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Agentur für Arbeit Nordhorn will Netzwerkarbeit verstärken
Nordhorn. Um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen, setzt die Agentur für Arbeit Nordhorn auf Netzwerkarbeit. Das hat der Vorsitzende der Geschäftsführung, Achim Haming, in einem Pressegespräch unterstrichen.
Wie in der gestrigen Ausgabe berichtet, hatte sich Haming bei Fortdauer einer stabilen wirtschaftlichen Lage auch für Zuwanderung junger Arbeitskräfte zum Beispiel aus Spanien ausgesprochen. „Maschinenbau und Kunststoffbranche, Handel und Logistik, Offshore-Industrie und Pflegebereich stehen nur exemplarisch für die Wachstumsbereiche der Region, denen Fachkräfte fehlen“, sagte Haming. Weitere Branchen stünden vor ähnlichen Problemen.
Weder die Arbeitsagentur noch die Jobcenter der Kommunen können künftig nach Hamings Meinung allein für die benötigten Fachkräfte sorgen. Daher versuche die Agentur verstärkt, Netzwerkarbeit zu forcieren.
Gutes Instrument
Mit dem Arbeitsmarktmonitor habe die Agentur ein hervorragendes Instrument, um Handlungsmöglichkeiten auf dem regionalen Arbeitsmarkt auf einen Blick zu erkennen. Mit den Expertengruppen, die sich dazu gebildet hätten, stehe ein hochkarätiges Gremium zur Entwicklung von Ideen und zur Umsetzung von Arbeitsmarktkampagnen zur Verfügung. Sollten alle Partner so engagiert weiter zusammenarbeiten wie bisher, könne die Region Emsland-Grafschaft Bentheim mit anderen Regionen nicht nur bestehen, sondern ihren Vorsprung sichern und ausbauen.
Nach Angaben von Haming liegt die durchschnittliche Erwerbslosigkeit der Leistungsempfänger im Bezirk der Nordhorner Agentur für Arbeit (der Zuständigkeitsbereich umfasst die Altkreise Lingen und Meppen sowie den Landkreis Grafschaft Bentheim) bei nur 117 Tagen. „Diese Zeitspanne ist so kurz wie sonst nirgendwo in Niedersachsen“, freute sich Haming und fügte hinzu: „Durch schnelle Integrationserfolge verhindern wir für viele den Abstieg in die Hartz-IV-Abhängigkeit.“
Gleichzeitig gelinge bei fast jedem fünften Kunden der Nordhorner Agentur der Übergang in eine neue Beschäftigung, hob Haming hervor. Dies sei ein Indiz für die hohe Aufnahmefähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes, meinte er.
Nach Darstellung von Haming profitierten vom Aufschwung des Arbeitsmarkts vor allem die jungen Leute. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ist mit fast 24 Prozent doppelt so hoch wie der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region insgesamt. Am wenigsten sank die Arbeitslosigkeit bei den ausländischen Mitbürgern und bei schwerbehinderten Menschen. „Bei letzterer Gruppe konnte im Zuständigkeitsbereich der Agentur immerhin noch ein Rückgang um 5,1 Prozent erreicht werden, während niedersachsenweit die Arbeitslosigkeit leicht anstieg.“
Deutlich weniger fördern wird die Nordhorner Agentur Maßnahmen, die in die Selbstständigkeit führen. „Der Arbeitsmarkt ist inzwischen so gut, dass der Weg in die Selbstständigkeit nur noch für die Menschen gefördert wird, die einen professionellen und nachprüfbaren Businessplan vorweisen und die sonst am Arbeitsmarkt nicht integriert werden können.“ Im Übrigen wolle die Agentur 2012 verstärkt dafür sorgen, Arbeitslosigkeit von vornherein zu verhindern.
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