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Tönjes – eine Form des Taufnamens Antonius
Papenburg. In der Familie von Jürgen Tönjes aus Papenburg wechselte die Schreibweise des Familiennamens im 19. Jahrhundert mit „Tönnies“. Er hat bereits ermittelt, dass Tönjes/Tönnies auf den Namen Antonius zurückgehen sollen.
Tönjes ist mit rund 1900 Namensträgern ein recht häufiger Nachname, der sich überwiegend im Nordwesten zwischen Ems, Weser und der Nordsee findet. Die Schreibvariante Tönnjes ist sehr selten.
Die Rückführung auf den Heiligen- und Taufnamen Antonius ist korrekt. Der Name Antonius ist lateinisch und wurde bei den Römern als sogenannter Gentilname (Geschlechtername) verwendet. Die ursprüngliche Bedeutung des Namens ist unbekannt.
Im christlichen Abendland war Antonius über viele Jahrhunderte einer der beliebtesten Taufnamen. Für diese Popularität ist vor allem die Verehrung verantwortlich, die der heilige Eremit Antonius genoss, der im 3./4. Jahrhundert in Ägypten lebte und der als Vater des christlichen Mönchtums gilt. Er war Pest- und Bauernheiliger und der Patron der Haustiere. In vielen Kirchen finden sich Statuen und Gemälde, die ihn mit einem Schwein abbilden („Antonius mit dem Schwein“). Aber auch die Verehrung des heiligen Antonius von Padua trug zur Beliebtheit des Namens bei.
Da Antónius auf der zweiten Silbe betont wird, entwickelten sich in der Volkssprache zahlreiche Kurzformen, bei denen die erste Silbe An- weggelassen wurde. Einige ältere Belege als Rufnamen sind: 1301 „Tonius Scherf“ (in Stralsund), 1315 „Tonnies der schilder meister“ (in Magdeburg), 1403 „Thonies von Berninchusen“ (in Hildesheim), 1597 „Tönnies Hartwieg“ (in Hannover). Von Anfang an überwogen Namenvarianten mit dem Umlautvokal ö in der ersten Silbe, auch wenn in den alten Urkunden meist nur o statt ö geschrieben wurde. Namensformen mit o wie Thonius, Tonnius, Tonnies, Tonnis, Thonis oder Thons sind nur selten zu Familiennamen geworden.
Der häufigste Familienname unter den zu Antonius gehörenden Kurznamen ist Tönnies. Dieser Name ist ebenfalls im Nordwesten konzentriert, findet sich aber in einem größeren Gebiet als Tönjes. Tönjes und Tönnjes sind als Varianten von Tönnies zu erklären. Weitere Namensformen sind Tönies, Thönies, Tönis, Thönis, Thöniß, Tönnis, Thönnis, Tönniss und Thönniß.
Der Vokal i der zweiten Silbe wurde zu e abgeschliffen bei Tönnes, Tönness, Thönnes, Tönes und Thönes. Bei Töns, Tönns und Thöns ist der Zweitsilbenvokal ganz geschwunden.
Seltener sind die Namensformen Tüns und Thüns mit ü statt ö. Die durch „Tünnes und Schäl“ bekannte rheinische Form für Anton, Tünnes, ist heute als Familienname ausgestorben.
Im Internet finden Sie alle Familiennamen, die Dr. Winfried Breidbach schon im Auftrag unserer Zeitung untersucht hat: www.neue-oz. de/namenNamensvorschläge bitte an namensforscher@neue-oz.deGutachten: www.ifn.name
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21.05.2011
