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Lohner Martin Heidrich ist Gentlemen und Rennfahrer aus Leidenschaft
Lohne. Wenn Martin Heidrich von seinen Rennen auf den bekanntesten deutschen Rundkursen erzählt, wird die große Leidenschaft des 44-Jährigen für den Motorsport mehr als deutlich. Dabei hat der Unternehmer aus Lohne bis vor sieben Jahren noch nie am Steuer eines Rennwagens gesessen.
Er habe einmal eine Fernsehreportage über eine Rallye durch die Sahara gesehen und sich gesagt: „Da musst du mitfahren“, erinnert sich Heidrich, wie er sein Faible für den Motorsport entdeckt hat. 2001 steuerte er dann einen Geländewagen über die Dünen der nordafrikanischen Wüste. „Ein Freund hat mich dann auf Rundstreckenrennen angesprochen“, berichtet Heidrich.
Schnell wechselte er Fahrzeug und Streckenbelag – vom Geländewagen in einen renntauglich umgebauten Mini, vom Sand auf Asphalt und Beton. Seitdem fährt Heidrich in der Mini-Challenge. „Zuerst habe ich mir für zwei Saisonrennen ein Fahrzeug samt Team gemietet. Im Jahr darauf bin ich vier Läufe gefahren und ab dann immer die gesamte Serie“, so das spät entdeckte Renntalent aus Lohne. 2009 hat er sich seinen eigenen Mini-Rennwagen gekauft. Auf bis zu 240 Stundenkilometer beschleunigt der 211 PS starke Motor den Wagen. „Dabei entsprechen Motor, Turbolader und das Sechsganggetriebe fast der Serienversion“, zeigt sich Heidrich von der Qualität des Wagens, dessen Tachonadel die „100“ bereits nach sechs Sekunden anzeigt, überzeugt. Fahrwerk und Bremsanlage seien für den Rennsport modifiziert. Und nicht nur die Airbags, die sonst bei jedem Rennen auslösen würden, wären ausgebaut. „Auch aus Gewichtsgründen ist innen alles raus – ein individuell angepasster und nicht verstellbarer Rennfahrersitz, die Feuerlöschanlage und ein Überrollkäfig“, beschreibt Heidrich das karge Innere seines außen je nach Sponsor in verschiedenen Farben bunt lackierten Mini.
Doch bevor er mit diesem kleinen Boliden Rennrunden um den Hockenheimring drehen und gegen die Konkurrenz auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings antreten durfte, musste Heidrich eine Fahrerlizenz des Deutschen Motorsportbundes erwerben. Neben der nationalen A- besitzt Heidrich jetzt auch eine internationale Lizenz. Mit dieser ist er Mitte Januar bei seinem ersten Wettbewerb in der Saison, einem 24-Stunden-Rennen in Dubai, gestartet. „Während die Rennen bei der Mini-Challenge manchmal nur 30 Minuten dauern, fährt man bei 24-Stunden-Rennen bis zu zweistündige Turns. Da nimmt man dann schon einmal einen Gang raus und gibt nur 98 Prozent“, so Heidrich. Bei einem solchen Rennen tritt der 44-Jährige nicht mit seinem Fahrzeug an, mietet sich in ein Team ein. „Schließlich muss der Fahrersitz bei einem Team aus vier Fahrern verstellbar sein“, erklärt er.
Nicht nur in Dubai herrschen bei den Rennen im Wageninneren Temperaturen zwischen 60 und 70 Grad. „Je heißer es ist, umso eher schalten wir Fahrer die Heizung ein“, erläutert Heidrich. Was verrückt klingt, hat einen banalen Grund: „Dadurch zieht man die Hitze vom Motor weg. Und dass der Motor sich wohlfühlt, ist das Wichtigste.“ Spätestens jetzt wird klar, dass in Heidrichs Adern neben Blut auch ein wenig Benzin fließen muss – Mischungsverhältnis unbekannt. Deshalb wird Heidrich auch in diesem Jahr mit seinem Mini wieder an den Start gehen. Dass aus der Mini-Challenge nun die „Mini-Trophy“ geworden ist, stört Heidrich wenig.
Auch nach der Umbenennung bleibt der Wettbewerb für den Lohner der einzige Markenpokal, der ein ganz besonderes Niveau hat. „Es gibt ein gemeinsames Zelt für die Fahrer, gemeinsames Catering“, beschreibt er den Unterschied zu anderen Veranstaltungen. „Hier ist alles über die Jahre gewachsen, die Rennen sind fast wie ein Familientreffen“, schildert Heidrich die besondere Atmosphäre der Rennklasse auch neben der Strecke. Diese sorge aber auch für einen harmonischeren Rennverlauf. „Es gibt weniger absichtliche Rempeleien“, so Heidrich.
Für die neun über 40-jährigen Fahrer im Feld des Mini-Markenpokals geht es nicht nur um die Gesamtwertung, in der Heidrich trotz viel jüngerer Konkurrenz in der letzten Saison Platz 8 belegte. „Mein Ziel ist der Gewinn der Gentlemenwertung für die älteren Fahrer“, erklärt Heidrich. In der letzten Saison hat er diese gewonnen. Nun gilt es für ihn, seinen Platz als bester Fahrer „Ü 40“ in dieser Saison zu verteidigen.
Weitere Informationen und Renntermine im Internet unter www.mini2race.de.
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