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Bad Iburger Schiedswesen: erstmals Verabschiedung, Ehrung und Vereidigung zugleich
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Bad Iburger Schiedswesen: erstmals Verabschiedung, Ehrung und Vereidigung zugleich
Bad Iburger Schiedswesen: erstmals Verabschiedung, Ehrung und Vereidigung zugleich
Bad Iburg. Überhängende Bäume, Beleidigungen, nicht eingehaltene Grundstücksgrenzen – damit die sogenannten Tür- und Angelfälle nicht vor Gericht landen, gibt es Schiedspersonen. Sie schlichten kleine Streitigkeiten und ersparen damit den Gerichten Arbeit und den Streitenden Geld und vor allem Ärger.
Im Bad Iburger Rathaus kam es für Bürgermeister Drago Jurak und den Direktor des Amtsgerichts, Dieter Haase, im Beisein von Fachdienstleiterin Barbara Götting erstmals zu einer gleichzeitigen Verabschiedung, Ehrung und Vereidigung im Schiedswesen der Stadt.
Jurak lobte Engagement und Fingerspitzengefühl der ehrenamtlich tätigen Schlichter, Haase sprach ihnen einen hohen Stellenwert zu. Unter dem Motto „Schlichten statt Richten“ seien sie immer mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Rechtspflege geworden. Das neue Gesetz der obligatorischen außergerichtlichen Streitschlichtung, das im Streitfall den Weg über das Schiedswesen vorschreibt, sei Beweis genug dafür. Wie die Erfahrung zeige, werden so über die Hälfte der Fälle gütlich beigelegt.
Haase verabschiedete den bisherigen Schiedsmann für den Bezirk Glane, Wilhelm Erdmann, und dankte ihm für seine fast 20-jährige gewissenhafte und unparteiische Arbeit. „Sie haben das Schiedswesen der Stadt durch Ihre unnachahmliche Art und Weise geprägt“, fügte Jurak beim Überreichen der Ehrenurkunde hinzu. „Zuhören ist das Wichtigste“, verriet Erdmann das Geheimnis seiner Arbeit, die stets zur Einigung geführt hat, „die Parteien sollen erst ihr Pulver verschießen, dann lässt sich leichter vermitteln.“ Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Herbert Kremser, der in der Stadt nicht nur als Schiedsmann, sondern auch als leidenschaftlicher Landschaftsmaler bekannt ist.
Für seine zehnjährige Tätigkeit im Schiedsbezirk Bad Iburg überreichte Haase Heinz Pöhler eine Urkunde des Landgerichts Osnabrück und sprach ihm Dank, Anerkennung und den Wunsch aus weiterzumachen. Stellvertretend kann sich die Stadt auf Horst Jasper verlassen.
Abschließend vereidigte Haase den vom Rat der Stadt gewählten stellvertretenden Schiedsmann für Glane, Franz Buchholz. Seine Aufgabe bestehe darin, Sachverhalte zu ermitteln, auf Menschen zuzugehen und Brücken zu bauen. Die Entscheidung allerdings müsse aus der Mitte der Parteien kommen. Drei Eigenschaften seien es, die eine Schiedsperson ausmachen: Gewissenhaftigkeit, Unparteilichkeit und Verschwiegenheit.
Vor allem Letztere nehmen die Bad Iburger Schiedsmänner sehr genau. Denn aus dem Nähkästchen plaudern wollte selbst in geselliger Runde im Trauzimmer des Rathauses niemand.
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