungen vor.

160000 Kubikmeter Faulgas fallen im Jahr im Iburger Klärwerk an. Rund die Hälfte wird bereits zum Heizen genutzt. Mit dem Rest könnte Strom erzeugt werden. Denn das Klärwerk hat einen erheblichen Energiebedarf an Strom und Wärme. Darum ist die komplette Verwertung des Faulgases ein ökologisches und auch ökonomisches Ziel.

Mikrogasturbine

Brennstoffzellen und deren Betrieb mittels „Dachs-Motoren“ scheiden für Obermeyer von vornherein aus. Als Alternativen bleiben da Gasmotoren oder Gasturbinen. Wirtschaftlich könnten beide Systeme arbeiten, so Obermeyer.

Doch seine Empfehlung geht zur innovativen Technologie der Mikrogasturbine. Diese Technik habe sich bereits in Österreich, der Schweiz und an 30 Standorten in Deutschland bewährt, wie zum Beispiel in Warendorf, Bramsche oder Emsdetten. Gasturbinen seien zwar wesentlich teurer als Gasmotoren und führten damit zu einer längeren Amortisationszeit, doch auch die Überschüsse im Laufe der Lebenszeit der Anlage seien deutlich höher. Außerdem spreche der geringe Wartungsaufwand für diese Technik. Es gebe lediglich ein bewegliches Teil in der Anlage, eine Welle, und diese laufe auf einem Luftpolster. Hinzu komme der Klimaschutz. Eine Turbine spare so viel CO2 ein, wie 45 Mittelklassewagen bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 20000 Kilometern im Jahr verbrauchten.

Auch Wärme erzeugen

Gasmotoren seien zwar gut in die vorhandene Struktur einzubinden, doch für einen möglichst störungsarmen Betrieb sollte eine Anlage zur Gasreinigung vorgeschaltet werden, um unausweichliche Sandablagerungen im Motor und damit Schäden zu reduzieren.

Die Bad Iburger Gasmengen passten optimal zur Installation einer Gasturbinenanlage mit 30 Kilowatt. Mit der Anlage könnten rund 40 Prozent des Jahresstrombedarfs selbst erzeugt werden. Und die erzeugte Wärme reiche für die Beheizung des Faulturms und der Betriebsgebäude, so Obermeyer.

Aber auch auf weitere Möglichkeiten der Stromerzeugung im Klärwerk ging Obermeyer ein. Obwohl die Dachflächen der Betriebsgebäude nicht optimal nach Süden ausgerichtet sind, würde sich eine Fotovoltaik-Anlage auf den Dächern lohnen. 81 Module insgesamt brächten eine Spitzenleistung von 19 Kilowatt. Bei einer Investition von 45700 Euro könnte ein Gewinn von 30000 Euro in 25 Jahren erwirtschaftet werden.

Das Thema soll nun in den Ratsfraktionen beraten werden.

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