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Eisiger Spaß auf dem Sonnensee in Bissendorf
Belm/Bissendorf. Mütze auf, Schal um, Schlittschuhe an zum kleinen Eisvergnügen in Belm. Weil es eine offizielle Freigabe der zugefrorenen Seen und Teiche in Belm so schnell nicht geben wird, bereitet die Gemeinde Belm derzeit eine kleine Alternative vor. Die Mitarbeiter des Belmer Bauhofs haben gestern die Rollschuhbahn im Park am Ickerbach geflutet. Für Samstag und Sonntag sind jetzt kurzfristig Imbissstand und Glühweinbude angefragt.
Erste Aufgabe am Donnerstagmorgen war für Oliver Weiland, Thorsten Rutemeyer und Juri Bakarius vom Belmer Bauhof, die 600 Quadratmeter große Asphaltfläche mit Radladerschaufel und Kehrmaschine zu reinigen. Mit einer Tauchpumpe wurde dann das Wasser des benachbarten Ickerbachs auf die sogenannte Rollschuhbahn gepumpt. Unterstützt wurden sie dabei von der Belmer Feuerwehr. „Alles Weitere musste der Nachtfrost erledigen“, sagt Dirk Meyer von der Belmer Gemeindeverwaltung. Heute Vormittag wird geprüft, ob gegebenenfalls noch eine weitere Eisschicht aufgebracht werden muss, denn am Samstag und Sonntag hoffen die Organisatoren auf guten Zuspruch der Belmer Schlittschuhfans. Am Rande der Eisbahn soll es dann Bratwurst und Glühwein geben. Meyer: „Wir haben gestern spontan einen Verein angefragt, erfahren aber erst heute im Laufe des Tages, ob das klappt.“
Während die Belmer noch bis zum Wochenende mit dem Schlittschuhlaufen warten müssen, geht es in Bissendorf auf dem Sonnensee längst rund: Amelie Katharina Blank ist 13 Monate alt und lernt gerade laufen. Gestern hat sie bei strahlendem Sonnenschein ihre ersten Schritte auf dem zugefrorenen Sonnensee gemacht. Mit Amelie und ihren Eltern betraten viele Spaziergänger, Schlittschuhläufer, Schlittenzieher und Eishockeyspieler die Fläche des Bissendorfer Gewässers.
42300 Quadratmeer groß ist der See und von dickem Eis bedeckt. Gegen Mittag wagten sich die ersten Spaziergänger auf die Fläche, gegen 16 Uhr füllte sie sich mehr und mehr, aber dennoch war jede Menge Platz für rasante Runden, Spaziergänge in Ufernähe und in der Seemitte für Hockeyspiele. Letzteres bevorzugten der 14-jährige Michael und seine Freunde.
Zum ersten Mal hatten sie sich in voller Ausrüstung mit Schläger, Puck und Schlittschuhen hierher begeben und mehr Glück als am Samstag. An dem Tag hatten nämlich Polizeibeamte dem Vergnügen ein Ende bereitet. Die Eisfläche war noch brüchig. Diese Gefahr besteht jetzt nicht mehr, versicherten mehrere erwachsene Eisläufer. Mindestens 17 Zentimeter dick sei das Eis, mutmaßt eine Schlittschuhläuferin. Deshalb sollte man das seltene Vergnügen genießen, solange es geht. Für die dreijährigen Tamme und Franka könnte es allerdings noch schöner sein, wenn sie Schlittschuhe hätten. „Die sind restlos ausverkauft“, wissen ihre Mütter.
Die Eisgänger auf dem Sonnensee betreten übrigens die Fläche auf eigene Gefahr. „Eine offizielle Freigabe wird es von der Gemeinde nicht geben“, sagt Ordnungsamtsleiter Bernd Stegmann. Dafür müsste die Eisdecke gemessen und eine für den gesamten See durchgängige Aussage getroffen werden. Der Aufwand sei zu groß. An den tiefsten Stellen ist der Sonnensee ca. zwei Meter tief, am Ufer etwa 1,20 Meter. Bernd Stegmann gönnt den Eisläufern ihr Vergnügen, rät aber dringend, das Thermometer im Auge zu behalten. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wird das Eis schnell dünner und ist nicht mehr tragfähig.
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