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Eiszeit sorgt für Kreisverkehr im Papenburger Hafen
dhe Papenburg/Dörpen. Zerbrochene Eisstücke glänzen in der Sonne wie ein Meer aus Kristallen. Der Papenburger Hafenkapitän Rudolf Schepers hat durch sein Bürofenster den besten Blick auf die Ems an der Papenburger Seeschleuse – und dank unermüdlichen Einsatzes seines Teams kann der Betrieb trotz des frostigen Wetters im Papenburger Hafen bisher weitergehen.
Schepers erzählt, was in diesen kalten Tagen unternommen wird, um den Hafen „flott“ zu halten. „Von 7 bis 19 Uhr halten wir das Wasser täglich in Bewegung. Immer wieder drehen zwei Kollegen in zwei Schichten mit einem Schlepper ihre Runden auf dem Wasser, um das Eis in Bewegung zu halten“. Bislang ist dieser Kreisverkehr der besonderen Art erfolgreich. Nur zwei Schiffe mit kleineren Motoren müssen in der Kanalstadt warten. Ansonsten laufe der Betrieb weiter.
Zu den derzeit alltäglichen Aufgaben zählt auch das Messen der Dicke der Eisdecke. Schepers: „Das Eis in der Fahrrinne ist aktuell zwischen acht und neun Zentimeter dick. Bei etwa 15 Zentimetern hat auch der Schlepper keine Chance mehr.“ Daher gebe es im Moment noch genügend Spielraum, zumal ein Anstieg der Temperaturen bereits in Sicht sei.
Schepers schätzt die Kosten für den Einsatz auf etwa 2500 Euro pro Tag – „aber Hauptsache, der Hafen steht nicht still“. Daran, dass der Betrieb einmal ausgefallen sei, kann er sich in seinen elf Dienstjahren nicht erinnern.
Ganz anders sieht es auf den Schiffswegen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) mit Sitz in Meppen aus. Thorsten Seiwald, stellvertretender Amtsleiter der WSA, weiß zu berichten: „Wir mussten bereits am Dienstag um 14 Uhr beispielsweise den Küstenkanal sperren. Bis dahin gelang es uns, den Schiffsverkehr mit zwei Eisbrechern aufrechtzuerhalten.“
Gestrandet sei aber kein Schiff, sagt Seiwald. In den letzten Stunden habe man Schiffe zu den Anlegeplätzen und Häfen geleitet. „Die meisten kommen aus der Region und konnten mit dem Auto oder der Bahn nach Hause fahren“, so der stellvertretende Amtsleiter weiter.
Das sind Probleme, von denen die Meyer Werft aktuell nicht betroffen ist, denn gestern wurde die Disney Fantasy bereits übergeben. „Zum Glück waren wir schon da“, sagt Werft-Sprecher Günther Kolbe. Aber auch wenn der Kreuzfahrtriese noch im Heimathafen liegen würde, hätte Kolbe wenig Sorgen. „Wir haben schon mal ein AIDA-Schiff bei Eis überführt“, erinnert sich Kolbe. Einzig die Farbe an den Luxuslinern, die besonders glatt sei, könne unter dem Eis leiden. „Die Schiffe sind ja nicht für so ein Wetter gemacht“, so Kolbe. Daher hätte die Farbe damals auf ihre Beständigkeit noch einmal untersucht werden müssen. Aber die Fragestellung sei im Moment rein hypothetisch.
Ebenfalls ohne Auswirkungen ist die Eiszeit bisher für UPM Nordland Papier in Dörpen. Die Anlieferungen von Produktionsstoffen laufen weiter, berichtet Mechthild Wübben. Im Normalfall kämen der Zellstoff und die Kreide zwar über den Wasserweg auf das Werksgelände. Nun müsse aber auf Lkw und Bahn ausgewichen werden. „Das ist zwar ein größerer organisatorischer Aufwand und verursacht dann möglicherweise höhere Kosten, aber die Produktion ist nicht gefährdet.“
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