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Venne: Zwei Windkraftanlagen am Golfplatz?
Venne. Die Stadtwerke Osnabrück AG will zwei Windkraftanlagen in Venne-Niewedde errichten. Der Standort liegt auf einer Fläche am Pöhleweg in der Nähe des Golfplatzes. Hier ist im Raumordnungsprogramm aus dem Jahr 2004 ein Vorranggebiet für solche Anlagen ausgewiesen.
Zuständig für die Genehmigung der Anlagen ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Der Ortsrat Venne befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit diesem Projekt.
„Die Windkraft hat sich als eine leistungsfähige, umweltschonende Energieerzeugung erwiesen, sie zeichnet sich durch hohe Einspeiseleistung im Vergleich zum Flächenverbrauch aus“, sagte Erik Ballmeyer für die CDU-Fraktion. Ähnlich sieht das auch die SPD-Ortsratsfraktion. Frauke Hampe wies darauf hin, dass der Betreiber dieser Anlage zudem den Ausbau des Pöhlewegs finanziere.
Ein weiterer Aspekt sind die in Zukunft zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen. Um das Projekt in Angriff nehmen zu können, müssen Flächennutzungs- und Bebauungsplan entsprechend geändert werden. Dafür sprach sich der Ortsrat aus. Der Gemeinderat Ostercappeln wird in seiner Märzsitzung darüber entscheiden.
In den Plänen festgelegt sind unter anderem die Maximalhöhen der Anlagen und die Entfernung zur Wohnbebauung. Hier wird heute ein Abstand von 450 Metern – das entspricht der dreifachen Anlagenhöhe – zugrunde gelegt.
Stadtwerke-Energievertriebsleiter Klaus Siedhoff und Hermann Brandebusemeyer von der Projektsteuerung erneuerbare Energien der Stadtwerke waren zu Gast in Venne und informierten über das Vorhaben. Die AG hat mit der Eigentümerin der Fläche bereits eine grundsätzliche Einigung erzielt. Die Windkraftanlagen haben eine Gesamthöhe von 149 Metern. Die Nabenhöhe beträgt 108 Meter. „Pro Anlage wird eine Leistung von 2300 kW erreicht“, so Siedhoff. „Damit kann man rein rechnerisch 3000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.“
Die Stadtwerke AG rechnet mit Investitionskosten von etwa 7,5 Millionen Euro. Nicht weit entfernt vom Standort Niewedde liegt der Windpark Schwagstorf. Er wurde in den Jahren 2002/2003 errichtet. Die Anlagenhöhe ist etwas geringer. „Eine Windkraftanlage leistet hier rund 1700 kW“, teilte Brandebusemeyer mit. In den vergangenen Jahren seien die Anlagen effizienter geworden, betonte auch Siedhoff. Die „Schwagstorfer Windräder“ sind auf Gittermasten montiert. In Venne sollen die gängigen Stahlbetontürme verwendet werden.
Wie funktioniert eine Anlage? Das Prinzip ist einfach: Sie erntet mit ihrem Rotor die Energie des Windes, wandelt diese in elektrische Energie um und speist sie in das Stromnetz ein. Dazu müssen dann die entsprechenden unterirdischen Leitungen verlegt werden.
Warum wollen die Stadtwerke überhaupt in der Gemeinde Ostercappeln investieren? Die AG hat die Kunden in der Stadt Osnabrück sowie mittlerweile rund 30000 weitere Kunden im Umland. „Bis zum Jahr 2030 wollen wir diese Haushalte zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen“, erläuterte Siedhoff. Neben Windkraftanlagen, unter anderem auf dem Piesberg, betreibt die Stadtwerke AG auch Fotovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke und Ähnliches mehr. Geplant ist auch die Errichtung eines Solarparks auf einer stillgelegten Deponiefläche in Osnabrück-Hellern.
Wie sieht der weitere Ablauf in Venne-Niewedde aus? Nachdem die planungsrechtlichen Voraussetzungen – also die Flächennutzungsplan- und Bebauungsplanänderung – umgesetzt worden sind, folgt das Bauleitverfahren. Zudem schließen Kommune und Stadtwerke einen städtebaulichen Vertrag, in dem unter anderem Kostenfragen und die Erschließung der Fläche geregelt werden. „Erst das Bauleitverfahren wird zeigen, ob eine Ansiedlung von Windkraftanlagen in diesem Bereich möglich ist“, so die Gemeinde Ostercappeln.
Eine ganze Reihe von Bedingungen muss erfüllt werden. Der Landkreis als Genehmigungsbehörde prüft unter anderem, ob der Schattenwurf auf Wohnhäuser die Grenzwerte einhält, ob das Landschaftsbild beeinträchtigt wird und die Schall- und Geräuschentwicklung zulässig ist. Mögliche Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse müssen zudem untersucht werden.
Gibt es grünes Licht für den Bau, dann könnten sich die Rotorblätter in zwei Jahre drehen und Strom erzeugen.
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