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„Sachlich über Medikation in der Nutztierhaltung diskutieren“
Gesmold. Sichere Lebensmittel, Transparenz für den Verbraucher und Fördermittel: Aktuelle Schwerpunktthemen wurden am Mittwochnachmittag in der Gaststätte Wortmann-Klockenbrink in der Versammlung der Kreislandvolkversammlung erörtert.
In seinem Bericht erläuterte Hermann-Josef Bolte als Vorsitzender, dass der Verbraucher mit hochwertigen und sicheren Lebensmitteln in großer Vielfalt versorgt werde. Die Diskussion um die Medikation in der Nutztierhaltung müsse mit Sachlichkeit behandelt werden, sagte er mit Sicht auf die viel zitierten 900 Tonnen Tiermedikamente. Auch auf die positive Entwicklung der Agrarmärkte, den Tierschutzplan und die Reform der landwirtschaftlichen Sozialversicherung ging er in seiner Rede ein.
Der Haushalt des Verbandes sowie der Buchstelle und Steuerberatungsabteilung und die Arbeit der Landvolk Immobilien GmbH konnte von Geschäftsführer Heinrich Kinnius mit einem sehr positiven Fazit dargestellt werden. Als ein neuer Kassenprüfer neben Volker Brinkschulte wurde Adalbert Berner als Nachfolger von Werner Möllersmann einstimmig gewählt.
„Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig für den Verbraucher“, stellte Karina Buller fest, die seit eineinhalb Jahren im Hauptverband des Osnabrücker Landvolkes für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Sie gab einen Einblick in ihre Arbeit vom Bauernmarkt bis zur Grünen Woche, vom Junglandwirtetag bis zu sich allerdings problematisch gestaltenden Lehrerfortbildungen. Sie wies darauf hin, dass im Rahmen des Projektes „Transparenz schaffen“ in diesem Jahr wieder Schulklassen an der Erkundung landwirtschaftlicher Betriebe teilnehmen werden.
Vier Betriebe aus Bennien gestalten am 17. Juni den „Tag des offenen Hofes“, der in ganz Niedersachsen stattfindet.
Den Schwerpunkt der Versammlung bildete der Vortrag von Andreas Kopmann, Leiter der Bewilligungsstelle Osnabrück der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er referierte aus dem Bereich der Agrarförderung (Förderungsvolumen von 41,5 Mio. Euro im Jahr 2011) und machte die Landwirte auf die Beachtung wichtiger Regeln für die Betriebskontrollen aufmerksam. Unangekündigt kommen die Kontrollen auf die von der EU vorgeschriebenen fünf Prozent Betriebe landesweit, nehmen Einsicht in die Unterlagen und begutachten Flächen vor Ort.
Über Fernerkundung per Flugzeug und Vermessung per GPS werden die Daten der Landwirte auf Richtigkeit überprüft. Bei Abweichungen müssen die Landwirte nach den Worten des Referenten mit Fördergeldeinbußen rechnen. Allerdings lägen die Anzahl der Betriebe mit Mängeln und Kürzungen in einem sehr überschaubaren Rahmen.
Kopmann wies außerdem auf die Einhaltung der Vorschriften in den Bereichen Umwelt, Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit sowie Tiergesundheit und Tierschutz (Cross Compliance), zum Beispiel die Kennzeichnungs- und Düngemittelverordnung oder Pflanzenschutzrichtlinien, hin.
Er forderte die Landwirte zu korrekten Dokumentationen auf, um Fördergelder nicht aufs Spiel zu setzen. Die Abgabe der neuen Anträge ist bis zum 15. Mai möglich.
Mit dem Ausblick auf die Agrarreform 2014 bis 2020 mit neuen Auflagen für die Ökologisierungskomponente und die Ziele der zukünftigen gemeinsamen Agrarpolitik der EU für eine rentable Nahrungsmittelerzeugung, die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Klimamaßnahmen sowie eine ausgewogene räumliche Entwicklung endete der Vortrag von Kopmann.
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21.05.2011
