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Seniorenwerkstatt baut Geschütz von 1914 für das Stadtmuseum nach
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Autor: Manfred Fickers 09. Februar 2012 17:45 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Eine „Dicke Bertha“ für Meppen

Seniorenwerkstatt baut Geschütz von 1914 für das Stadtmuseum nach

Meppen. Die Seniorenwerkstatt hat dem Heimatverein Meppen für das Stadtmuseum das Modell eines Mörsers geschenkt, der Geschosse mit einem Durchmesser von 42 Zentimetern verschießen konnte. „La Grosse Bertha – Big Bertha – Dicke Bertha“ – das 1914 am Beginn des Ersten Weltkriegs erstmals eingesetzte Geschütz ist wegen seiner Größe und Wirksamkeit eines der berühmtesten seiner Zeit gewesen. Erprobt wurde diese Waffe einst auf dem Krupp’schen Schießplatz in Meppen.

 
Ein Geschenk machten Friedel Stöber, Heinz Lindner, Günter Terborg, Heinz Rehse und Franz-Josef Niesing dem Stadtmuseum Meppen. Foto: Manfred Fickers  Vergrößern

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Deshalb hatte der Heimatverein für das Museum ein Modell aus dem Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden ausgeliehen. Die Ausleihezeit ist begrenzt, deshalb freute sich Regina Holzapfel, die das Geschenk im Namen des Heimatvereins entgegennahm, über das in Meppen aus Holz und Metall gefertigte Exemplar. Heinz Lindner und Friedel Stöber fertigten die Holzteile, Günter Terborg die Metallteile, und gemeinsam mit Heinz Rehse und Franz-Josef Niesing montierte man das maßstabsgetreue Stück zusammen. Eineinhalb Jahre wurde an dem Modell gearbeitet. Jetzt denke man noch darüber nach, wie es am besten zu lackieren sei, sagte Rehse bei der Übergabe.

Angefangen hat die Geschichte der „Dicken Bertha“ 1906, als die Konstrukteure in Essen eine Steilfeuerwaffe für die Marine zur Küstenverteidigung in Meppen vorstellten. Offiziere des Heeres wünschten sich eine ähnliche Waffe für den Beschuss von Festungsanlagen. Das „Gamma-Gerät“, (Kurze Marine-Kanone 14/L 16) war nur per Eisenbahn zu bewegen und musste fest eingebaut werden. Fünf Exemplare wurden bis zum Kriegsbeginn im August 1914 dem Militär übergeben. Krupp entwickelte daraus das „M-Gerät“, das in Einzellasten zerlegt auf Straßen transportiert werden konnte. So ein M-Gerät zeigt das Modell im Stadtmuseum Meppen. Eigentlich sollten nach den Tests mit den Prototypen im Oktober 1914 in Meppen die ersten beiden einsatzfähigen Exemplare erprobt werden. Aber dazu kam es nicht, weil der Deutsche Generalstab die beiden Geschütze dringend für die Belagerung der Festung Lüttich in Belgien anforderte. Dort zerstörten sie starke Festungswerke. In mehreren Fällen drangen die 810 Kilogramm schweren Granaten bis in die Munitionskammern vor. Dann starben innerhalb von Sekunden Hunderte belgische Soldaten.

Die letzten der insgesamt zehn gebauten Gamma-Geräte und zwölf M-Geräte sollten nach Kriegsende verschrottet werden. So forderten es die Siegermächte. Doch wesentliche Bauteile und die Konstruktionsunterlagen des Gamma-Geräts wurden in Meppen versteckt. So konnte nach 1933 ein Gamma-Gerät erneut auf dem Schießplatz aufgestellt werden und diente ab 1936 der Erprobung schwerer Geschosse und im Zweiten Weltkrieg bis 1944 als Belagerungsgeschütz.

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